Krebserkrankung: Barcelona-Trainer Vilanova erfolgreich operiert

Erleichterung beim FC Barcelona: Trainer Tito Vilanova hat sich erfolgreich einer Operation an der Ohrspeicheldrüse unterzogen. Mittwoch war bekannt geworden, dass der Erfolgscoach erneut an einer Krebserkrankung leidet. Der Club hofft auf eine Rückkehr Anfang 2013.

Tito Vilanova: Alles für Barça Fotos
DPA

Hamburg - Der Trainer des FC Barcelona, Tito Vilanova, ist wegen des erneuten Ausbruchs einer Krebserkrankung an der Ohrspeicheldrüse operiert worden. "Der Eingriff ist sehr gut verlaufen", sagte Mannschaftskapitän Carles Puyol. "Das hat dem Team nach der Schreckensnachricht wieder neuen Mut gegeben."

Der chirurgische Eingriff sei laut dem Verein "planmäßig" durchgeführt worden. Zudem hätten die Ärzte im Verlauf der OP festgestellt, dass der Tumor nicht gestreut habe und es "nicht so schlimm ist, wie zunächst befürchtet".

Beim Trainer des spanischen Tabellenführers hatten die Ärzte kürzlich die Rückkehr einer Krebserkrankung an der Ohrspeicheldrüse festgestellt. Vilanova war bereits im November 2011 - damals noch als Assistent von Josep Guardiola - wegen des gleichen Leidens operiert worden. Im vorigen Sommer übernahm er das Amt des Cheftrainers. Die Ärzte waren damals der Auffassung, dass Vilanova die Krebserkrankung völlig überwunden habe.

"Das Wichtigste für den Verein ist die vollständige Genesung von Tito. Er braucht dafür die nötige Ruhe", sagte Barcelonas Präsident Sandro Rosell: "Wir müssen versuchen, weiterzumachen. Aber völlige Normalität wird es nicht geben."

Die Vereinsführung deutete an, dass der Trainer bereits Anfang 2013 die Arbeit wieder aufnehmen könne. Vilanova selbst hatte den Spielern am Vorabend der Operation versichert: "Ich werde bald zurück sein." Das Training leitet derweil sein Assistent Jordi Roura.

Barça rangiert an der Spitze der Primera División neun Punkte vor Atlético Madrid und 13 Zähler vor Dauerrivale Real.

fre/dpa/sid

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1. Alles gute Tito!
schmiedt 20.12.2012
Wünsche Dir eine schnelle und vollständige Genesung. Zeige uns weiter, welche tolle Vorstellung von Fußball Du auf die Spieler von Barça übertragen kannst. Immer kämpfen, niemals aufgeben!
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Speicheldrüsenkrebs
Parotistumor
Vor dem Ohr, in der Backe, liegt die größte Speicheldrüse des Menschen, im Fachjargon Parotis genannt. Sie ist der häufigste Ort für Speicheldrüsentumoren. Sowohl gutartige als auch bösartige Wucherungen wachsen meist, ohne dass die Betroffenen zunächst Schmerzen spüren.

Das erste Symptom, das Patienten auffällt, ist häufig eine Lähmung des Gesichtsnervs (Fazialis): Die Muskeln der betroffenen Gesichtshälfte erschlaffen. Die Patienten können die Stirn nicht mehr runzeln, das Auge unter Umständen nicht mehr vollständig schließen, der Mundwinkel hängt herab.

Der Großteil (70 bis 80 Prozent) der Parotistumoren ist gutartig, höchstens ein knappes Drittel bösartig. Gutartige Wucherungen können auch zu bösartigen entarten.
Behandlung
Die Tumoren müssen immer operiert werden, weil sich auch gutartige Wucherungen zu bösartigen entwickeln können. Die Operation ist wegen des Gesichtsnervs heikel: Er läuft mitten durch die Ohrspeicheldrüse - und sollte bei der Operation nicht verletzt werden. Die Parotis selbst wird normalerweise ganz entfernt, wenn der Tumor bösartig ist. Wächst der Krebs bereits in den Fazialis hinein, muss auch der Nerv entfernt werden. Folge ist unter anderem eine Gesichtslähmung.

Bei manchen Patienten ist die Operation damit noch nicht beendet: Unter Umständen müssen die Hals-Nasen-Ohren-Ärzte noch Lymphknoten am Hals entfernen. Bei dieser so genannten Neck Dissection werden auch einige Muskeln, Gefäße und Nerven am Hals und eine weitere Speicheldrüse entfernt. Zusätzlich zur Operation bekommen manche Patienten eine Chemotherapie oder werden bestrahlt.
Häufigkeit
Insgesamt gehören Speicheldrüsentumoren zu den seltenen Krebsarten. An sämtlichen Tumoren der Mundhöhle, zu denen der Parotistumor gehört, erkranken jährlich rund 13.000 Menschen in Deutschland neu. Beim Brustkrebs alleine sind es dagegen 72.000 Neuerkrankungen jährlich.
Prognose
Bei Krebs in Mundhöhle und Rachen liegt die Überlebensrate fünf Jahre nach der Diagnose bei 55 Prozent für Frauen und 47 Prozent für Männer (Zahlen von 2000 bis 2004). Die Prognose hängt unter anderem davon ab, ob der Tumor vollständig entfernt werden kann oder nicht. Speicheldrüsenkrebs hat eine vergleichsweise hohe Rezidivrate, das heißt die Tumoren neigen dazu, erneut aufzutreten.
Quellen