Spanien Barça und Bilbao müssen für Pfiffe gegen den König zahlen

Beim Pokalfinale in Barcelona pfiffen Zehntausende Katalanen und Basken den spanischen König Felipe VI. aus. Ein staatliches Gericht hat beide Vereine nun zu Geldstrafen verurteilt. Barça pocht auf Meinungsfreiheit - und kündigt Einspruch an.

Barça-Fans vor dem Pokalfinale: Der Klub spricht von einer ungerechten Strafe
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Barça-Fans vor dem Pokalfinale: Der Klub spricht von einer ungerechten Strafe


Wenn sich Basken und Katalanen treffen gibt es für königstreue Spanier meist wenig zu melden. Das musste Ende Mai auch König Felipe VI. selbst am eigenen Leib spüren. Vor dem Anpfiff des Pokalfinales zwischen Gastgeber FC Barcelona und Athletic Bilbao wurde der Monarch von Zehntausenden Untertanen ausgepfiffen. Auch die Nationalhymne ging im Nou Camp vor lauter Pfiffen fast völlig unter.

Nun müssen beide Vereine und der spanische Fußballverband die Konsequenzen tragen: Das staatliche Sportgericht hat den FC Barcelona zu einer Geldstrafe in Höhe von 66.000 Euro verurteilt, Athletic Bilbao muss 18.000 Euro zahlen. Der spanische Verband wurde als Ausrichter zu einer Strafe in Höhe von 123.000 Euro verurteilt.

Das Sportgericht sprach in seinem Urteil von einem "Verhalten, das zum Ziel hatte, durch intolerantes Verhalten ein Sportereignis in eine Bühne für politische Ansprüche zu verwandeln."

Spaniens Staatsekretär für Sport, Miguel Cardenal, begrüßte das Urteil. "Millionen Spanier sahen, wie sehr wichtige Symbole des Staats von Tausenden im Stadion angegriffen wurden. Es hätte alles unternommen werden müssen, um das zu verhindern", sagte der Politiker.

Bereits im Vorfeld des Endspiels hatte die Regierung einen Brief an beide Klubs und an den spanischen Verband (RFEF) geschickt und darin vor möglichen Sanktionen gewarnt. Barça und Bilbao standen sich schon 2009 und 2012 im Finale des Wettbewerbs gegenüber, der ausgerechnet Copa del Rey, Königspokal, heißt. Bei diesen beiden Spielen war es zu ähnlichen Vorfällen gekommen.

Der FC Barcelona, der das Finale 3:1 gewann, nannte die Strafe "ungerecht und inakzeptabel" und kündigte einen Einspruch an. Der Klub werde "die Meinungsfreiheit seiner Mitglieder und Fans verteidigen", hieß es in einer Erklärung: "Die Ereignisse im Nou Camp waren der Ausdruck eines Gefühls, sie waren nicht organisiert oder vom Klub gesteuert, aber der Klub respektiert diese vollauf."

syd/sid/Reuters

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