Real-Erfolg im "Clásico": Barcelona verliert auch gegen Madrids B-Elf

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Fotostrecke: Und plötzlich hagelte es Gelbe Karten Fotos
AP/dpa

Zwei Niederlagen in fünf Tagen: Real Madrid sorgt für miese Stimmung beim FC Barcelona. Nach dem deutlichen Sieg im Pokal-Halbfinale gewann das Team von Trainer José Mourinho jetzt auch in der Liga gegen den Tabellenführer. Dabei waren die Königlichen mit einer besseren B-Elf angetreten.

Für die Fans sind die Begegnungen zwischen den Erzrivalen Real Madrid und dem FC Barcelona die Höhepunkte der Saison. Das war zumindest José Mourinho (zunächst) herzlich egal. Der Real-Trainer schonte Stars wie Mesut Özil, Sami Khedira und Cristiano Ronaldo - wohl im Hinblick auf Reals Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League bei Manchester United am Dienstag (20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE).

Das Hinspiel endete 1:1. Zudem hatte Real ja bereits unter der Woche beim 3:1 im Pokal gezeigt, wie man den FC Barcelona schlägt. Angesichts von 14 Punkten Rückstand in der Meisterschaft kann man dann so ein Spiel auch mal entspannter angehen. Leicht und locker marschierte Real dann auch zur Führung. Sergio Ramos legte den Ball in der 6. Minute auf die linke Seite. Alvaro Morata umkurvte Dani Alves, flankte in die Mitte, wo Karim Benzema den Ball aus kurzer Distanz nur noch einschieben musste.

Danach entwickelte sich eine Art Freundschaftsspiel auf höherem Niveau. Beide Mannschaften zogen nicht wirklich durch, vom typischen "Clásico"-Kampf war nur wenig zu sehen. So dauerte es gut 20 Minuten bis zur zweiten Torszene - die gleichzeitig zum zweiten Tor des Spiels führte. Dani Alves schickte Barças Superstar Lionel Messi steil, der Argentinier schloss mit einem Linksschuss in die Torwartecke ab (18.). Keeper Diego López sah zumindest etwas unglücklich aus bei diesem vollendeten Solo des bis dahin besten Gäste-Spielers, der damit seinen 18. Treffer im "Clásico" erzielte - Rekord.

Keine einzige Gelbe Karte in der ersten Halbzeit

Nach dem Ausgleich wurden beide Mannschaften etwas bissiger. Messi hatte in der 32. Minute das 2:1 auf dem Fuß, vergab aber knapp. Für den größten Lacher sorgte dann Teamkollege David Villa, als er einen Volleyschuss - gedacht als Torversuch - von links an die rechte Eckfahne schoss (39.). Eine Minute später zielte Madrids Káká dann deutlich besser, aber immer noch nicht gut genug, so dass der Kopfball des Brasilianers nur im Außennetz landete. So endete die erste Hälfte des "Clásico", bei der es zum ersten Mal nach acht Jahren keine einzige Gelbe Karte gab.

Gleich zu Beginn der zweiten Hälfte dann Jubel in der Real-Kurve. Grund war allerdings nicht das 2:1 für die Gastgeber, sondern Cristiano Ronaldo. "CR7" erhob sich majestätisch von der Ersatzbank und trabte zum Warmmachen an die Außenlinie. Barcelona ließ sich davon nicht beeindrucken. Villa war in der 57. Minute über die linke Seite auf dem Weg zur Gästeführung, wurde aber von Raphaël Varane in letzter Sekunde abgegrätscht.

Direkt nach dieser Szene reagierte Mourinho, wechselte Khedira und Ronaldo ein. Der Portugiese prüfte Victor Valdés dann auch gleich mit einem gefährlichen Freistoß aus 28 Metern, den der Barça-Keeper allerdings wegfausten konnte. Das Spiel wurde zunehmend härter geführt, sah Mitte der zweiten Hälfte dann auch wieder etwas nach dem klassischen "Clásico" aus.

Wilde Szenen in der Schlussphase

Die Schlussphase hatte es dann auch in sich: Pepe, der etwas überraschend im defensiven Mittelfeld zum Einsatz kam, bediente Álvaro Morata eine Viertelstunde vor dem Abpfiff mit einem Außenrist-Pass, doch der 20 Jahre alte Stürmer scheiterte völlig frei stehend am herauslaufenden Valdés (76.). In der 82. Minute machte es Sergio Ramos besser, köpfte einen Eckball unhaltbar zum 2:1 ein. Ronaldo hätte sogar noch auf 3:1 erhöhen können, doch sein Freistoß aus 23 Metern klatschte gegen das Lattenkreuz (87.).

Dramatische Szenen dann in der Nachspielzeit. Ramos ließ im Strafraum das Bein gegen Adriano stehen, doch statt Elfmeter ließ der bis dahin sichere Schiedsrichter weiterlaufen. Eine klare Fehlentscheidung, die Andres Iniesta so wütend machte, dass er sich die Gelbe Karte wegen Meckerns abholte. Es war die neunte (!) Gelbe Karte im zweiten Durchgang.

Gar nicht mehr einkriegen wollte sich Barça-Torhüter Valdés. Der 31-Jährige bepöbelte den Schiedsrichter nach dem Schlusspfiff so lange, bis er erst die Gelbe Karte und dann glatt Rot bekam.

So endete der "Clásico" dann doch noch klassisch.

Real Madrid - FC Barcelona 2:1 (1:1)
1:0 Benzema (6.)
1:1 Messi (18.)
2:1 Ramos (82.)
Madrid: Diego López - Sergio Ramos, Varane, Pepe, Fábio Coentrão (68. Arbeloa) - Essien, Modric - Callejon, Kaká (58. Khedira), Morata - Benzema
Barcelona: Victor Valdés - Dani Alves, Piqué, Mascherano, Jordi Alba - Thiago Alcantara (85. Tello), Busquets, Iniesta - Pedro (77. Adriano), Messi, Villa (67. Sánchez)
Schiedsrichter: Pérez Lasa
Zuschauer: 80.000 (ausverkauft)
Rote Karte: Valdés wegen Schiedsrichterbeleidigung (90.+5)
Gelbe Karten: Ramos (6), Coentrão (2), Morata (2), Arbeloa (6) - Alba (3), Piqué (4), Alcantara (4), Alves, Iniesta (3)

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insgesamt 16 Beiträge
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    Seite 1    
1. Classico
mistaex 02.03.2013
Ziemlich langweiliger Classico. Real wollte nicht - Barca konnte nicht. Aber zumindest interessant zu sehen wie Barca sein Taktik von "wir rollen uns nach jedem Zweikampf mit den Händen vor dem Gesicht auf dem Boden rum" zu "wir treten dem Gegner bei jedem Zweikampf mit der Sohle auf's Sprunggelenk" geändert hat. Da soll noch mal einer sagen, Barca hätte keinen Plan B.
2. Ronaldo macht den Unterscheid
spon-facebook-10000002533 02.03.2013
als CR7 eingewechselt wurde, drehte Madrid richtig auf. Er ist, im Gegensatz zu Messi, ein Führungsspieler der die ganze Mannschaft mitreißen kann. Ronaldo ist zu 100% Real Madrid.
3.
traurigewelt 02.03.2013
Zitat von mistaexZiemlich langweiliger Classico. Real wollte nicht - Barca konnte nicht. Aber zumindest interessant zu sehen wie Barca sein Taktik von "wir rollen uns nach jedem Zweikampf mit den Händen vor dem Gesicht auf dem Boden rum" zu "wir treten dem Gegner bei jedem Zweikampf mit der Sohle auf's Sprunggelenk" geändert hat. Da soll noch mal einer sagen, Barca hätte keinen Plan B.
Du verwechselst da zeimlich was: Real Spielt die beiden von dir angesprochenen Taktiken. Bei Barca gibt es einen großen Roller: Alves.. Der Rest rennt schnell weiter. Die Madrilenen vor allem mit Essien und Pepe(Die ziemlich derbe reingehen) waren die Drama Queens des Spiels.
4. Das mit dem Elfer
española/madrileña 02.03.2013
war eine krasse Fehlentscheidung. Das muss selbst ich als Madrilenin zugeben ;). Werd mich aber nicht beschweren. Für einen Clásico ein bisschen ereignisarm, aber sonst ein ordentliches Spiel.
5.
mistaex 02.03.2013
Zitat von traurigeweltDu verwechselst da zeimlich was: Real Spielt die beiden von dir angesprochenen Taktiken. Bei Barca gibt es einen großen Roller: Alves.. Der Rest rennt schnell weiter. Die Madrilenen vor allem mit Essien und Pepe(Die ziemlich derbe reingehen) waren die Drama Queens des Spiels.
Real ist auch kein Kind von Traurigkeit, verkauft sich allerdings auch nicht als "Mes que un Club"-"Demütigster Klub aller Zeiten". Essien hat wohl einfach den Finger vom Gegenspieler ins Auge bekommen. War kein Foul vom Barcaspieler tat aber wohl trotzdem weh. Hat sich ja auch keiner beschwert oder Gelb gefordert oder so was. Pepe wurde beim ersten Mal von Alba (glaube ich) voll erwischt und beim zweiten Mal trifft ihn Alves wie erwähnt am Sprunggelenk. Ist nicht Drama Queen, ist einfach Foul und schmerzt auch. Barca rennt übrigens nur weiter, wenn es eh 4-0 für die steht. Ansonsten sind die die Ersten, die abheben. Hat sich allerdings gebessert. Ob es an Mou's permanent vorgetragenen "Verschwörungstheorien" oder an einem Gesinnungswandel liegt, man weiß es nicht. Aber nichts für ungut. Einfach den nächsten Classico mal nicht unter der Meinung "Real böse - Barca gut"-Prämisse schauen, und mal sehen, wie es auf dich wirkt.
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