Barças Pokal-Aus gegen Real: Prügel für Messi

Barcelona-Spieler Alves (vorne) und Messi: Niederlage in der Copa del Rey Zur Großansicht
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Barcelona-Spieler Alves (vorne) und Messi: Niederlage in der Copa del Rey

Beim FC Barcelona herrscht Ratlosigkeit: Erst die Niederlage in der Champions League, jetzt das Aus im spanischen Pokal gegen Erzrivale Real Madrid. Spanische Medien machen den Barça-Einbruch an Weltfußballer Messi fest, er stecke die ganze Mannschaft an.

Hamburg - Sie kamen im weißen Schwarm und ließen ihm, Lionel Messi, dem wohl besten Fußballer der Welt, keine Chance. Weder durch die Mitte noch über die Flügel oder aus Freistoßpositionen. Nicht einmal zu einer Vorlage reichte es gegen Real Madrid. Am Ende stand es im Halbfinal-Rückspiel des spanischen Pokals 3:1 (1:0) für den Rekordmeister, er warf den FC Barcelona aus dem Wettbewerb.

Von einer "Demütigung" ist nach diesem Pokalabend die Rede, vom "Ende einer Ära". Es habe ein Erdbeben im Camp Nou gegeben, das in die Geschichte eingehen werde, schreibt die spanische Zeitung "El País", Madrid habe einen FC Barcelona "verprügelt", der ein Schatten seiner selbst war, der "kapituliert" habe. Messi stecke mit seiner derzeitigen Erfolglosigkeit ganz Barcelona an, glaubt die eher Real nahe stehende "Marca" erkannt zu haben.

Was bei ihm, Messi, zurückbleibt, ist einen Tag nach dem Spiel ein fiebriger Infekt und: Ratlosigkeit. 48 Tore hat er in dieser Saison bereits geschossen, sogar den Rekord von Gerd Müller hat er eingestellt. Er mache doch derzeit nichts anders als sonst, wird Messi sich denken, und doch scheint gerade nichts mehr zu klappen. Womöglich liegt es aber genau daran - er macht nichts anders, wie sein ganzes Team nichts anders macht, seit Trainer Tito Vilanova wegen seiner Krebserkrankung die Geschicke des FC Barcelona nicht mehr vor Ort lenken kann.

"Wir haben eine bestimmte Philosophie, und wir können und dürfen sie nicht ändern. Wir wollen schnell spielen und schnell abschließen, aber wenn wir nicht bei 100 Prozent sind, geht es eben nicht", sagte Verteidiger Dani Alves nach dem Pokal-Aus.

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Sieg in Barcelona: Madrid erobert Camp Nou
In der Liga funktioniert diese unveränderte Spielweise nach wie vor, dort führt Barcelona mit 68 Punkten souverän vor Atlético Madrid (56 Punkte) und Real (52). Doch im Pokal und in der Champions League, das zeigte das 0:2 verlorene Hinspiel gegen den AC Mailand, hat die Mannschaft offensichtlich ein Problem.

Reals Trainer José Mourinho hatte sich ganz genau angeschaut, wie Milan Barça zuletzt schlagen konnte, und seine Mannschaft machte es nach: mit einer kompakten, tiefstehenden Abwehr, die sich so fest um den Angreifer schloss, dass nicht einmal Spielmacher Xavi oder Messi einen Ausweg wussten - obwohl Barça mit rund 62 Prozent Ballbesitz das Spiel weitgehend dominierte.

"Wir haben es nicht geschafft, sie zu kontrollieren, und zu viele Bälle verloren", sagte Cesc Fàbregas nach dem Spiel. "Es ist ein Tiefpunkt, aber von jetzt an kann es nur noch bergauf gehen."

In Madrid weiß man indes ziemlich genau, dass an diesem Abend nicht unbedingt die fußballerisch bessere Mannschaft gewonnen hat. "Wir haben nicht erwartet, dass es so läuft. Barcelona war sehr gut", sagte Doppeltorschütze Cristiano Ronaldo nach der Partie. "Es motiviert aber immer, dieses Team zu schlagen. Das hat uns eine Menge Selbstvertrauen für das wichtige Spiel in Manchester gegeben." Im Old Trafford tritt Real am kommenden Dienstag zum Achtelfinal-Rückspiel der Champions League an, das Hinspiel gegen ManUnited ging 1:1 aus.

Tatsächlich konzentriert man sich in Madrid nach der offensichtlichen Chancenlosigkeit im Meisterschaftskampf nun voll auf den Pokal und das internationale Geschäft. Club-Sprecher Emilio Butragueño sagte nach dem Sieg: "Ich hoffe, es war der Beginn eines Laufes, denn wir haben jetzt einige wichtige Spiele vor uns." Torwart Iker Casillas stimmte zu: "In der Liga sind wir nicht mehr richtig dabei, wir haben zu viele Punkte verloren. Deshalb müssen wir den Pokal und die Champions League als besondere Herausforderung annehmen."

Die nächste Herausforderung wartet allerdings schon am Samstag: In der Primera División bekommt es Madrid gleich wieder mit dem Messi-Team zu tun (16 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE). Und die Liga ist, nach wie vor, Barça-Hoheitsgebiet.

psk

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insgesamt 28 Beiträge
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1. ...?!
ckriddle 27.02.2013
Wenn man behauptet, Messi sei schuld an Barcas Niederlagen, verkehrt man meiner Meinung nach etwas die Zusammenhänge. Nicht Messi ist schuld, sondern das Problem ist die immer gleiche und relativ gut durchschaubare Spielweise des Teams und die Abhängigkeit von den Geistesblitzen Messis. Auf die Spielweise Barcas können sich inzwischen mehr und mehr Gegner einstellen, Messi wird weistesgehend aus dem Spiel genommen und wenn er nicht zu 100 Prozent fit ist, gelingen ihm eben nicht die genialen Momente, die Barcas Konzept aufgehen lassen. Schuld ist also nicht Messi, sondern die Strategie, die zu stark auf Messis Genialität basiert und damit zu stark von den individuellen Fähigkeiten eines einzelnen Spielers abhängt. Und da dieser offenbar auch mal nicht topfit ist (was bei einem Menschen ja mal vorkommen soll), fehlt die Durchschlagskraft und das Barca-Spiel verkommt weitgehend zu einem harmlosen Ballgeschiebe...
2.
CallaYa!com 27.02.2013
Wir haben das mal gebraucht. Hoffen wir, dass dieses Signal gezeigt hat, dass wir nicht unsterblich sind. Gruß aus Spanien.
3. Keiner behauptet Messi sei schuld!
pasteldenata 27.02.2013
Hier hat Ronaldo, einfach wieder demonstriert das er der bessere Spieler ist. Problem ist hier Real: Ronaldo 10/ Barça: Messi xavi iniesta 8 !! Messi hat die besseren Mitspieler. Wenn einer von denen nicht ganz fit ist. Dann haben die keine Chance. Die Philosophie und Strategie kennt ja mittlerweile jeder. Damit hat das nichts zu tun! Es ist nur schade das Messi immer wieder als bester Spieler gewählt wird, weil er in den Medien sympathischer rüber kommt als Ronaldo!
4. nicht die schuld von Messi
hinzkunz001 27.02.2013
1: hat Barca keinen Sturmtank der auch mal daziwchen geht im 16er 2: ist die abwehr zu alt, mit einem heber und schnellen leuten wie Ronaldo kann das locker ausspielen. 3: Messi alleine reicht nicht mehr, der wird konsequent gedeckt. Die Spanische Liga ist so schlecht das kaum echte gegner da sind ausser Real, darum klappt es auch in der CL nicht, in der gruppenphase kann man so spielen, wenn dann aber gute Teams kommen die etwas von Taktic und diziplin verstehen ist schluss. Was andere als mauer Fussball sehen sehe ich als taktische meisterleistung. Sioch den ball an der mitteliene oder kurz dahinter zuzuschieben ist keien Dominanz. AC Milan hatte mehr Torchance, mehr schuesse aufs Tor, da kann man nicht von mauern sprechen, und diesmal auch Real. Fussball entwickelt sich immer, und nun hat man eben ein mittel gegen Barca gefunden, das aber auch nur weil barca keinen echten Stuermer hat, mit Eto und Ibra wahren die brandgefaehrlich, denn da konnte man auch mal den Ball einfach in den 16er hauen, Eto oder Ibra wussten schon etwas damit anzufangen, wenn aber nur Messi die Tore schiesst dann ist das sehr begrenzt.
5. messi
ziegenzuechter 27.02.2013
ist ein guter spieler, was soll der quatsch?
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