160 Millionen Euro für Liverpool-Star Barcelona verpflichtet Philippe Coutinho

Philippe Coutinho wechselt vom FC Liverpool zum FC Barcelona. Beide Klubs haben den Deal bestätigt. Medien spekulieren über eine Ablöse von 160 Millionen Euro - nur Neymar war bislang teurer.

Philippe Coutinho
AFP

Philippe Coutinho


Es wäre der zweitteuerste Transfer der Fußballgeschichte: Trainer Jürgen Klopp verliert beim FC Liverpool einen seiner wichtigsten Spieler. Der Wechsel des brasilianischen Fußballprofis Philippe Coutinho zum FC Barcelona ist nahezu perfekt.

Beide Vereine seien sich einig geworden, erklärte der katalanische Klub. Der FC Liverpool teilte mit, dass er dem 25-Jährigen die Freigabe erteilt habe. Coutinho wird noch am Wochenende zum Medizincheck in Spanien erwartet.

Der Brasilianer soll einen Vertrag bis zum 30. Juni 2023 unterzeichnen. Die Ablösesumme wurde nicht bekanntgegeben. Laut britischen und spanischen Medien beträgt sie mindestens 120 Millionen Euro. Durch erfolgsabhängige Zahlungen könnte sie aber auf bis zu 160 Millionen Euro anstiegen.

Nur Neymar war bislang teurer

Lediglich Coutinhos Landsmann Neymar hatte bei seinem Wechsel von Barça zu Paris Saint-Germain mehr gekostet (222 Millionen Euro). Neymars Teamkollege Kylian Mbappé wird Coutinho aber höchstwahrscheinlich überholen. Der Franzose spielt derzeit auf Leihbasis in Paris, die festgeschriebene Ablösesumme beträgt 180 Millionen Euro. Barça teilte lediglich mit, die im Vertrag festzuschreibende Ablöse werde sich auf 400 Millionen Euro belaufen.

Trainer Jürgen Klopp wandte sich am Abend an die Liverpool-Fans. "Nur mit großem Widerwillen bereiten wir uns auf den Abschied von einem guten Freund, eines wunderbaren Menschen und fantastischen Spielers vor", wurde Klopp auf der Vereinswebsite zitiert.

"Es ist kein Geheimnis, dass Philippe diesen Wechsel schon seit Juli wollte." Der Coach versicherte den Anhängern, man habe "alles Mögliche" getan, um Coutinho von einem Verbleib in Anfield zu überzeugen. "Doch er ist sich in Bezug auf seine Zukunft zu 100 Prozent sicher." Liverpool kündigte umgehend an, jeden Fan, der ein Coutinho-Trikot der aktuellen Saison erworben hat, mit einem 50-Pfund-Gutschein (etwa 56 Euro) zu entschädigen.

Erst in der Vorwoche hatte Liverpool selbst 84 Millionen Euro in einen Zugang investiert und Virgil van Dijk vom FC Southampton verpflichtet.

Die Liste der teuersten Fußball-Transfers:

1. Neymar (Brasilien)
222 Millionen Euro, 2017 vom FC Barcelona zu Paris Saint-Germain
2. Philippe Coutinho (Brasilien)
160 Millionen Euro, 2018 vom FC Liverpool zum FC Barcelona
3. Ousmane Dembélé (Frankreich)
147 Millionen Euro (inkl. Boni), 2017 von Borussia Dortmund zum FC Barcelona
4. Paul Pogba (Frankreich)
105 Millionen Euro, 2016 von Juventus Turin zu Manchester United
5. Gareth Bale (Wales)
100,76 Millionen Euro, 2013 von Tottenham Hotspur zu Real Madrid
6. Romelu Lukaku (Belgien)
100 Millionen Euro, 2017 vom FC Everton zu Manchester United
7. Cristiano Ronaldo (Portugal)
94 Millionen Euro, 2009 von Manchester United zu Real Madrid
8. Gonzalo Higuaín (Argentinien)
90 Millionen Euro, 2016 vom SSC Neapel zu Juventus Turin
9. Neymar (Brasilien)
88,2 Millionen Euro, 2013 vom FC Santos zum FC Barcelona
10. Luis Suárez (Uruguay)
81 Millionen Euro, 2014 vom FC Liverpool zum FC Barcelona

chh/dpa/sid



insgesamt 13 Beiträge
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Prussia Culé 06.01.2018
1. Geldkarussel
Das ist mal wieder eine Menge Geld. Interessanter als der Preis ist aber wie sich Barcas Kader nun gestalten wird und wie Liverpool den Abgang kompensiert. Die Namen Riyad Mahrez, Thomas Lemar, Manuel Lanzini werden da in den Ring geworfen. Keine schlechten Optionen, vor allem da nun viel Geld da ist. Das wissen aber dann auch Leicester, Monaco und die West Ham. Billig wird ein Ersatz auch hier nicht. Ein schöner Geldkreislauf, der den Markt weiter aufbläht. Mal sehen wer die 300er Marke knackt. Valverde muss bei Barca nun Coutinho & auch Dembele - da lange verletzt - einbauen. Der "pragmatischen" Spielweise Barcas unter Valverde könnte dann wieder etwas mehr Kreativität inne wohnen, die derzeit eher wieder fast ausschließlich von Messi alleine ausgeht, wenn Iniesta nicht spielt. Rakitic spielt diese Saison zu unbeständig. Andre Gomes ist immer noch nicht angekommen und scheint sich nicht viel zuzutrauen. Rafinha schon lange verletzt und Sergi Roberto spielt leider immer noch Rechter Verteidiger statt im zentralen Mittelfeld. Barca muss auf jeden Fall den Kader ausdünnen. Mascherano, Turan, Deulofeu und Andre Gomes werden gehen müssen, auch wegen der hohen Gehälter dieser Spieler. Dazu vielleicht noch Rafinha. Der Coutinho-Transfer macht es aber auch den Spielern aus der eigenen Jugend wie Alena, Orio Busquets oder Arnaiz wieder schwerer in der 1. Mannschaft Fuß zu fassen. Schade, denn La Masia ist eine herausragende Ausbildungsstätte. Barcelona muss dahingehend auch aufpassen, dass durch solche Transfers und die Vernachlässigung der Jugendspieler in den vergangenen Jahren ihnen nicht doch treue Fans abhanden kommen.
Schorse3 06.01.2018
2. Witzlos
Man kann davon ausgehen, dass Verträge von etlichen Fußballern noch nicht einmal das Papier wert sind auf dem sie geschrieben wurden.
bobflag 06.01.2018
3.
Zitat von Schorse3Man kann davon ausgehen, dass Verträge von etlichen Fußballern noch nicht einmal das Papier wert sind auf dem sie geschrieben wurden.
Natürlich sind Verträge etwas Wert. In diesem Fall zwischen 120 und 160 Millionen Euro. Aber es kommt die Zeit, da werden Fussballer wie jeder andere Arbeitnehmer behandelt. Dann kündigt fristgerecht und wechselt Ablösefrei.
Drunken Masta 06.01.2018
4. Lustig
wenn man sich das so als Geldwelle ausgehend von Paris vorstellt. Barca, Dortmund, Liverpool, Southhampton.... und immer wird die Welle ein wenig kleiner, bleibt irgendwo was hängen und wird aufgeteilt. Gegen jede wirtschaftliche Vernunft sind solche Ablösen ohnehin, aber hey solang der Rubel rollt. Das Volk will Spiele! Und das nicht nur in Europa und nicht nur im Fußball.
Lagrange 07.01.2018
5.
das Schlimme ist, dass sich ein solcher Transfer in der heutigen Zeit sogar für Barca lohnt. Alleine die Trikotverkäufe und die mit der Verpflichtung verbundene steigerung des Marktwertes von Barca bringen das Geld wieder rein - zumindest wenn er nicht Flopt, was ich aber bei der Klasse des Spielers mir nicht vorstellen kann
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