Geisterspiel in Moskau Müller schießt Bayern zum Sieg gegen ZSKA

Kaum Zuschauer, noch weniger Tore: Der FC Bayern hat in der Champions League im zweiten Spiel den zweiten Sieg gefeiert. Beim Geisterspiel in Moskau reichte ein Elfmetertreffer durch Thomas Müller.

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Hamburg - "Heute muss ein Sieg her", hatte Bayern-Sportdirektor Matthias Sammer vor der Partie gefordert - und die Mannschaft gehorchte. Beim Geisterspiel in Moskau gewannen die Münchner 1:0 (1:0) gegen den russischen Meister ZSKA. Thomas Müller erzielte in der 22. Minute per Foulelfmeter den Treffer zum zweiten Erfolg in der Champions-League-Saison. Zum Auftakt hatte es im Heimspiel ein 1:0 gegen Manchester City gegeben.

In Moskau verzichtete Trainer Josep Guardiola auf Jérôme Boateng in der Startelf, der zuletzt Adduktorenproblemen hatte. Für den Weltmeister kam Zugang Medhi Benatia zu seinem dritten Einsatz im Trikot der Bayern. Mit Arjen Robben, Müller, Mario Götze und Robert Lewandowski war der deutsche Rekordmeister zudem sehr offensiv ausgerichtet - ganz im Gegensatz zum ZSKA.

Die Moskauer agierten extrem defensiv, spielten mit einer Fünfer-Abwehrkette und waren von der ersten Minute an nur auf Konter ausgerichtet. Entsprechend einseitig verlief die Anfangsphase, in der die Münchner mehr als 80 Prozent Ballbesitz hatten. Die ersten Abschlüsse von Mario Götze (9. Minute) und Arjen Robben (11.) führten allerdings noch nicht zum Erfolg.

Müller trifft vom Punkt, Musa vergibt Chance zum Ausgleich

Die Bayern taten sich schwer gegen die massive Abwehr der Moskauer. Erst eine diskutable Strafstoßentscheidung des schottischen Schiedsrichters William Collum führte zum 1:0. Mário Fernandes hatte Götze mit einer Grätsche auf der Strafraumgrenze zu Fall gebracht, Müller schoss den Ball trocken zur Führung unter die Latte.

Die Russen mussten ihre Taktik nun umstellen und wurden fortan offensiver: Der erste Schuss von Roman Emerenko strich noch knapp über das Tor von Manuel Neuer (25.), beim zweiten Versuch musste das Lattenkreuz für die Bayern retten (41.). Zudem vergab Ahmed Musa die beste Chance der Russen: Der Nigerianer ließ Benatia stehen, lief alleine auf Neuer zu, doch der Welttorhüter parierte stark. Der Nachschuss von Zoran Tosic aus aussichtsreicher Position flog deutlich drüber (37.).

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Moskau gegen Bayern: Fußball für Gespenster
Die Bayern verloren ihrerseits an Dominanz und waren vor der Pause nur noch durch einen Fernschuss von Müller (34.) und einen Konter gefährlich: Doch Robben, Lewandowski und Götze vertendelten die große Dreifach-Chance zur Vorentscheidung kurz vor der Pause (45.).

Nach dem Wechsel übernahmen die Bayern wieder die Kontrolle über die Partie, die erste Chance hatte aber erneut Moskau: Musa ließ Dante, Benatia und David Alaba schlecht aussehen, kam aber nicht zum Abschluss. (52.). Im Gegenzug spielte Götze einen Traumpass auf Lewandowski, doch der Schuss des Polen wurde im letzten Moment geblockt (53.).

Moskau auch in der Schlussphase nur selten offensiv

Mit Seydou Doumbia brachte ZSKA-Trainer Leonid Sluzki Mitte der zweiten Hälfte zwar einen weiteren Angreifer, doch spielerisch fehlten den Russen gegen den Champions-League-Sieger von 2001 und 2013 die Mittel. Auch die Münchner waren nicht mehr so zwingend in ihren Abschlüssen: Alaba (62.) und Götze (70.) scheiterten aus der Distanz.

Selbst in der Schlussphase machten die Gastgeber nur selten ernsthaft Anstalten, den Ausgleich zu erzielen. ZSKA blieb bei einer defensiven Taktik und war mit der knappen Niederlage offenbar zufrieden. Die Bayern kontrollierten die Partie bis zum Schlusspfiff, vergaben durch Müller (85.) und Xherdan Shaqiri (86.) noch zwei Chancen zum 2:0, feierten am Ende aber den erwünschten zweiten Sieg im zweiten Gruppenspiel.

ZSKA Moskau - Bayern München 0:1 (0:1)
0:1 Müller (22./Foulelfmeter)
Moskau: Akinfejew - Mario Fernandes, W. Beresuzki, Ignaschewitsch, Schennikow - A. Beresuzki - Tosic (78. Jefremow), Natcho (66. Doumbia), Milanow - Jeremenko - Musa
München: Neuer - Benatia, Dante, Alaba - Lahm, Alonso, Bernat - Robben (81. Rafinha), Müller, Götze (77. Shaqiri) - Lewandoski (90. Pizarro)
Schiedsrichter: Collum (Schottland)
Zuschauer: 200
Gelbe Karten: Eremenko / Lahm, Benatia
Ballbesitz in Prozent: 23 / 77
Passquote in Prozent: 67 / 90
Schüsse: 11 / 21
Torschüsse: 3 / 8
Gewonnene Zweikämpfe in Prozent: 52 / 48

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insgesamt 60 Beiträge
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Seite 1
Erich91 30.09.2014
1. Man kann feststellen
das der Trainer der Bayern nicht so ein Gott ist, als der er von vielen und auch von den Sky Leuten hingestellt wir. Wer innerhalb 90 min , mit der Auswahl a Spielern nicht in der Lage ist, das System umzustellen, anstatt gefühlte 500 mal die gleiche Spielsituation zu zelebrieren, ist für mich kein Übertrainer. Heynkes war da viel gewitzter.
moussa2010 30.09.2014
2. Haha lewa
73% Ballbesitz und 23 Torschüsse, trotzdem nur knapper Elfmeter sieg , mit einem Mandzuki? wäre das nicht passiert. Lewandowski war bis jetzt nicht der erhoffte Knipser wie es Mandzuki? einer war.
Erich91 30.09.2014
3. Einen Lewandowski ein ganzes Spiel auf dem Platz zu lassen
und dann ein solches System zu spielen, in dem er total übersehen wird, kann man nicht nachvollziehen.
nummer50 30.09.2014
4. Perfekter Start
Wow richtig guter Start in die CL Saison von den Münchnern. So kanns weitergehn, Achtelfinale wir kommen!
ambergris 30.09.2014
5.
Zuerst gehörte ZSKA bestraft für die extreme Passivität, daher ist der Sieg für Bayern durch das frühe Tor gerecht. Danach aber hätte man auch Bayern für ein extrem schlampiges Spiel bestrafen müssen. Naja, so ein bisschen erinnern sie mich an Spanien bei der EM 2012, ein routiniertes Team das sich mit einer Reihe von langweiligen 1:0-Spielen den Titel holt.
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