Bayern beim Telekom-Cup: "Unglaublich, wie stark die schon sind"

Aus Mönchengladbach berichtet

Überlegen hat der FC Bayern den ersten Härtetest vor der Saison absolviert. So souverän, dass Gladbachs Max Kruse und Trainer Lucien Favre ob der Frühform der Münchner ächzen. Der Coach prophezeit harte Zeiten für die Konkurrenz.

DPA

Kurz vor Beginn des Finales kam dann doch noch so etwas wie Fußball-Atmosphäre auf. Als die Stadionregie die Bayern-Hymne "Stern des Südens" spielte, pfiffen die Gladbacher Fans, die sich zuvor einigermaßen gleichgültig das bedächtige Dortmunder 1:0 gegen den HSV angeschaut hatten.

Als Belohnung sollten sie eine Halbzeit lang eine passable Leistung ihrer Mannschaft sehen - und einen Bayern-Sieg, der angesichts der erdrückenden Münchner Dominanz mit 5:1 ausgesprochen erträglich ausfiel. "Diese Bayern spielen schon hervorragend", ächzte Gladbach-Coach Lucien Favre. "Sie finden immer die Lücken zwischen den Linien und sind immer in Bewegung."

Sein Münchner Pendant Pep Guardiola sah sich nach all dem Lob, das auch aus den Journalistenfragen herausklang, genötigt, auf die Bremse zu treten. "Die Saison wird sehr lang, alles kann passieren. Auch der BVB, Mönchengladbach und Leverkusen sind große Vereine."

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Telekom-Cup: Spannung für siebzehn Minuten
Guardiola hatte seine Aufstellung im Vergleich zum Vortag nur auf vier Positionen verändert, eine vergleichsweise homöopathische Maßnahme des experimentierfreudigen Trainers. Thomas Müller, Arjen Robben, Diego Contento und Rafinha rückten in die Startelf, Philipp Lahm spielte dafür im rechten Mittelfeld.

Thiago Alcantara, der am Vortag ein starkes Debüt gegeben hatte, lief erneut von Beginn an auf, leistete sich diesmal drei, vier Leichtsinnsfehler im Passspiel, schoss aber prompt sein erstes Tor im neuen Dress - und das per Brust, mit der er eine Flanke von Jérôme Boateng im Fallen über die Linie drückte. Außerdem trafen Franck Ribéry (17.), Philipp Lahm (23.), Arjen Robben (41.) und Thomas Müller (60.) für eine Mannschaft, die beim Telekom-Cup mit der Borussia aus Mönchengladbach und dem HSV völlig souverän zwei Mannschaften im Griff hatte, die zumindest mit einem Auge auf den internationalen Wettbewerb schielen. Und das alles mit angezogener Handbremse.

Neun Tore in 120 Minuten

"Es ist schon unglaublich, wie stark die jetzt schon sind", sagte Gladbachs Max Kruse über die Bayern, die in 120 Minuten satte neun Tore geschossen haben - wenngleich gegen zwei Mannschaften, die doch erkennbar am Ende ihrer physischen Möglichkeiten waren.

Allerdings sollte man Milde mit den Spielern walten lassen. Zum einen hatten sie gerade erst die unbeliebtesten Wochen eines jeden Profis hinter sich gebracht, in denen die Konditionstrainer ein strenges Regiment führten. Und zum anderen herrschten am Sonntag noch am späten Nachmittag hochsommerliche Temperaturen.

Darunter litten auch die Zuschauer, die sich mit Stadionzeitungen Luft zufächelten und jede weitere Aktivität verweigerten. Meistens herrschte deshalb eine gespenstische Ruhe im Borussia-Park. Die wenigen angereisten Sympathisanten des HSV verbrachten allerdings einen vergleichsweise angenehmen Sonntag. Ihr Team verlor im Spiel um Platz drei nur 0:1 gegen den BVB, spielte dabei schwach - aber deutlich besser als am Vortag gegen die Bayern.

BVB-Coach Jürgen Klopp betonte derweil, er habe in beiden Spielen ein "ein paar Erkenntnisse gewinnen können." Und das, obwohl der Dortmunder Coach mit Jakub Blaszczykowski und den beiden Neuen Henrikh Mkhitaryan und Pierre-Emerick Aubameyang gleich drei Spieler ersetzen musste, die Tempo ins Dortmunder Spiel bringen (sollen).

So ließ er munter rochieren. Auf der Position des nach München gewechselten Mario Götze spielte gegen Gladbach zunächst Ilkay Gündogan und dann Marco Reus, gegen den HSV spielte Robert Lewandowski hinter Julian Schieber hängende Spitze. Zudem testete er Youngster wie Jonas Hofmann und Eric Durm, der an beiden Tagen als rechter Außenverteidiger randurfte. Hofmann, der im Sommer 2012 von Hoffenheim in die Dortmunder U 23 gewechselt war, spielte an beiden Tagen auffällig und schoss am Sonntag das 1:0.

Und wenn man sich vorstellt, dass beim Ligastart in drei Wochen wieder mehr Steil- statt Rückpässe gespielt werden, weniger Bälle verspringen und das Spieltempo merklich höher sein wird, stellt sich tatsächlich Vorfreude auf die neue Saison ein. Allein damit hätte das Gladbacher Sponsorenturnier dann auch eine wichtige Funktion erfüllt. Was in rund drei Wochen passieren dürfte, schwant Favre schon jetzt: "Es wird schwer für alle Mannschaften, gegen diese Münchner zu spielen. Es ist schwer zu gewinnen, wenn du nicht an den Ball kommst."

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insgesamt 168 Beiträge
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Inkognito 21.07.2013
Wer ist denn Julian Schuster im Dortmunder Kader? Schieber mag zwar mag zwar seine Defizite haben, aber das hat der Junge nicht verdient..
2. Julian Schuster?
krueger.felix 21.07.2013
Und ich dachte der SC Freiburg ist beim Trainingslager in Schruns...
3. optional
das_schwampel 21.07.2013
Bayern hat gegen Hamburg gewonnen, nicht gegen Dortmund..
4. optional...
watislos 21.07.2013
Zitat von das_schwampelBayern hat gegen Hamburg gewonnen, nicht gegen Dortmund..
Bayern hat spielerisch gegen Hamburg und Gladbach gewonnen... zwei Mannschaften gegen die der BVB sich eher gequält hat... gegen die eine sogar verloren.
5. Leider
ohracel 22.07.2013
So viel Kohle macht wirklich langsam Angst und langweilig. Wollte mir eigentlich Sky holen. Brauch ich ja nicht mehr. Der Sieger steht ja schon vorher fest.
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