FC Bayern Hitzfeld wirft Kahn aus dem Kader

Riesenärger beim FC Bayern München: Ottmar Hitzfeld hat Oliver Kahn für das kommende Bundesliga-Spiel suspendiert. Außerdem verdonnerte der Trainer seinen Torwart zu einer deftigen Geldstrafe.


München - Die Strafe ist hart: 25.000 Euro muss Oliver Kahn bezahlen, zudem wird er beim nächsten Bundesliga-Spiel am kommenden Samstag gegen Hertha BSC Berlin nicht im Tor stehen. Hitzfeld habe Kahn "aus disziplinarischen Gründen" aus dem Kader gestrichen, gab der Club heute in einer Presseerklärung bekannt. In Berlin wird die etatmäßige Nummer zwei Michael Rensing das Tor hüten.

"Ich bin nicht ganz so überrascht. Ich verstehe das. Disziplin ist oberstes Gebot", sagte Kahn . Kahn rechne damit, dass er in der kommenden Woche im Uefa-Cup gegen Aris Saloniki (19. Dezember) wieder spielen werde: "Es geht nur um das eine Spiel. Ich bereite mich voll auf Saloniki vor. Ich habe mit dem Trainer und mit dem Manager geredet. Es ist alles besprochen. Ich habe das akzeptiert." Zunächst drang nicht nach außen, was zur Suspendierung des ehemaligen Nationaltorhüters Kahn geführt hat. "Das ist in der Kabine zustande gekommen. Deshalb werde ich das nicht nach außen tragen", sagte Nationalspieler Philipp Lahm.

Kahn hatte gestern seine Mitspieler scharf angegriffen. "Vielleicht müssen wir uns da überprüfen, ob wir nicht ein bisschen mehr Leidenschaften und Willen an den Tag legen. Nur mit ein bisschen Fußballspielen allein ist es nicht getan. Das wollen wir anscheinend nicht verstehen", hatte der Torhüter im "kicker" gesagt. Und weiter: "Eine Rolle spielt auch: Dieser Verein platzt in dieser Saison fast, so viel Druck wird aufgebürdet wegen der Investitionen und der Pflicht, Meister werden zu müssen."

Die Bayern hatten sich am vergangenen Samstag nach einer peinlichen Vorstellung nur 0:0 vom Abstiegskandidaten MSV Duisburg getrennt.

Vor allem hatte Kahn in dem Interview gegen die vor der Saison für viel Geld nach München geholten Offensivstars Franck Ribéry und Stürmerstar Luca Toni geschossen: "Es wird in jedem Spiel ein Stück weniger. Es reicht nicht, gut loszulegen. Du musst die ganze Saison konstant hohes Niveau zeigen", sagte der Kapitän: "Da muss sich der eine oder andere noch zurechtfinden, dass hier zwei, drei gute Spiele nicht reichen. Bayern ist nicht Marseille oder Florenz, sondern wie Milan, Real, Barca, ManU."

Heute erklärte Kahn: "Ich habe das alles ja gar nicht so negativ gemeint. Ich wollte nur dem einen oder anderen Anregung geben. Ich werde mich in Zukunft mit öffentlichen Äußerungen auch mehr zurückhalten."

Laut "Welt" soll der 38-Jährige die Weihnachtsfeier der Mannschaft am Samstag zu früh verlassen und sich dadurch den Unmut von Manager Uli Hoeneß zugezogen haben. Noch vor dem Training am heutigen Morgen waren Hoeneß und Hitzfeld in die Spielerkabine gegangen und hatten Kahn die Suspendierung mitgeteilt. Bei der anschließenden Übungseinheit soll Kahn, der nach der Saison seine Laufbahn beendet, einen "psychisch angeschlagenen Eindruck" gemacht haben, berichtet das Blatt.

pav/fsc/sid

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