Anklage in Steueraffäre: Hoeneß kann auf Bewährung hoffen
Bayern-Präsident Uli Hoeneß kommt in der Steueraffäre möglicherweise mit einer milden Strafe davon. Nach SPIEGEL-Informationen scheint die Staatsanwaltschaft München eine zweijährige Haftstrafe auf Bewährung beantragen zu wollen. Die Verhandlung könnte schon im September beginnen.
Hamburg - Das Ermittlungsverfahren gegen Uli Hoeneß wegen Steuerhinterziehung in Millionenhöhe steht unmittelbar vor dem Abschluss. Noch im August will die Staatsanwaltschaft München II Anklage gegen den Präsidenten des FC Bayern erheben. Bei dem Prozess, der möglicherweise schon im September beginnen soll, kann Hoeneß auf ein mildes Urteil hoffen. Nach Informationen des SPIEGEL scheint die Staatsanwaltschaft eine Verurteilung zu zwei Jahren Haft auf Bewährung beantragen zu wollen. Zudem solle der Aufsichtsratsvorsitzende der FC Bayern München AG eine Geldstrafe von 720 Tagessätzen zahlen, was einer weiteren Freiheitsstrafe von zwei Jahren entspricht.
In der Münchner Justiz bemüht man offenbar eine Vorschrift des Strafgesetzbuches, die es dem Gericht erlaubt, diese Geldstrafe bei der Bewährung auszuklammern. Denn bei einer Gesamtstrafe von mehr als zwei Jahren ist eine Bewährung ausgeschlossen.
Grund: Verjährung
Die angestrebte Milde für Hoeneß erklärt sich auch dadurch, dass wohl nur ein Teil seines Steuervergehens als strafbar gewertet wird: So soll die Hinterziehung von gut 2,3 Millionen der insgesamt rund 3,2 Millionen Euro geschuldeten Steuern angeblich verjährt sein, weil die entsprechende Steuerschuld länger als fünf Jahre zurückliege.
Der strafrechtlich relevante Anteil betrüge dann nur knapp 900.000 Euro. Damit läge Hoeneß' Vergehen unterhalb einer brisanten Grenze: Der Bundesgerichtshof hatte Anfang 2012 bekräftigt, dass bei Steuerhinterziehung über einer Million Euro keine Bewährungsstrafe mehr möglich sein soll.
Hoeneß hatte am 12. Januar bei den Finanzbehörden eine Selbstanzeige eingereicht. Er gab zu, Kapitalerträge auf einem Depotkonto bei der Züricher Privatbank Vontobel nicht versteuert zu haben. Auf diesem Konto lagerten über mehrere Jahre bis zu 20 Millionen Euro für Aktien- und Devisengeschäfte. Die Staatsanwaltschaft München II leitete ein Ermittlungsverfahren gegen Hoeneß ein. Die Selbstanzeige war unzureichend.
Im März wurde seine Villa am Tegernsee durchsucht, dabei präsentierten die Ermittler einen Haftbefehl. Dieser wurde ausgesetzt, weil Hoeneß mehrere Millionen Euro Kaution zahlte. Derzeit gilt als wahrscheinlich, dass der Fall vor einem Schöffengericht verhandelt wird. Prozessort wäre dann nicht das Landgericht München II, sondern das für Steuerstrafsachen zuständige Amtsgericht.
- Jetzt hier anmelden.
Die neue Ausgabe des Digitalen SPIEGEL können Sie ab Samstag um 8 Uhr herunterladen.- Hier kommen Sie zum Digitalen SPIEGEL.
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH
| Die bisherigen Triple-Sieger |
| Mit Europapokal der Landesmeister |
| 1967 Celtic Glasgow |
| 1972 Ajax Amsterdam |
| 1988 PSV Eindhoven |
| Mit Champions League |
| 1999 Manchester United |
| 2009 FC Barcelona |
| 2010 Inter Mailand |
| 2013 FC Bayern München |
MEHR AUS DEM RESSORT SPORT
-
App
Fußball-App: Die SPIEGEL-ONLINE-App für iPhones bietet aktuelle News, Echtzeit-Statistiken, Liveticker und Toralarm -
9 mal klug
Fußball-Fachwissen: Sie wollen mitreden? 9 mal klug macht Sie schlau! Hier gibt es vergessene Fußball-Anekdoten und unbekannte Fakten -
Tippspiel
Tippspiel: Bundesligen, Champions League, Europapokal - machen Sie mit und gewinnen Sie tolle Preise. -
Live-Kalender
Ergebnis-Tool: Wann steigt was? Alle Events und Resultate im Überblick, vom Tennis über Basketball bis zum Wintersport -
Warm-up
Formel 1: Motor an, Ampel aus, los geht's: Alles Wissenswerte über die Rennen. Anekdoten, Fakten, Statistiken, mal lustig, mal kurios, immer informativ.
