FC Bayern im Trainingslager: Im Angriff wird's eng

Aus Arco berichtet Sebastian Winter

Getty Images

Mario Götze ist da, Claudio Pizarro bleibt, Mario Gomez wird wohl gehen: Die Rotation im Sturm hat bei den Bayern am Gardasee längst begonnen. Und die Konkurrenz ist groß, immerhin acht Spieler buhlen um nur vier Plätze.

Wieder war die Zuschauertribüne fast voll am Freitagmorgen vor dem Sportplatz in Arco, dem Trainingsort des FC Bayern. Bastian Schweinsteiger erhielt den üblichen Szenenapplaus, als er Richtung Nebenplatz lief, um sein Aufbautraining fortzuführen. Die meisten anderen Profis versuchten sich an zwei Übungen, die Trainer Pep Guardiola unablässig wiederholen ließ.

Die erste funktionierte so: Neun Spieler bewegen sich auf engstem Raum, sieben von ihnen spielen sich möglichst schnelle, kurze Pässe zu. Die anderen beiden versuchen, das Direktpassspiel zu unterbinden. Claudio Pizarro bemängelte später augenzwinkernd: "Für mich ist das schwierig, weil ich den Ball nicht mit der Hacke spielen darf. Wer das macht, muss in die Mitte."

Konzentration war auch bei der zweiten Übung gefragt: Umschalten von der Defensive in die Offensive nach Eckbällen vor dem eigenen Tor. Guardiola gestikulierte wild herum und unterbrach die Einheit oft, um den Spielern seine Vorstellungen mitzuteilen. Er wollte blitzartige, schnelle Angriffe aus dieser Situation heraus sehen, wie man sie vom FC Barcelona kennt.

Es ist spannend, wie sich auch in dieser Hinsicht die Offensivkräfte der Bayern nun formieren - weil die Konkurrenz auf diesen Positionen durch den Zugang Mario Götze noch größer geworden ist.

Pizarro wird geschätzt - nicht nur als Schafkopf-Partner

Für vier Positionen, zwei im Zentrum, zwei auf den Flügeln hat Guardiola acht Spieler zur Verfügung. Den wechselwilligen Mario Gomez nicht mitgerechnet. Neben Pizarro und Götze sind das Franck Ribéry, mit dem Guardiola viel experimentiert, Thomas Müller, Toni Kroos, Arjen Robben, Mario Mandzukic und Xherdan Shaqiri. Sie alle drängen in die Stammformation. Dort eine geeignete Rotation und die passende Position für jeden Profi zu finden, könnte für Guardiola noch zu einem der größten Probleme werden.

Pizarro wirkt dabei sehr entspannt, der 34-Jährige hat seinen Vertrag erst diese Woche um ein Jahr verlängert. Neben Kapitän Philipp Lahm war der Peruaner der erste Spieler, den die Bayern zum Pressegespräch schickten. "Sie haben gesagt, sie werden mich nicht einfach so gehen lassen", sagte Pizarro dort. Er meinte seine Kartenspielpartner. Lahm konnte diese Aussage nur bestätigen: "Ich habe mich ganz besonders gefreut mit Thomas Müller und Manuel Neuer, denn er würde uns sonst beim Schafkopfen fehlen."

Und auch Pep Guardiola, der immer wieder auffallend lange mit Pizarro spricht, hätte sich mit einem Weggang des Angreifers wohl nicht anfreunden können. Er schätzt ihn, zum einen als Übersetzer, aber auch als Spielertypen: den flinken, trickreichen, zum Tor drängenden Stürmer.

Gomez trainiert weiter professionell

Pizarros Noch-Konkurrent Gomez absolviert bisher ebenfalls alle Übungen. Es wirkt "professionell", so Guardiola, aber nicht sonderlich leidenschaftlich. Gomez ist der einzige wertvolle Spieler im Kader, der momentan vor dem Absprung steht. Auch wenn sein Wechsel zu Florenz vorerst nicht zustande gekommen ist, was seinen Marktwert sicher nicht gesteigert hat. Kapitän Lahm lobte Gomez als "absoluten Top-Stürmer, wir wissen, wie wertvoll er für die Mannschaft war in den letzten Jahren". Aber Lahm sagte auch: "Spieler entscheiden sich manchmal auch für andere Dinge." Das kann als Andeutung gewertet werden, dass Gomez im Club keine Zukunft hat.

Mario Götze machte am Freitagmorgen nach seinem Muskelbündelriss auf dem Fahrradergometer Aufbautraining. Er ist gerade frisch dazugekommen und für Guardiola ein Spieler der Zukunft, einer, der Räume aufreißt und nutzt auf dem Weg zum gegnerischen Tor. Das Trainingsspiel gegen die Fanauswahl am Freitagabend kommt für ihn noch zu früh - und für Gomez zu spät. Auf die Frage, ob sein abwanderungswilliger Stürmer spiele, sagte Guardiola nur: "Vielleicht."

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insgesamt 22 Beiträge
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1. ja ja
Stabhalter 05.07.2013
Zitat von sysopGetty ImagesMario Götze ist da, Claudio Pizarro bleibt, Mario Gomez wird wohl gehen: Die Rotation im Sturm hat bei den Bayern am Gardasee längst begonnen. Und die Konkurrenz ist groß, immerhin acht Spieler buhlen um nur vier Plätze. http://www.spiegel.de/sport/fussball/fc-bayern-im-trainingslager-konkurrenzkampf-im-angriff-a-909692.html
morgen Leute wird beim FCB was geben,hurra die Bayern heben ab und das ohne Super Mario,ho ho ho
2. Hofberichterstattung
gkox 05.07.2013
Bayern, Bayern, Bayern, das nervt!!!
3. Sommerloch halt
to5824bo 05.07.2013
Zitat von gkoxBayern, Bayern, Bayern, das nervt!!!
Sagen wir mal so: das Sommerloch nervt. Aber schauen Sie mal in die rechte Spalte unter "Kicker TV". Da findet sich auch ein BVB-Video über deren Trainingslager in Österreich inkl. Stellungnahmen von Susi, Kloppo und Aki. Was will man mehr? ;-) Dortmund verpflichtet Aubameyang -Video - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/video/dortmund-verpflichtet-aubameyang-video-1282169.html#oas.videobelegung=news)
4. Wie laecherlich,
Hank Hill 05.07.2013
Schweinsteiger erhaelt Applaus weil er zum Aufbautraining laeuft, dumm und duemmer. LOL
5. mal abwarten
frankubags 05.07.2013
Erst mal 5 Runden Bundesligs und ein wenig CL, dann spielen Ribery, Müller, Robben und Mand... wieder. Wie letztes Jahr. Wetten das?
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