Champions League Alles, was Sie zu Bayern gegen Juventus wissen müssen

Der Gewinn der Champions League ist das letzte große Ziel von Trainer Josep Guardiola bei Bayern München. Doch schon im Achtelfinale könnte Schluss sein.

Paul Pogba, Thomas Müller (vorn)
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Paul Pogba, Thomas Müller (vorn)


Der FC Bayern steht um 20.45 Uhr im Achtelfinal-Rückspiel gegen Juventus Turin vor der bislang größten Aufgabe der Saison (Verfolgen Sie die Partie im Highliveticker bei SPIEGEL ONLINE). Der Titel in der Champions League fehlt Josep Guardiola noch mit den Münchnern, seine Zeit in Deutschland wird vor allem am Abschneiden in diesem Wettbewerb gemessen. "Ich akzeptiere die Rolle, ich akzeptiere den Druck", sagt der Bayern-Trainer.

Ausgangslage: Nach dem 2:2 vor drei Wochen in Turin sind die Bayern Favorit. Noch dazu im eigenen Stadion, in dem sie die vergangenen neun Königsklassenpartien gewinnen konnten. "Wir wissen, wie stark wir zu Hause sind", sagt Kapitän Philipp Lahm. Neben einem Sieg würde auch ein 0:0 oder 1:1 zum Weiterkommen reichen. Aber auf Rechenspiele wollen sich die Bayern nicht einlassen. "Wir spielen immer, um zu gewinnen, um Tore zu schießen", sagte Franck Ribéry.

Das sagen die Trainer: "Juventus ist Juventus - mit seinem ganz eigenen Spirit", so Josep Guardiola: "Ich kenne die italienische Mentalität, mit dieser Mentalität haben sie so viele Titel gewonnen. Das Team ist in der Lage, sich mit zehn Mann hinter den Ball zu stellen, absolut fokussiert und konzentriert. Ich mag diesen Stil zwar nicht, aber er beeindruckt mich sehr. Wir müssen wirklich unser Bestes abrufen, um diese Partie zu gewinnen. Wir freuen uns alle schon sehr auf dieses Finale." Sei Gegenüber bei Turin, Massimiliano Allegri, fordert von seiner Mannschaft nicht weniger als ein perfektes Spiel: "Wenn wir das nicht schaffen, wird es sehr schwierig. Es ist möglich, dass die Bayern Juventus unterschätzen werden. Aber daran glaube ich nicht, sie haben sehr viel Respekt vor uns, so wie wir Respekt vor ihnen haben. Wir müssen extrem aufpassen und versuchen, morgen das bessere Team zu sein. So einfach ist das."

Verletzte: Bis zuletzt hofften die Bayern auf die Genesung von Arjen Robben, doch der Niederländer konnte seine Erkältung nicht auskurieren und fällt aus. In der Abwehr fehlen die Langzeitverletzten Jérôme Boateng, Holger Badstuber und Javier Martínez. Bei den Turinern sieht es allerdings noch schlechter aus, Abwehrchef Giorgio Chiellini, sein Nebenmann Martin Cáceres, Torjäger Paulo Dybala und Mittelfeldstratege Claudio Marchisio fallen aus. Neben dem deutschen Weltmeister Sami Khedira dürfte auch der zuletzt stark spielende, aber leicht angeschlagene Ex-Münchner Mario Mandzukic dabei sein.

Form: Die Münchner haben sich am Wochenende beim 5:0 gegen Bremen warmgeschossen. Nach einem 0:0 gegen Dortmund, der 1:2-Niederlage gegen Mainz, einem soliden 2:0 gegen Wolfsburg und dem 2:2 im Hinspiel gegen Juventus also mal wieder ein Torfestival. Besonders in der Champions League haben die Bayern in dieser Saison geglänzt und 21 Tore in den bisher sieben Königsklassen-Partien erzielt, also genau drei Treffer im Schnitt. Mehr als die Hälfte gehen auf das Konto von Robert Lewandowski (7) und Thomas Müller (6). Juventus hat seit dem Unentschieden gegen München alle Spiele in Pokal und Liga gewonnen, tat sich allerdings dabei jeweils recht schwer. Am Wochenende gegen Sassuolo Calcio traf der nun verletzte Paulo Dybala zum Tor des Tages. In der Tabelle führt Turin noch mit drei Punkten vor dem SSC Neapel.

Direkter Vergleich: Juventus konnte gegen Bayern seit November 2005 nicht mehr gewinnen. Damals siegten die Italiener 2:1. Allerdings kamen sie in sechs von sieben K.o.-Duellen im Europapokal weiter, wenn sie zunächst im Heimspiel unentschieden gespielt hatten.

Taktik: Es dürfte so kommen wie in Turin. Bayern attackiert und diktiert das Geschehen auf dem Rasen. Mit "60, 70 Prozent Ballbesitz" für Bayern rechnet Juve-Coach Allegri. Die Turiner dürften sich wieder weit zurückziehen und auf Fehler und Konter lauern, auch wenn die Italiener mindestens ein Tor erzielen müssen. "Juventus kann auf die eine Chance warten", sagte Torjäger Robert Lewandowski. In der Offensive hat Guardiola erstmals seit langem ein Luxusproblem. Vier prominenten Profis droht gegen Juve die Ersatzbank. "Ich liebe meinen Beruf, aber ich hasse diese Situationen", sagte der Trainer über die harten Entscheidungen, die ihm bevorstehen. Seiner Mannschaft hat er einen Angriffsplan verordnet: "Wir wollen sofort attackieren und so schnell wie möglich ein Tor machen", sagt Franck Ribéry.

Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

München: Neuer - Lahm, Kimmich, Benatia, Alaba - Vidal - Robben (Ribéry), Müller, Thiago, Costa - Lewandowski
Turin: Buffon - Lichtsteiner, Barzagli, Bonucci, Evra - Khedira, Sturaro - Cuadrado, Pogba - Mandzukic, Morata
Schiedsrichter: Jonas Eriksson (Schweden)

luk

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