Sieg in Bochum FC Bayern zieht ins Pokalhalbfinale ein

3:0-Sieg gegen Bochum im Pokal - doch die Bayern taten sich viel schwerer, als das Ergebnis vermuten lässt. Erst ein Platzverweis machte den Weg ins Halbfinale frei.

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Nach Werder Bremen, Borussia Dortmund und Hertha BSC ist auch der FC Bayern München ins Halbfinale des DFB-Pokals eingezogen. Der Favorit gewann beim Zweitligisten VfL Bochum trotz Anlaufschwierigkeiten 3:0 (1:0), die Tore erzielten Robert Lewandowski (39./90.) und Thiago (61.).

Bayern-Trainer Josep Guardiola hatte seine Mannschaft nach dem torlosen Remis bei Bayer Leverkusen auf zwei Positionen geändert. Arturo Vidal und Kingsley Coman saßen auf der Ersatzbank, dafür begannen Thiago und Thomas Müller. Die Bayern brauchten aber eine halbe Stunde, bis sie im strömenden Regen von Bochum ins Spiel fanden.

Ganz anders der VfL: Die von Trainer Gertjan Verbeek völlig anders als im Ligaalltag eingestellten Gastgeber störten früh und schalteten sehr schnell um. Die ansonsten auf Ballbesitz setzenden Bochumer spielten zwischenzeitlich fast jeden zweiten Pass lang, was die Abwehr-Dreierkette der Bayern mit David Alaba, Holger Badstuber und Joshua Kimmich einige Male vor Probleme stellte.

Die beste Chance des ersten Durchgangs für den VfL vergab Torjäger Simon Terodde, als er von der rechten Seite in den Strafraum zog, das Tor mit einem Schlenzer aber knapp verfehlte (8.).

Nicht der Tag des Thomas Müller

Müller köpfte die erste Bayern-Gelegenheit noch deutlich vorbei (23.), beim Führungstor war der 26-Jährige dann aber beteiligt. Nach einem Ballverlust der Bochumer in der Vorwärtsbewegung marschierte Lewandowski die rechte Seite entlang, suchte im Zentrum Müller und bekam den Ball zurück in den Lauf gelegt. Bochums Abwehrspieler konzentrierten sich auf Müller und so konnte Lewandowski freistehend mit Hilfe des Innenpfostens zur glücklichen Führung einschieben.

Zu diesem Zeitpunkt hatte Verbeek bereits das erste Mal wechseln müssen. Für den mit Sehproblemen kämpfenden Timo Perthel kam Routinier Jan Simunek (29.) - allerdings nur für 14 Minuten. Der Tscheche foulte seinen Gegenspieler Arjen Robben beim kreuzen an der Strafraumgrenze. Die Elfmeter-Entscheidung von Schiedsrichter Bastian Dankert war richtig (43.), die Rote Karte für Simunek allerdings sehr hart.

Müller trat zum Elfmeter an, schoss aber halbhoch und unplatziert ins rechte Eck und so konnte Torhüter Manuel Riemann parieren. Müller verpasste somit die endgültige Entscheidung - aber in Unterzahl war es für den VfL in der zweiten Halbzeit ein extrem schwieriges Unterfangen.

Bochum zu zehnt ohne Chance

Tatsächlich spielte nach der Pause nur noch eine Mannschaft. Die Bayern drängten auf den zweiten Treffer, Bochum stand tief in der eigenen Hälfte und musste einige Gelegenheiten über sich ergehen lassen. Robben traf freistehend vor Riemann den Ball nicht richtig (49.), Kimmich köpfte vorbei (53.). Thiago war es dann, der nach Vorarbeit von Müller zum 0:2 traf.

Der VfL konnte in der Folge froh sein, nicht noch höher in Rückstand geraten zu sein. Müller schoss freistehend aus zentraler Position Riemann an (64.) und Douglas Costa löffelte den Ball aus fünf Metern über das leere Tor (68.).

Mit Peniel Mlapa für Terodde brachte Verbeek zwar noch einen Konterstürmer (64.), aber am Spielverlauf änderte das nichts. Bayern dominierte, Bochum verteidigte und es kam nicht zu den vom Trainer erhofften Umschaltsituationen. Lewandowski erzielte stattdessen nach Robben-Pass seinen zweiten Treffer. Die Münchner stehen zum siebten Mal in Folge im Pokalhalbfinale und können weiter vom Triple träumen.

VfL Bochum - Bayern München 0:3 (0:1)
0:1 Lewandowski (39.)
0:2 Thiago (61.)
0:3 Lewandowski (90.)
Bochum: Riemann - Celozzi, Fabian, Bastians, Perthel (29. Simunek) - Losilla, Hoogland - Bulut, Eisfeld (46. Cacutalua), Haberer - Terodde (65. Mlapa).
München: Neuer - Lahm (75. Bernat), Kimmich, Badstuber (80. Vidal), Alaba - Alonso (64. Rafinha) - Robben, Thomas Müller, Thiago, Costa - Lewandowski.
Schiedsrichter: Dankert
Zuschauer: 28.000 (ausverkauft)
Rote Karte: Simunek nach einer Notbremse (43.)
Gelbe Karte: Fabian (2) -
Besonderes Vorkommnis: Riemann hält Foulelfmeter von Thomas Müller (44.)

krä

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insgesamt 40 Beiträge
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Seite 1
susa_pilar 10.02.2016
1. ...nicht der Tag des T. Müller?
Häh? Anderes Spiel gesehen? Bochum klar besser, 2 gute Chancen, dann Müller zwei Vorlagen, zwei Tore!? Sorry, mM.
emcsquared 10.02.2016
2. tja...
Warum die Schiris Robben das immer so durchgehen lassen, dass er sich bei nem leichten Kontakt fallen lässt, als wäre er grade hinterrücks erstochen worden, kann ich nicht nachvollziehen. Den Kontakt kann man dann pfeifen wenn der Stürmer sich auch situationsgerecht verhält. So würde ich konsequent weiterspielen lassen. Nach der Roten war es natürlich viel zu einfach für Bayern.
Bueckstueck 10.02.2016
3. Machts doch nicht so wie die ARD...
... und redet Bochum (vorallem vorher) viel stärker als es war. Es war nämlich wie es immer war, wenn eine Mannschaft versucht es den Bayern schwer zu machen: Sie müssen rennen, kämpfen, kratzen, beissen und dann geht die Luft irgendwann aus und die Tore fallen. Der Elfer war übrigens berechtigt. Erst tritt er Robben auf den Fuss und hakelt gleich noch ein. Blöd halt, das Robben dann wieder etwas theatralisch hinfällt, da geifert der Mob gleich wieder was von Schwalbe - auch wenns keine war. Die rote Karte ist halt leider dieser dummen Regel geschuldet, aber Müller hat immerhin verschossen. Hätte aber auch nichts an der Niederlage geändert wenns keinen Platzverweis gegeben hätte, siehe Begründung oben.
dasistdasende 10.02.2016
4. Selbst Reporter fallen auf Robben rein
Naja, nicht verwunderlich. Anstatt Gelb-Rot für Robben für einen Schlag ins Gesicht und Schwalbe gabs halt Elfmeter für Bayern, Rote Karte und einen Verletzten für Bochum. So kann man ein Spiel auch entscheiden. Schade für den Fussball und für die Bochumer welche sich gut geschlagen haben.
wurscht7 10.02.2016
5. Leider.
Bitter für Bochum. Tapfer gekämpft, aber leider erst Robbens Finger im Auge und dann auch noch der obligatorische geschenkte Elfmeter. Mit 22 Spielern wäre das noch sehr spannend geworden. Sehr schade.
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