Krise beim FC Bayern Hoeneß will sehen, "wer zu gebrauchen ist und wer nicht"

Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß hat sich erneut zum Zustand des Rekordmeisters geäußert. Die Spieler stünden in den kommenden Monaten "unter Druck".

Bayerns Spieler nach der Niederlage in Dortmund
DPA

Bayerns Spieler nach der Niederlage in Dortmund


Die Profis des FC Bayern München spielen vorerst auf Bewährung. "Man muss den Spielern schon sagen, dass sie die nächsten drei, vier Monate unter Druck sind", sagte Vereinspräsident Uli Hoeneß dem Fußballmagazin "kicker". Dann müsse man sehen, "wer zu gebrauchen ist und wer nicht". Diese Eindrücke würden den geplanten Umbruch beeinflussen: "Es kommt darauf an, wie sie spielen."

Hoeneß wiederholte seine grundsätzliche Absicht, im kommenden Sommer den Umbruch voranzutreiben. Der FC Bayern werde "da viel machen", sagte der 66-Jährige. Bereits am Sonntag hatte der Bayern-Boss angekündigt: "Wir werden nächstes Jahr, wenn der zweite Schritt des Umbruchs kommt, sicherlich das Mannschaftsgesicht ziemlich verändern."

Für die Winterpause hatte Hoeneß trotz der angespannten Personalsituation Verpflichtungen ausgeschlossen. Die Lage hat sich am Mittwoch allerdings erneut verschlechtert: Angreifer James zog sich im Training einen Außenbandriss zu und fällt womöglich für den Rest des Jahres aus.

sak/sid



insgesamt 30 Beiträge
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Darwins Nightmare 15.11.2018
1. Für mich erledigt, der Mann
Bei Bayern ist man also der Meinung, dass man nur selbst Spieler kritisieren darf. Wenn es die Presse tut, dann zieht man in einer wirtren Medienkonferenz über sie her. Hoeness ist wirklich ein Unsympath, wie er im Buche steht. Ich hoffe, das ist das Ende der Bayern-Phase im Deutschen Fussball.
Oihme 15.11.2018
2. Von der ...
... auf der berühmten Bayern PK lautstark erfolgten Inschutznahme des Bayernkaders vor der angeblich "respektlosen" Kritik der Medien ist anscheinend nichts mehr übriggeblieben. Jetzt erhöht Hoeneß mit Hilfe der Presse selber den Druck auf das Team und meint dieses in brauchbare und unbrauchbare Spieler einteilen zu können. Macht man so etwas neuerdings öffentlich?
Alias_aka_InCognito 15.11.2018
3.
Die Bayern haben momentan keine Ordnung und taktische Disziplin auf dem Platz, wie es auch für eine Mannschaft mit guten Einzelspielern doch nötig ist, wenn sie eine Spitzenmannschaft sein wollen. Besonders wenn sie sich für eine Elite-Liga prädestiniert sehen. Unter Kovac spielen sie teilweise wie ein aufgescheuchter Hühnerhaufen, in Dortmund hätten sie eigentlich gerade in der zweiten Halbzeit mit zwei Viererketten spielen sollen, wenn sie schon soviel Glück hatten, selbst aus wenigen Chancen zwei Tore erzielt zu haben und Dortmund 4 weitere hundertprozentige Torchancen nicht gemacht hat. Es fehlt die taktische Variabilität und Spielintelligenz. Die Mannschaft ist einfach kopf- und führungslos auf dem Platz und an der Seitenlinie ist der Trainer führungsschwach. Für Kovac kommt Bayern tatsächlich einige Trainerstationen zu früh. Neben dem Platz sind einige besser am Mikrofon als auf dem Platz am Ball, weil sie damit ihre schwindende Leistungsfähigkeit kompensieren und Promotion in eigener Sache betreiben. Diese Spieler werden nur noch über ihre Kompetenzen als Medienstars (sogar mit eingenem Modemagazin) und Publikumslieblinge vom führungsschwachen Trainer aufgestellt, insbesondere wenn noch ihre Spielerfrauen sich in den Medien in den Vordergrund rücken. Dies hat mit dem Fokus auf den Fußball gerade nicht viel zu tun, es ist sogar wahrscheinlich, dass am Ende der Saison sie noch um einen Championsleague-Platz bangen müssen. Denn so Weltklasse sind die Spieler gar nicht, wie die Bayernchefs so gerne postulieren. Die Pressekonferenz von den Bayernchefs hatte den einfach Zweck, die Medien zu prügeln und eigentlich die Spieler zu meinen. Nur hat dieser Schlag in die Lethargie nur eine begrenzte Halbwertszeit, inzwischen ist die Mannschaft wieder da, wo sie vor der aufschüttelnden Pressekonferenz war. Und dieses mal sind die Spieler direkt gemeint, Würde des Menschen hin oder her. Die Verzweiflung muss groß sein.
payblack 15.11.2018
4. Sie sehen es einfach einen Kommentar unter ihnen.
Zitat von Oihme... auf der berühmten Bayern PK lautstark erfolgten Inschutznahme des Bayernkaders vor der angeblich "respektlosen" Kritik der Medien ist anscheinend nichts mehr übriggeblieben. Jetzt erhöht Hoeneß mit Hilfe der Presse selber den Druck auf das Team und meint dieses in brauchbare und unbrauchbare Spieler einteilen zu können. Macht man so etwas neuerdings öffentlich?
Auch wenn das eine Meinung ist, aber diese absurde, pauschale, persönliche Kritik kam doch auch in vielen Medien vor. Und dagegen wollte man sich zur Wehr setzen, hat aber durch teils absurde Äußerungen doch eher ein Eigentor geschossen. Bayern hat gerade ein tolles Spitzenspiel knapp verloren, die Dortmunder haben diesen Sieg sehr gefeiert - und sie und auch viele andere reden die Bayern schwach ohne Ende. Wie passt das eigentlich zusammen? Bayern erlebt gerade den langsamen Abschied einer Epoche - der Kern dieser Mannschaft hat die wohl erfolgreichste Zeit der Clubgeschichte geprägt und wird auch in 30 Jahren noch allen ein Begriff sein. Die Mannschaft steht mindestens auf einer Stufe mit der Elf Mitte der 70er. Damals war den Cup der Landesmeister gewinnen ja fast noch ein leichtes Unterfangen - und in der Liga war man noch nie so gut und dominant wie in den letzten Jahren. Hoeneß hat ja jetzt schon gesagt, dass ein Jahr ohne Titel auch okay wäre. Damit hat er allen Kritikern aber mal so richtig Wind aus den Segeln genommen. Und mit Verlaub, der/ihr hat es nie geschafft, eine Mannschaft zu formen, die bleibt. Jetzt spielen unter einem Schweizer Trainer zwei Schweizer Spieler in der Stammelf - der Rest ist bunt zusammengewürfelt, der einzig gesetzte deutsche Spieler ist Reus. Die werden also eher Schweizer Meister als deutscher im Grunde genommen. Das der BVB-Anhang diese Entfremdung und Söldnermentalität seit Jahren so mitträgt finde ich eher erstaunlich.
kaischek 15.11.2018
5. Der Kader ist gut, der Trainer auch
Ich komme aus dem Norden und habe mit den Bayern, außer in europäischen Wettbewerben, nix am Hut. Trotzdem halte ich Spieler dieses Kaders wie die Herren Thiago, James, Kimmich, Coman, Lewandoski oder Alaba für absolute Weltklasse. Dazu passt auch der Trainer, der für mich einer der wenigen wirklich Guten ist, die national und international erfolgreich sein können. Auch diese Saison werden die Bayern irgendeinen Titel gewinnen, deswegen kann von einer Krise noch gar keine Rede sein. Vielleicht von einer Phase des taktischen Umbruchs. Die Schwachstelle der Bayern scheint mir die Innenverteidigung zu sein, der es nach meiner Einschätzung an der nötigen Spritzigkeit und Schnelligkeit mangelt, mit Ausnahme von Süle vielleicht. Einer der Beteiligten scheint mir den Wendekreis eines Busses zu haben. Und damit haben wir auch gleich das Problem unseres gegenwärtigen Nationalmannschaftskaders. Hier scheint mir echter Handlungsbedarf zu bestehen. Aber hier könnte ich für den Rest der Saison auch mal zwei Nachwuchsspieler heranlassen. Sie werden Fehler machen, vielleicht werden die Bayern nur Vizemeister und Pokalsieger, aber nach Ablauf der Saison brauchen sie keine überteuerten Spieler mühselig in den Kader zu integrieren. Dann steht auch dieser Mannschaftsteil wieder. Eigentlich brauchen Sie nur einen Nachfolger für den Mann mit den komischen Laufwegen, der momentan - und dies schon seit langem - den Weg in die Tiefe nicht mehr findet. Problem gelöst, triple perfekt.
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