Bayerns Niederlage gegen Barcelona Der Untergang

Was für eine verkorkste Rückkehr von Josep Guardiola nach Barcelona: Gegen seinen Ex-Klub blieb der FC Bayern chancenlos. Die Münchner sind so gut wie raus aus der Champions League. Das lag vor allem am überragenden Lionel Messi.

Maskenmann Lewandowski: Beste Bayern-Chance vergeben
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Maskenmann Lewandowski: Beste Bayern-Chance vergeben

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Ausgangslage: Für Bayern-Coach Josep Guardiola war es die Rückkehr in seine Heimat. Für den FC Barcelona die Chance zur Revanche für die Halbfinal-Schmach vor zwei Jahren. Für die Experten der Fußballwelt das vorweggenommene -Champions League-Endspiel. Barça gegen Bayern - ein Spiel wie ein Epos.

Ergebnis: 0:3 (0:0) aus Sicht der Bayern. Lionel Messi (77. und 80. Minute) traf doppelt, Neymar stellte den Endstand her (90+4.).

Frage des Spiels: Was würde sich Guardiola gegen Überfußballer Messi einfallen lassen? Vor dem Spiel schwärmte er, Messi sei nicht zu stoppen. Versuchen wollte er es dennoch. Peps Plan: Er veränderte die Statik der Bayern-Elf. Thomas Müller deckte die gesamte rechte Seite ab, der Rest konzentrierte sich aufs Zentrum und auf die rechte Barça-Seite, über die Messi kam.

Ziel war, die Verbindungen zum Argentinier zu kappen. Was gut klang, schien zunächst auch auf dem Feld zu funktionieren. Aber eben nicht durchgängig. Immer wieder mal gab es sie, diese magischen Messi-Momente. Bei seinem ersten Treffer schoss er aus 17 Metern einfach durch drei Abwehrspieler hindurch ins Tor, beim zweiten dribbelte er Jérôme Boateng dermaßen schwindelig, dass der Weltmeister hinplumpste, ehe Messi Manuel Neuer mit einem Lupfer überwand.

Bild des Spiels: Messi, der von fünf Bayern-Spielern eingekesselt wird. Und sich trotzdem durchsetzt. Guardiola hatte völlig recht.

Doppeltorschütze Messi: Umzingelt von Bayern
Getty Images

Doppeltorschütze Messi: Umzingelt von Bayern

Die erste Hälfte: "Wir wollen sie überraschen", hatte Guardiola angekündigt. Der Heimkehrer hielt Wort: Er ließ seine Elf mit Dreierkette in der Abwehr beginnen, setzte zunächst auf lange Bälle. Plötzlich, nach 15 Minuten, wechselten die Bayern auf Viererkette, Mittelfeldraute und schnelle Kurzpässe. Das war eine Reaktion auf Barcelonas Treiben in der Anfangsphase. Das Spiel war nicht nur taktisch ein Leckerbissen, es begeisterte auch dank etlicher Chancen. Luis Suárez (7./12./27.), Neymar (15.) und Dani Alves (39.) vergaben für Barça; bei den Bayern scheiterte Robert Lewandowski zweimal (13./18.), später schoss Thiago am Tor vorbei (30.). Zur Pause war das Spiel ein Kandidat für das beste 0:0 der Geschichte.

Die zweite Hälfte: Je länger das Spiel dauerte, desto überlegener wurde Barcelona. Messi (57.) und Neymar (61./64.) verpassten noch die Führung. Dann drehte Messi auf. Unmittelbar nach dem Rückstand wurden die Bayern etwas übermutig. Barça bestrafte das. Vor dem 0:2 verließ Xabi Alonso das Defensivzentrum, was Messi sofort ausnutzte; vor dem 0:3 wurden die auf den Anschlusstreffer drängenden Münchner ganz klassisch ausgekontert.

Torwartduell des Spiels: Der eine ist Nationaltorwart, der andere will es werden: Bayerns Manuel Neuer und Barcelonas Marc-André ter Stegen standen sich im direkten Duell gegenüber. Der Wahl-Katalane konnte dabei kaum Werbung für sich machen, weil die Bayern nur einmal aufs Tor schossen. Mit dem Ball am Fuß brillierte ter Stegen wie gewohnt. Neuer durfte sich dagegen häufiger auszeichnen, als ihm lieb sein konnte. Seinen Paraden war es lange zu verdanken, dass die Bayern das 0:0 hielten.

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Einzelkritik der Bayern: Neuer überall, Lahm nirgends
Zahl des Spiels: 54,5 Prozent Ballbesitz verbuchten die Bayern. Gegen Barcelona. In Camp Nou. Letztmals verloren die Katalanen in dieser Statistik in der "Königsklasse" vor neun Jahren. Gegner damals: Werder Bremen. Das Besondere am Duell gegen die Münchner: Weder Bayern (noch Barça) setzte auf Kontrolle durch Ballbesitz, beide suchten den direkten Weg zum Tor, wann immer es möglich war. Diese Mannschaften haben den Ruf, Tiki-Taka zu spielen? Pah!

Rekord des Spiels: Gehört natürlich Messi. Dank seiner Champions-League-Treffer 76 und 77 hat er Cristiano Ronaldo (76) als Top-Torschützen des Wettbewerbs wieder abgelöst. Der Portugiese brauchte für seine Treffer übrigens 114 Spiele, Messi 100.

Erkenntnis des Spiels: Bayern und Barcelona boten über weite Strecken ein herausragendes Spiel. Diese Intensität! Dieses Pressing! Diese Pässe! Viel besser als das, was in der ersten Hälfte gezeigt wurde, kann Fußball kaum sein. Der Unterschied zwischen beiden Mannschaften ist derzeit: Barça spielt nicht nur schön, sondern auch effizient. Und ist damit der Top-Favorit auf den Champions-League-Sieg.

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Nonvaio01 07.05.2015
1. nun mal sachlich
bis zur 77 minute haben die Bayern gut mitgehalten, in der 2HZ sogar sehr gut, das haben auch die kommentatoren so gesehen (Uk TV), das ein Messi nicht aufgehalten werden kann wenn er in hochform ist ist klar, nicht ohne grund ist er der beste fusballer der Welt. Das 3-0 war unnoetig, und ich muss zugeben die auswechslung von Mueller war ein fehler, Thiago haette runter gemusst, ist aber ein liebling von Pep. Abwarten, auswaerts ist Barca auch nicht so stark wie zuhause, da sind sich beide Teams aehnlich, aber ein 3-0 is schon ne riesen aufgabe.
berney 07.05.2015
2. Pech.
Schade, aber mehr ist wohl einfach nicht drin. Ribery, Robben, Alaba, Badstuber, Rode, dazu Thiago und Schweinsteiger erst seit kurzem wieder fit, Martinez gerade erst wieder im Training und die Sache mit Lewandowski: Diese Saison ist der Wurm drin. Die Jungs haben alles gegeben, was in ihrer Macht stand. Jetzt einfach im Rückspiel Gas geben und wenn man rausfliegt, hat man immer noch eine herausragende Saison gespielt. Wie überragend das Team ist, wenn die meisten fit sind hat man in klasse Spielen diese Saison erleben können. Niemals Aufgeben!
mrmink 07.05.2015
3. Gerecht
Unter Heynckes hätte es sowas nie gegeben! Genau wie letztes Jahr hat Bayern von dem Moment wo die Vereinsführung mit Pep die Bundesliga als beendet erklärt einen deutlichen Bruch in ihrem Spiel. Wer einen Fehler einmal macht, ok. Doch dieses Jahr wieder gegen Leverkusen die halbe Mannschaft auszutauschen und der Mannschaft den Rhythmus zu nehmen ist eklatant fehlerhaft. Hochmut kommt eben vor dem Fall und verdient den gerechten Lohn.
daktaris 07.05.2015
4. Wie in einer anderen Welt...
Die armen Bayern, es kam einem fast so vor, als wüßten sie nicht, wie ihnen geschieht. Barcelona war in allem besser. Schneller und aggressiver, mit mehr Spielverständnis und Zug zum Tor... die Bayern scheinen das Fußball spielen auf hohem Niveau verlernt zu haben. Aber wer will es ihnen verdenken, wenn man sich im Liga-Alltag mit Teams wie Freiburg, Paderborn oder dem HSV rumschlagen muss und der direkte Liga Konkurrent Wolfsburg heißt.
rgsf 07.05.2015
5. Der Unterschied
war die Offensive. Bei Bayern hing Müller in der Luft, da Lahm, Schweinsteiger, Alonso nicht in top Form, Lewandowski vergab (verletzt) top Chancen, Götze ein Ausfall und Ribéry und Robben nicht dabei. 1-2 Tore kann man schon mal einfangen in Camp Nou. Aber man muss auch welche schießen.
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