Kampagne gegen Antisemitismus beim FC Chelsea Auschwitz-Reisen statt Stadionverbote

Was tun, wenn die eigenen Fans rassistische oder antisemitische Lieder anstimmen? Chelsea hat darauf eine ungewöhnliche Antwort: Der Klub will seine Anhänger aufklären - mit Reisen in Konzentrationslager.

Chelsea-Stadion Stamford Bridge
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Chelsea-Stadion Stamford Bridge


Fans des englischen Fußballklubs FC Chelsea, die wegen rassistischer oder antisemitischer Äußerungen mit einer Stadionsperre belegt wurden, können in Zukunft an einem Bildungsprogramm des Vereins teilnehmen. Im Rahmen der Initiative "Say No To Antisemitism" sind auch Besuche des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz für Chelsea-Fans und Mitarbeiter des Vereins geplant. Mit einer Teilnahme lassen sich ausgesprochene Stadionsperren reduzieren.

Ein Sprecher des FC Chelsea bestätigte der Deutschen Presse-Agentur die Überlegungen und betonte, der Fokus liege auf der Aufklärung. Wie genau das umgesetzt werde, müsse noch geklärt werden. Zuvor hatte die Boulevardzeitung "Sun" darüber berichtet. Demnach sei das Vorhaben von Klubbesitzer Roman Abramowitsch angestoßen worden, der selbst jüdischen Glaubens ist.

In der Vergangenheit waren einige Chelsea-Anhänger wiederholt durch rassistisches und antisemitisches Verhalten aufgefallen. Im September 2017 hatten Fans nach einem Spiel bei Leicester City antisemitische Gesänge gegen den Lokalrivalen Tottenham Hotspur angestimmt, der für seine jüdische Fangemeinde bekannt ist.

2015 hatten Anhänger der Blues vor einem Champions-League-Spiel bei Paris St. Germain (1:1) einen dunkelhäutigen Mann in einer Metrostation am Einsteigen in den Zug gehindert. Dabei stimmten sie den Schlachtruf "Wir sind Rassisten und so mögen wir das" an.

Als Teil der neuen Initiative, die der Klub bereits im Januar lanciert hatte, wurde am Mittwoch in London ein Film gezeigt, der über die Auswirkungen antisemitischen und rassistischen Verhaltens auf jüdische Fans und auf die gesamte Fußballgemeinde aufklären soll. "Wenn man die Leute nur aus dem Stadion verbannt, wird man ihr Verhalten niemals ändern", sagte der Chelsea-Vorsitzende Bruce Buck nach der Filmvorführung. "Diese Strategie gibt ihnen die Möglichkeit, zu begreifen, was sie getan haben und sich besser benehmen zu wollen."

mon/dpa



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