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Kölns Zweitligastart: Alptraum Abstiegsplatz

Drei Spiele, ein Punkt: Der 1. FC Köln ist im Keller der zweiten Liga angekommen - und in der Realität. Denn spätestens jetzt ist klar: Mit dieser Mannschaft und dieser Leistung steht Trainer Holger Stanislawski eine schwere Saison bevor.

Zweite Bundesliga: Die Köln-Krise Fotos
Getty Images

Hamburg - Diese Schmach wollte Werner Spinner sich nicht geben, zu viel hatte der Präsident des 1. FC Köln schon ertragen müssen. Eine gute Viertelstunde vor Abpfiff verließ er die Tribüne, etliche mitgereiste Fans taten es ihm gleich. Mit zwei Toren lag der Club zu dem Zeitpunkt gegen Erzgebirge Aue zurück, und die Anhänger der Gastgeber begannen bereits, die Kölner Karnevalshymne "Viva Colonia" anzustimmen.

0:2 (0:1) verlor der FC in Aue, mit nur einem Punkt rutschte der Bundesliga-Absteiger auf Platz 17 ab. Es war die zweite Niederlage in drei Spielen für die Kölner. Statt um den Wiederaufstieg, scheinen sie nun um den Klassenerhalt spielen zu müssen.

Doch mannschaftsintern will man das in Köln so nicht sehen. "Das Wort Abstiegskampf nehme ich nicht in den Mund. Wir haben noch 31 Spiele Zeit", sagte Thomas Bröker. Der Zugang von Fortuna Düsseldorf war einer der wenigen Kölner, die überhaupt für Gefahr vor dem Auer Tor sorgten. Kurz vor der Pause traf er die Latte. Es war das einzige Kölner Highlight.

Trainer Holger Stanislawski stellte sich dennoch demonstrativ vor sein Team: "Ich werde jetzt nicht kommen und mit der Streitaxt draufhauen. Wir müssen es besser machen, das steht außer Frage, aber dabei werde ich den Jungs helfen", sagte der 42-Jährige.

Schwächere Spieler müssen über sich hinauswachsen

Als er vor der Saison für Interimstrainer Frank Schaefer zum FC gekommen war, konnte er bereits absehen, dass er mit dieser Besetzung ein Problem bekommen könnte. Er freue sich auf die neue Aufgabe, sagte er damals, "auch wenn sie nicht einfach wird". Doch dass der Club ausgerechnet unter ihm den schlechtesten Zweitliga-Saisonstart der Vereinsgeschichte hinlegen würde, hatte Stanislawski ganz sicher nicht erwartet.

Nach der Pleite in Aue nahm er deshalb seine Profis in die Pflicht. "Druck hast du immer. Der darf dich nicht aus der Bahn werfen, sondern muss positiv sein und dich beflügeln, um besser zu werden." Damit sprach er eines der größten Mankos der Kölner Mannschaft an: Wenn es an Personal-Qualität mangelt, müssen schwächere Spieler über sich hinauswachsen. Beim 1. FC Köln sieht es derzeit aber ganz und gar nicht danach aus.

Nach den Abgängen von Lukas Podolski, Milivoje Novakovic, Sascha Riether, Martin Lanig, Petit und Geromel sollten es Spieler wie Kevin McKenna, Daniel Royer oder Matthias Lehmann richten. Doch ausgerechnet Lehmann, einem der erfahrensten Spieler, unterlief gegen Aue ein gravierender Fehler: Aues Keeper spielte ihm den Ball genau vor der Füße, Lehmann aber schoss am leeren Tor vorbei. "Irgendwann wird mal einer reinrutschen, wahrscheinlich die schlechteste Chance, die wir überhaupt haben", sagte Stanislawski nach der Partie. Mit Hoffnung - und Sarkasmus - kann man in der zweiten Liga aber nicht überleben.

Stanislawski auf der Suche nach der Stammelf

Zumindest in finanzieller Hinsicht hat der verschuldete Club womöglich kurzfristig Spielraum. Der aussortierte Torwart Michael Rensing steht kurz vor einem Wechsel zu Bayer Leverkusen, damit wäre er einer der teuersten Spieler von der Gehaltsliste. "Ob wir jetzt auf dem Transfermarkt tätig werden, steht nicht im Mittelpunkt", sagte Stanislawski jedoch.

Präsident Spinner hatte sich am Tag nach der Pleite bereits von der Enttäuschung erholt. Er forderte angesichts des großen Umbruchs Geduld: "Was wir beim FC vorhaben, kann nicht über Nacht gelingen."

Erzgebirge Aue - 1. FC Köln 2:0 (1:0)
1:0 Fabian Müller (8.)
2:0 Savran (55.)
Aue: Männel - Klingbeil, Nickenig, Paulus, Schlitte - Schröder, Hochscheidt (89. Hensel) - Fabian Müller, Kocer - Sylvestr (86. König), Savran (66. Wiegel)
Köln: Horn - Brecko, Maroh, Pezzoni (34. McKenna), Wimmer (63. Royer) - Lehmann, Hector - Bröker, Jajalo, Clemens - Ishak (80. Kübler)
Schiedsrichter: Perl
Zuschauer: 10.050
Gelbe Karten: Schlitte, Nickenig (2) - Ishak, Pezzoni

psk

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insgesamt 27 Beiträge
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1.
!!!Fovea!!! 28.08.2012
Zitat von sysopGetty ImagesDrei Spiele, ein Punkt: Der 1. FC Köln ist im Keller der zweiten Liga angekommen - und in der Realität. Denn spätestens jetzt ist klar: Mit dieser Mannschaft und dieser Leistung steht Trainer Holger Stanislawski eine schwere Saison bevor. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,852418,00.html
Zur Winterpause wird Stanislawski gehen. Er ist kein Klopp! Und Köln nicht Dortmund. Man hat ja gesehen, was er in Hoffenheim gebracht hat.
2. Der Messiahs ...
fred_krug 28.08.2012
... ist halt keiner. Wer noch immer große Stücke auf "Stani" hält, der kapiert es einfach nicht.
3. Kölle
matz-bam 28.08.2012
Zitat von sysopGetty ImagesDrei Spiele, ein Punkt: Der 1. FC Köln ist im Keller der zweiten Liga angekommen - und in der Realität. Denn spätestens jetzt ist klar: Mit dieser Mannschaft und dieser Leistung steht Trainer Holger Stanislawski eine schwere Saison bevor. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,852418,00.html
Für uns hier in der Eifel ist Köln sowieso nur eine Karnevallocation. Warum die auch im Fussball dilettieren müssen ist mir schleierhaft.
4. Stanislawski ist nicht schuld
Freibeutler 28.08.2012
Solange die Vereinsführung glaubt, auf dem richtigen Weg zu sein http://www.rentner-news.de/content/1-FC-Koeln-gegen-Aue:-Nach-Niederlage-auf-einem-guten-Weg ist in Köln alles okay. Nur noch ein paar Pokalsiege und der glor- und ruhmreiche 1.FC Köln spielt International.
5. optional
vogelsberg 28.08.2012
!!!Fovea!!! Sie sind ja optimistisch. Wenn der noch zweimal verliert ist der weg vom Fenster. Ich habe mich gewundert, warum Hoffenheim ihn genommen hat. Mit seiner Art konnte er Trainer von Sankt Pauli auf Lebenszeit sein. Da war, wie der Klub Kult. Woanders ist er nur Trainer und das scheint ihn zu überfordern. Er passt ihn in dieser Hinsicht gut mit Friedhelm Funkel zusammen, wobei Stanislawski mehr mit dem Mund arbeitet.
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