Erhöhung der Ticketpreise Proteste der Liverpool-Fans zeigen Wirkung

Beim Heimspiel gegen Sunderland verließen Tausende Liverpool-Anhänger vorzeitig das Stadion. Der Grund: Eine Ticketpreiserhöhung um fast 40 Prozent. Nun reagierte die Vereinsführung mit einer Dringlichkeitssitzung.

Fans des FC Liverpool: Abgang in Minute 77
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Fans des FC Liverpool: Abgang in Minute 77


Kaum ein Fußballklub steht so sehr für die bedingungslose und stimmungsvolle Anfeuerung durch seine Fans wie der FC Liverpool. Umso bemerkenswerter war, was sich am vergangenen Samstag in der Premier League beim Heimspiel gegen den FC Sunderland ereignet hatte: In der 77. Minute verließen beim Stand von 2:0 für die Reds rund 10.000 der mehr als 44.000 anwesenden Zuschauer das Anfield Stadion. Sie protestierten damit gegen die geplante Erhöhung der Ticketpreise von 56 auf 77 Pfund (rund 100 Euro) ab der kommenden Saison.

"Ihr habgierigen Bastarde, genug ist genug", skandierten die Anhänger beim Verlassen des Stadions. Liverpool gab hinterher seine Zwei-Tore-Führung noch aus der Hand (Endstand: 2:2). Für die kommenden Heimspiele gegen den FC Chelsea und Manchester City sind weitere Aktionen geplant, falls die Besitzer nicht einlenken.

Soweit kommt es aber vielleicht nicht, denn die Protest-Aktion hat ihre Wirkung offenbar nicht verfehlt. Die Fenway Sports Group, die den Klub von Teammanager Jürgen Klopp besitzt, hat nach Informationen britischer Medien eine Dringlichkeitssitzung abgehalten.

"Der Klub FC muss eine Lösung für das Problem finden", hatte Klopp bereits vor der Einberufung der Sitzung gefordert: "Wir wollen Fans, die bis zum Ende des Spiels im Stadion bleiben." Der 48-Jährige fehlte im letzten Heimspiel gegen Sunderland wegen einer Blindarm-OP an der Seitenlinie.

Zum nächsten Auftritt am Sonntag bei Aston Villa (15.05 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) wird Klopp zurückerwartet. "Ich fühle mich gut. Ich hatte etwas, was viele Leute vor mir hatten", sagte der frühere Bundesliga-Coach. Der ihn behandelnde Arzt sei Liverpool-Fan gewesen. "Er war Jahreskarteninhaber, konnte das Spiel wie ich auch nicht sehen."

mon/sid



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insgesamt 5 Beiträge
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Seite 1
adubil 08.02.2016
1.
Das englische Gesundheitswesen hat nicht den besten Ruf, das ist bekannt. Aber das es so schlimm ist....Blinddarm-Op an der Seitenlinie...das hätte ich nicht gedacht. Get well soon, Kloppo.
alfons# 08.02.2016
2. Es tut sich was
Die Anhänger lassen sich nicht alles gefallen. und das ist gut so. Natürlich sind die Einnahmen aus den Tickets in Relation immer weniger wichtig, allerdings leere Stadien oder ausschließlich Logen Zuschauer möchte auch keiner. Fans seid Euch Eurer Wichtigkeit ruhig bewusst.
stephan-md 08.02.2016
3. 100 EURO pro Spiel?
Ist das ein Durchschnittswert aller Preiskategorien oder muss jeder Zuschauer so viel für jedes Spiel bezahlen?
mrdhero 08.02.2016
4. interessant
da haben die alle schon Kohle ohne ende und dann werden die Fans zur Kasse gebeten. da fragt man sich doch was da los ist
dasistdasende 08.02.2016
5. top-priced 100 Euro
Es handelt sich dabei wohl um die teuersten Tickets. Siehe BBC. http://www.bbc.com/sport/football/35513425 Bei den Bayern wären das derzeit 70 Euro. Naja, persönlich beides viel zu teuer für ein Fussballspiel. Die Ganze Sache mit der Fankultur hat sich eh überholt. Das sind alles längst keine Vereine mit Lokalkolorit mehr sondern Multimillionen Megakonzerne. Wie man davon "Fan" sein kann lässt sich für mich nur schwer erschliessen.
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