Schalke-Sieg gegen HSV Ein Spektakel für die Fans

Schalke überrascht einmal mehr: Nach dem Tiefpunkt bescherten die Königsblauen ihren Fans einen turbulenten Abend gegen schwache Hamburger. Besonders für einen Torjäger und den Trainer war es eine Befreiung.

Jubelnde Schalker, Coach Breitenreiter (Mitte)
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Jubelnde Schalker, Coach Breitenreiter (Mitte)

Von , Gelsenkirchen


Torhüter Ralf Fährmann sprintete los. Rund 80 Meter waren es bis zur gegenüberliegenden Eckfahne, doch das war egal. Denn in der Ecke des Stadions hatte sich die komplette Schalker Mannschaft eingefunden, um Klaas-Jan Huntelaar zu feiern. Der 32-Jährige hatte gerade das 2:1 gegen den Hamburger SV geköpft und damit für kollektive Erleichterung gesorgt. Stand der zuletzt glücklose Torjäger doch wie kein Zweiter für die Schalker Krise: Fünf Pflichtspiele ohne Sieg.

Knapp zehn Minuten später kamen die Schalker erneut zum Jubeln zusammen. Und sie taten es demonstrativ vor - und mit - ihrem Trainer André Breitenreiter. Sie herzten sich, klopften sich auf die Schultern und strahlten. Auch Breitenreiter war dieser Tage gehörig unter Beschuss geraten. Schon gab es Gerüchte, Christian Heidel, der im Sommer Manager Horst Heldt ersetzt, wolle einen Neuanfang und den ehemaligen Gladbacher Lucien Favre holen.

Doch das war am Mittwochabend ganz weit weg. Symbolisch vereinten sich die Spieler erst mit ihrem kriselnden Torjäger, dann mit ihrem angezählten Trainer. Und als der 3:2-Sieg gegen den HSV besiegelt war, feierten auch die zuletzt wütenden und gar höhnischen Fans wieder den "geilsten Klub der Welt". Schalke kennt diese Gefühls-Achterbahnen zur Genüge.

"Möchte ich nicht wissen, was hier los gewesen wäre"

Vor sechs Tagen waren die Königsblauen nach dem 0:3 in der Europa League gegen Donezk von ihren Anhängern noch verhöhnt und vom Rasen gepfiffen worden. "Wenn es heute schief gegangen wäre, möchte ich nicht wissen, was hier los gewesen wäre", sagte Max Meyer nun nach dem Spiel gegen den HSV, das alles andere als schief gegangen war. Im Gegenteil: Mit fünf Toren, einem Platzverweis, mehreren Aufregern wegen des Schiedsrichters und der demonstrativen Einigkeit war der spektakuläre Abend genau das, was die Schalker gebraucht hatten.

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Huntelaar verriet hinterher, dass die Jubeltrauben mit dem Trainer nicht verabredet gewesen seien: "Wir versuchen nicht, von vornherein Sachen zu planen, alles war spontan, dann ist es auch echt. Das war ein Zeichen von uns allen, dass wir die schlechten Erfahrungen in etwas Positives drehen wollten", sagte der Niederländer und hätte damit auch sich selbst meinen können. Schließlich hatte er nach Wochen ohne eigenen Treffer pünktlich zu seinem 150. Bundesligaspiel sein 75. Tor erzielt.

In dieser Saison gelang Huntelaar jedoch nur wenig. Bereits die Hinrunde war mit nur fünf Toren enttäuschend. Zwar erzielte Huntelaar beim 3:0-Sieg gegen Wolfsburg Anfang Februar sein 74. Bundesligator und überholte Ebbe Sand als zweitbester Torjäger der Schalker Bundesligageschichte. Doch seitdem blieb er erneut fast einen Monat ohne Torerfolg.

Das war für einen wie Huntelaar, der 2012 mit 29 Treffern Torschützenkönig gewesen war und seine ganze Karriere über regelmäßig getroffen hatte, etwas Neues. In seinen ersten fünf Jahren im Ruhrgebiet war der Niederländer oft so etwas wie die königsblaue Lebensversicherung. In allen Wettbewerben kam er auf 105 Tore in 176 Spielen.

"Wir haben uns gut reingekämpft"

Doch seitdem Breitenreiter da ist, läuft es nicht mehr. Erst versuchte es der Coach mit einem neuen System mit zwei Stürmern, wofür er sich seinen Wunschspieler Franco Di Santo aus Bremen holen durfte. Und selbst als das nicht klappte und der Niederländer fortan wieder alleine stürmen durfte, ging es nicht bergauf, weil er als kopfballstarker Strafraumstürmer nicht mehr so mit Flanken gefüttert wird wie früher.

Dass es nun doch wieder mit einem Tor klappte - und dann ausgerechnet mit dem Kopf -, ist bezeichnend für die Schalker Achternbahnfahrt. Zumal er aus einer Abseitsposition heraus traf. Oder wie Huntelaar es beschreiben würde: "Wir haben uns da gut reingekämpft."

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insgesamt 5 Beiträge
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OompaLoompaOfScience 03.03.2016
1. Glücklich ...
Das war nicht "gut reingekämpft", sondern glücklich. Glücklich zum einen wegen der Dummheit von Djourou, und zum anderen glücklich weil die Schiedsrichter ihre Fehlentscheidungen durch weitere Fehlentscheidungen wieder wettgemacht haben.
Franke aus Hamburg 03.03.2016
2. Das Ergebnis...
... geht in Ordnung, weil zwei Elfer nicht gegeben wurden. Die geschossenen Tore passen aber nicht. Kurz vor dem 1:1 hätte man auch auf Offensivfoul bon Neustädter gegen Jung pfeifen können. Das 2:1 war ein Abseitstor. Aber in der Summe geht der Sieg in Ordnung. Wir werden die letzten sieben Punkte wosnders holen. Nur der HSV.
cosima_wagner 03.03.2016
3. Mit Köpfchen
Wenn ein 'Torwächter' schon undeklinierbar ist, trifft man eben 'mit Köpfchen'! "Demonstrative Einigkeit", sprich: Teamarbeit, beginnt allerdings bereits VOR der Abwehr, dann spart man sich nämlich das (un)mögliche 'Raus-Angel'n' ...
roithamer 03.03.2016
4. Schalker Kreisel
Ich denke, die Achterbahnfahrt wird weiter gehen. Also jetzt erstmal wieder nach unten.
jamiro32 04.03.2016
5. Labadias Arbeit in Hamburg
Labadia macht keine gute Arbeit in Hamburg. Das Team wird nicht mental aufgebaut vor solchen überlebenswichtigen Matches, der HSV ist nicht in der Lage selbst das Spiel zu machen, es wird nicht erkannt das man dem Team über eingeübte Standards helfen muss, es werden viel zu wenige Freistöße rausgeholt, taktisch wird nicht richtig mit dem Team gearbeitet ( immer wieder zu sehen an dem Verhalten der Verteidiger ) aber auch an den verspielten Führungen, die mit viel Aufwand erst zustande kommen. Eine Heimstärke kann man bei HSV Spielen nicht erkennen und das bei immer vollem Haus und unglaublich treuen Fans, auch diesen Umstand muss sich Labadia anrechnen lassen. Die Spieler entwickeln sich nicht weiter sondern fallen Leistungsmässig sogar noch ab, der Trainer scheint nicht mit allen Spielern zu reden und zb. Ersatzspielern das Gefühl zu geben auch wichtig zu sein. Es wird nicht auf taktische Varianten des Gegners im Spiel reagiert, der Spielstiel ist immer der gleiche, hohe Bälle auf Lasogga, der viele der Bälle aus technischen Mängeln nicht halten kann, nur alleine bei diesem Spieler muss man sich fragen, was im Training eigentlich gemacht wird. Wenn sich nicht ganz dramatisch an der Arbeit des Trainers was ändert beim HSV, wird der Club auch diese Saison wieder voll im Abstiegskampf stehen.
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