Nach Suspendierung von Max Meyer Schalke-Manager Heidel weist Mobbing-Vorwurf zurück

"Das ist dummes Zeug": Schalke 04 weist den Vorwurf des suspendierten Jungstars Max Meyer zurück, dieser sei gemobbt worden. Vereinsmanager Christian Heidel hält den Vergleich für unpassend.

Schalke-Manager Christian Heidel
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Schalke-Manager Christian Heidel


Schalkes Sportvorstand Christian Heidel hat nach der Suspendierung von Mittelfeldspieler Max Meyer sein Unverständnis über dessen Mobbing-Vorwurf geäußert. "Ich finde es sehr mutig, sich als Mobbingopfer zu bezeichnen, wenn man weiß, wie es Mobbingopfern wirklich geht. Dieser Vergleich ist an den Haaren herbeigezogen", sagte der 54-Jährige am Montagabend bei "Sky90". "Ich weiß nicht, was in Max Meyer vorgeht. Das ist dummes Zeug."

Der ehemalige Manager des FSV Mainz 05 betonte: "Wir haben reagieren müssen auf eine Aussage von Max bei unserem Trainer und unserem Co-Trainer, denen er sagte, dass er mit Schalke 04 seit der Begegnung in Hamburg abgeschlossen hat. Da wurde er in der Halbzeit ausgewechselt. Schalke 04 steht vor den beiden wichtigsten Spielen seit Langem, wir wollen uns für die Champions League qualifizieren. Und wenn ein Spieler das Gefühl hat, nicht mehr für Schalke da zu sein, dann kann er in diesen beiden wichtigen Spielen nicht mehr Bestandteil der Mannschaft sein." Beim S04-Training am Dienstag tauchte Meyer nicht auf.

Der 22-Jährige, der seinen zum Saisonende auslaufenden Vertrag nicht verlängert hatte, hatte am Montag in einem Interview mit der "Bild" gesagt: "Ich wollte einfach nicht mehr bei Schalke bleiben und unter Herrn Heidel arbeiten. In letzter Zeit fühlt sich das für mich alles nur noch wie Mobbing an." Meyer sagte, "vom ersten Tag" an sei ihm klargemacht worden, "dass ich nicht mehr viel spielen würde. Ich war nicht mehr erwünscht. Ich sollte verkauft werden."

Heidel verwehrte sich gegen diesen Vorwurf. "Trainer Domenico Tedesco hat ihm vor der Saison ausführlich erklärt, was man von ihm als offensivem Mittelfeldspieler erwartet, und wenn er das nicht bringt, wird er sehr wenig spielen. Offener kann man mit einem Spieler nicht umgehen."

aha/sid



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stefan kaitschick 01.05.2018
1.
Was man gesichert sagen kann, ist das Vereine es nicht gerne sehen, wenn Spieler ihre Verträge gezielt auslaufen lassen. Ich glaube Meyer, wenn er sagt, dass er unter Druck gesetzt wurde entweder zu verlängern oder mit Ablöse zu gehen. Die wirtschaftlichen Anreize sind hier ja für Verein und Spieler diametral entgegengesetzt. Dass Spieler nicht viel häufiger ablösefrei den Verein wechseln, hat sicherlich damit zu tun, dass überall Druck dagegen gemacht wird. Ist Schalke jetzt besonders grob, oder Meyer in diesem Punkt naiv? Als Aussenstehender kann man da nur rätseln.
lesheinen 01.05.2018
2.
Ich habe keine Bedenken, wenn jemand den Arbeitgeber wechseln will oder wenn eine Vertragsverlängerung nicht vereinbart werden kann. In der Wirtschaft, gleichgültig. ob bei einem Konzern oder bei einem Handwerksbetrieb, geschieht das meist nüchtern und geräuschlos. Im knüppelharten Geschäft Fußball wird immer so getan, als lebe man in Treue fest zusammen, und tut bitter enttäuscht, wenn sich das Gegenteil herausstellt. Sei es, dass der eine irgendwelchen Vorstellungen nicht folgen kann/will, sei es, dass der andere seinen "Wert" für "den Verein", für "die Mannschaft" verkannt sieht. Man spricht von "menschlicher Enttäuschung" oder lässt sie zumindest durchblicken. Dabei hat man nur Eurozeichen im Auge.
a.meyer79 01.05.2018
3. Verstehe das Problem nicht
Hört sich eher an als wie wenn sich Max Meyer wirklich vorgestellt hätte, noch mehr Geld auf Schalke zu verdienen. Aber: Es gibt kein Problem. Der Spieler hat kein Recht auf einen Startelfeinsatz und Tedesco hat (zum Glück) noch mehr Spieler nicht berücksichtigt, wenn sie nicht gut trainiert haben. Max Meyer soll sich doch endlich einen neuen Verein suchen und gut ist. Dann soll er mal Fußball-Deutschland zeigen, dass er Nationalspieler ist und mal zu einem großen Turnier will. Bisher ist er diesen Beweis Schuldig geblieben. Und ein Marktwert von 20 Mio.? *husthust. Wir werden sehen, wer in einem Jahr noch von Max Meyer spricht. Stichwort: Marko Marin, Lewis Holtby und und all die anderen "Superstars".....
tingeltangel-bob 01.05.2018
4.
Zitat von stefan kaitschickWas man gesichert sagen kann, ist das Vereine es nicht gerne sehen, wenn Spieler ihre Verträge gezielt auslaufen lassen. Ich glaube Meyer, wenn er sagt, dass er unter Druck gesetzt wurde entweder zu verlängern oder mit Ablöse zu gehen. Die wirtschaftlichen Anreize sind hier ja für Verein und Spieler diametral entgegengesetzt. Dass Spieler nicht viel häufiger ablösefrei den Verein wechseln, hat sicherlich damit zu tun, dass überall Druck dagegen gemacht wird. Ist Schalke jetzt besonders grob, oder Meyer in diesem Punkt naiv? Als Aussenstehender kann man da nur rätseln.
Oh ja, ein Vertragsangebot über 5 Millionen pro Jahr (für einen meiner Meinung nach völlig überbewerteten Spieler), das muss man geradezu als Mobbing bezeichnen. Was ist daran so unverständlich, dass die Vereine Planungssicherheit haben will? Natürlich wollen die wissen, ob sie Ersatz suchen müssen oder weiter mit dem Spieler planen können. Bevorzugt noch vor Beginn der Transferperiode und noch bevor es andere Vereine wissen, um die Preise für den Ersatz in einem halbwegs überschaubaren Rahmen zu halten. Nach dieser Aktion von Meyer dürften auf Schalke allerdings die Sektkorken geknallt haben: welcher Verein will schon so einen "Charakter" im Kader haben? Meyer wird das auch noch merken und zwar wenn er sich neuen Verein suchen lässt. Das Ablästern über den eigenen Noch-Arbeitgeber dürfte bei den neuen Chefs auch im Fußball in etwa so beliebt sein wie im normalen Arbeitsleben.Statt Unsummen für Berater, PR-Berater und irgendwelche Leute, die diesen Profis die Social-Media-Accounts managen (oder denkt hier jemand, dass die das selbst tun?!), sollten sich einige Spieler mal lieber Nachhilfe in Sachen Vertragsrecht und allgemeinem Geschäftsgebaren geben lassen.
peter-11 01.05.2018
5. Sogar Nicht-Schalker
wissen, dass Tedesco keine Spieler aufstellt, die unter der Woche nicht voll trainieren konnten (oder wollten). Das ist das gute Recht eines Trainers. Max Meyer und Berater konnten nicht verkraften, dass Heidel das gute Angebot nicht auf Goretzka-Niveau erhöht habt. Im übrigen geht Goretzka auch und spielt, weil er sich wohl auch im Training anbietet und nicht so abstruse Interviews gibt. Mal sehen, wo MM in Zukunft spielt und seine, von ihm und Anhang gesehene Weltklasse unter Beweis stellt. ;-)
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