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Europa-League-Aus: Fans überschütten Schalke mit Hohn und Spott

Von , Gelsenkirchen

Sportlich gescheitert, von den Fans verlacht: Der FC Schalke erlebte in der Europa League gegen Donezk einen Abend zum Vergessen. Der Klub droht alle Saisonziele zu verfehlen.

Eine der vielen Weisheiten über die Bedeutung des Fußballs im Ruhrgebiet lautet: "Du musst auf Schalke nur das Licht anmachen, und das Ding ist voll." Das "Ding" ist die Arena, und das Licht brannte am Donnerstagabend während des Europa-League-Spiels gegen Schachtjor Donezk (0:3) in ausreichender Stärke. Nur die Zuschauer wollten nicht so, wie ihnen nachgesagt wird.

Von den ohnehin nur 45.000 Fans - bei internationalen Partien bietet die Arena knapp 55.000 Plätze - hatte sich bereits vor der letzten Viertelstunde die Hälfte verabschiedet. Und die, die geblieben waren, pfiffen nicht nur, sie verhöhnten ihre Mannschaft und jubelten gar über den Treffer zum 0:3.

Besonders Joel Matip bekam das ab, eigentlich ein Heiliger für das königsblaue Publikum, seit 16 Jahren im Verein, ein Schalker mit Leib und Seele. Nicht einmal seinen angekündigten Wechsel nach Liverpool haben sie ihm bislang übel genommen. Aber nach zwei folgenschweren Aussetzern und der Gewissheit, dass das Europa-League-Achtelfinale deshalb ohne den FC Schalke stattfinden wird, galt selbst für Matip keine Schonfrist mehr. Als er irgendwann völlig unbedrängt einen Ball meterhoch sowie kerzengerade in die Luft beförderte und dabei seltsam ungelenk aussah, schallte tausendfaches Gelächter durch die halbleere Arena.

"Das ist nicht fair"

Darüber sprechen wollte Matip hinterher nicht. Dafür sprang Torwart Ralf Fährmann ein: "Wir stellen uns der Kritik, und das war kein gutes Spiel. Aber bei Spielern, die in den letzten Wochen die besten Leistungen gebracht haben, finde ich das nicht ganz fair." Auch Trainer André Breitenreiter machte das alles "sehr nachdenklich", die Erwartung der Fans sei "überhaupt nicht realistisch".

Mehr Verständnis für den Volkszorn brachte Horst Heldt auf. "Das muss man akzeptieren, die Leute haben ein Recht, ihren Unmut zu äußern", sagte der scheidende Manager, der für seine letzten Wochen tunlichst einen neuerlichen Bruch zwischen Mannschaft und Fans vermeiden will. Hatte er doch jüngst kundgetan, seinem Nachfolger Christian Heidel einen Champions-League-Teilnehmer übergeben zu wollen. Doch davon ist sein Team derzeit weit entfernt. Zwar sind es in der Bundesliga nur zwei Punkte bis Platz drei, aber nach wettbewerbsübergreifend vier Spielen ohne Sieg und nur zwei eigenen Toren wirkt Schalke nicht so, als würde es bald eine Siegesserie starten.

So sind gleich beide Saisonziele bedroht: das tabellarische und das emotionale. Nach dem katastrophalen Ende der Vorsaison, als es zum Zerwürfnis zwischen Fans und Mannschaft gekommen war, hatte der Klub die Rückeroberung der Herzen zur obersten Priorität erklärt. Das klappte zu Saisonbeginn auch. Eine junge Mannschaft, ein neuer Trainer, sechs Siege in Folge, gute Laune im Umfeld. Doch das ist mittlerweile lange her. In der Liga fehlt Konstanz, im DFB-Pokal war schon in der 2. Runde Schluss, nun gab es in der Europa League eine Lehrstunde von einem Team, das seit Anfang Dezember nur Testspiele bestreitet und jüngst Top-Stürmer Alex Teixeira nach China verkaufte.

Trainer Breitenreiter wirkte ratlos

Dass gegen so eine Mannschaft nur in den ersten zehn Minuten etwas klappte, sagt viel aus über den Zustand der Schalker. Nicht nur spielerisch war der Auftritt enttäuschend, es fehlte an Tempo und Leidenschaft. "Wenn du nicht 100 Prozent der Wege gehst, wird es schwer", sprach Torwart Fährmann das an, was alle gesehen hatten. Eine Idee, warum das Spiel bereits mit dem 0:1 entschieden war, hatte er aber nicht: "Das ist keine Kaffeemaschine, die man einfach andrückt und läuft." Trainer Breitenreiter fiel irgendwann nicht viel mehr ein als Kopfschütteln. Und auf dem Platz fehlte erst recht jemand, an dem sich die jungen Spieler orientieren konnten.

Einer, der diese Rolle ausfüllen soll, ist Klaas-Jan Huntelaar. Doch mit nur einem Tor in sieben Spielen seit der Winterpause hat der 32 Jahre alte Stürmer genug mit sich selbst zu tun. Benedikt Höwedes, der andere Führungsspieler, ist verletzt.

Das gilt nun auch für Leon Goretzka. Der Mittelfeldspieler fiel gegen Donezk nach einem Foul so unglücklich, dass er sich eine Schultereckgelenksprengung zuzog und wochenlang ausfällt. Als er davon erfuhr, war Torwart Fährmann endgültig bedient: "Da bleibt nichts anderes zu sagen, als dass das große Scheiße ist."

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1. und was macht breitenreiter?
stevie76 26.02.2016
beschimpft die eigenen fans, die angeblich nur von Champions league und Meisterschaft träumten. nein, die erwarten einfach ein Team das nicht nach einem Gegentreffer komplett das spielen einstellt!
2. als Masochist
lupy 26.02.2016
gehst Du auf Schalke! Da kannst Du leiden. Nur gegen Dortmund im Derby reißen sich die Schalker sich den Ar... auf. Das sind die zwei Höhepunkte der Saison, das reicht! Wenn man am Ende der Saison vor Dortmund steht, war es eine gute (2015) Ansonsten ist man mit Träumereien beschäftigt: Pokalfinale, Chamipons-League, Deutscher Meister. "Wach auf, wenn Du Schalker bist!"
3. wer hatte nur die verrückte Idee...
Wankelmotor 26.02.2016
... einen Trainer zu holen, der von einem 1.Bundesligaabsteiger kam und keinerlei internationale Erfahrung hat (te). Schnelles Handeln ist vom Wurstmacher isrt erforderlich!
4. Traümer
thommy2130 26.02.2016
Selber schuld. Wenn sich der Trainer vor dem Spiel hinstellt und vom gewinn der EL spricht, und anschl. so ein Spiel abgeliefert wird, muß man sich nicht wundern. S04 war noch nie besonders realistisch, was den Gewinn von Titeln angeht.
5. Schalke
todesschwadronost 26.02.2016
ist und bleibt einfach eine zweitklassige Mannschaft. Ihre "besten Tage", wenn man sie denn so nennen mag, sind laengst vorbei und die Fans sollten ihre Ansprueche dem Niveau des Schalker Spiels anpassen. Die juengsten Spielverlaeufe in der Bundesliga, dem Dfb-Pokal und der Doener-League haben doch deutlich gezeigt, dass Schalke den dort geforderten Anspruechen schon lange nicht mehr gerecht wird. Es wird Zeit das Schalke absteigt, dann haben sowohl die Fans als auch der Verein endlich wieder Erfolgserlebnisse zu verbuchen und jeder Kernasi aus Gelesenkirchen kann sich eine Karte leisten und zum Spiel gehen.
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