Polizeieinsatz im Stadion Schalke räumt Fehler ein

Der FC Schalke gibt zu, dass die Kritik am Polizeieinsatz in der Partie gegen Saloniki zu scharf war. Der Club ist sich mit dem Innenminister Nordrhein-Westfalens nun auch über eine Zusammenarbeit einig - die Polizei sichert weiterhin den Innenbereich der Schalker Arena.

Schalke-Geschäftsführer Peters (Archivfoto): Streit mit Polizei beigelegt
imago

Schalke-Geschäftsführer Peters (Archivfoto): Streit mit Polizei beigelegt


Hamburg - Fußball-Bundesligist Schalke 04 und Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger haben ihren Streit um den umstrittenen Polizeieinsatz im Playoff-Spiel der Champions-League gegen Saloniki beigelegt. S04-Geschäftsführer Peter Peters und Jäger unterzeichneten im Beisein von DFL-Präsident Reinhard Rauball eine gemeinsame Erklärung zur Zusammenarbeit.

"Wir stimmen darüber überein, dass Fußballspiele in den Bundesligen sicher und in einer friedvollen Atmosphäre stattfinden sollen", sagte Jäger in Düsseldorf. "Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Verein und Polizei ist hierfür die beste Basis."

Damit ist der angedrohte Abzug der Polizei aus der Schalker Arena vom Tisch. Schon am Mittwoch (20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) in der Champions-League-Partie gegen Steaua Bukarest werden die Beamten wieder im Stadion sein. Zudem sollen dank verbesserter Sicherheitskonzepte künftig weniger Polizisten im Stadion eingesetzt werden. In sechs Monaten soll überprüft werden, ob die Vereinbarung greift.

Schalke räumte ein, dass die öffentlich geäußerte Kritik am Polizeieinsatz in der Partie gegen Paok Saloniki "in Wortwahl und Tenor zu scharf war". Club und Innenministerium einigten sich darauf, Kritik und unterschiedliche Bewertungen künftig nur noch intern anzusprechen. Das Polizeiprotokoll hatte S04 nach Informationen von SPIEGEL ONLINE bereits in Bedrängnis gebracht, der Club war demnach entgegen der eigenen Darstellung komplett über den Einsatz informiert gewesen.

Peters hatte Einsatz als "völlig unverhältnismäßig" bezeichnet

In einem Interview mit der "Die Welt" sagte SPD-Politiker Jäger am Samstag: "Der Verein hat auch eingeräumt, dass es erhebliche Kommunikationsdefizite gab." So habe es trotz der Bitte der Polizei keine ausreichende Stadiondurchsage gegeben, um die Zuschauer über den Polizeieinsatz aufzuklären.

Bei der Champions-League-Partie gegen Saloniki hatte eine Hundertschaft der Polizei einen Block der Schalker Gastgeber gestürmt, weil sich S04-Fans zuvor geweigert hatten, eine mazedonische Flagge abzunehmen. Durch diese fühlten sich die griechischen Anhänger angeblich derart provoziert, dass sie mit einem Block- und Platzsturm drohten, sollte die Flagge hängen bleiben. Daraufhin ging die Polizei in den Schalker Block.

In der Folge war ein Streit zwischen Polizei und Club ausgebrochen. Peters hatte sich nach der Partie sogar mit den Worten zitieren lassen: "Dieser Einsatz war völlig unverhältnismäßig. Wir können dies absolut nicht gutheißen und bringen dafür nicht das geringste Verständnis auf." Peters ließ allerdings unerwähnt, dass Schalker Fan- und Sicherheitsbeauftragte die Anhänger mehrfach darauf gedrängt hatten, die Flagge abzunehmen.

max

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 45 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Haller 14.09.2013
1. Und weiter mit der Schildbürgerei
der Steuerzahler darf also weiter den Millionarios und dem Fußballpöbel ihre Hybris bezahlen; Polizisten, welche dann ja fehlen wenn eine U-Bahnhaltestelle mal wieder ein Herr Brunner zu Tode getreten wird. Man ist ja im Stadion beschäftigt.
Smith 14.09.2013
2. Oh nö, wo ist das Rückgrat heutzutage?
Ich verstehe immer noch nicht warum nicht der Club/Stadionbetreiber die Partie in Eigenregie sichern soll? Warum müssen Fußballuninteressierte dafür indirekt mit aufkommen? Sicherungskosten auf die Besucher umwälzen und schon wird man garantiert weniger Kravallmacher im Stadion haben.
ace313 14.09.2013
3. ach was
es geht da nicht ums geld. echt jetzt. es gab da auch keine Pöbeleien oder sonstiges. es ging darum 3 fahnen aus dem fanblock der Schalker zu hohlen weil sie mazedonischer natur waren und die polizei Pöbeleien verhindern wollte. da war NICHTS. und bei dem verauch die fahnen zu hohlen muss man keine 165 menschen verletzen und dann als gdp vorsutzender so zu übertreiben. und ihr kommentatoren solltet mal aufhören nur an euer geld zu denken.
goodgulf 14.09.2013
4. Es ist so einfach ...
Zitat von Hallerder Steuerzahler darf also weiter den Millionarios und dem Fußballpöbel ihre Hybris bezahlen; Polizisten, welche dann ja fehlen wenn eine U-Bahnhaltestelle mal wieder ein Herr Brunner zu Tode getreten wird. Man ist ja im Stadion beschäftigt.
Wo hohe Einnamen sind, fliessen in der Regel auch hohe Steuern. So auch hier. Nicht nur, dass die Spieler hohe Einkommensteuern bezahlen, auch die DFL bring dem deutschen Staat Milliardeneinnnahmen. Davon kann man schon den einen oder anderen Polizisten beschäftigen.
john923 14.09.2013
5.
Zitat von Hallerder Steuerzahler darf also weiter den Millionarios und dem Fußballpöbel ihre Hybris bezahlen; Polizisten, welche dann ja fehlen wenn eine U-Bahnhaltestelle mal wieder ein Herr Brunner zu Tode getreten wird. Man ist ja im Stadion beschäftigt.
Wird die Polizei nicht aus dem allgemeinen Steueraufkommen bezahlt? Und ist nicht auf jeder Eintrittskarte zu einem BuLi Spiel Mwst drauf (wenn auch mWn nur 7%). Dann rechnen Sie bei 55.00 Tickets zu im Schnitt vielleicht 30 Euro (1.65 Mios) mal die reine Mwst aus. Damit sollte sich der Polizeieinsatz am Spieltag im Sadion schon finanzieren lassen. Hinzu kommt die Mwst auf Bier, Cola, Wurst etc am Spieltag und was sonst noch in Fanshops etc umgesetzt wird....ich würde mal die gewagte These aufstellen, dass die Steuereinnahmen rund um ein Bundesligaspiel deutlich höher sind als die Kosten für den jeweiligen Polizeieinsatz. Ohne das boomende BuLi Spektakel würden dem Staat vermutlich Mrd. an Steuereinnahmen fehlen....ob das der Polizei dann bei den anderen Aufgaben hilft, wage ich zu bezweifeln.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.