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Bundesliga: Bremen feiert Überraschungserfolg auf Schalke

Schalker Beigeschmack: Statt sich auf einen Champions-League-Platz zu katapultieren, verlor der FC Schalke zu Hause gegen den SV Werder. Bei den Gästen überragten ausgerechnet die alten Männer.

Werder-Stürmer Pizarro, rechts, Ujah: Sieg der Effizienz Zur Großansicht
AP/dpa

Werder-Stürmer Pizarro, rechts, Ujah: Sieg der Effizienz

Schalke 04 ist der Klub der Emotionen und Ambitionen, aber nach dem ersten Rückrundenspiel gab es schon die erste Ernüchterung. Statt sich mit einem Sieg gegen den Abstiegskandidaten Werder Bremen oben festzusetzen, verlor Schalke 1:3 (1:1). Und dabei hatte alles so gut angefangen.

Schalke kam schon in der vierten Minute zu seiner ersten Torchance, als Klaas-Jan Huntelaar im Strafraum abzog. Eine Minute später fiel dann auch schon die so frühe wie verdiente Führung: Nach einer Ecke von Johannes Geis setzte sich Joel Matip im Zentrum gegen Jannik Vestergaard durch und köpfte den Ball in die lange Ecke. Und Werder? Blieb vor und nach dem Gegentor weitgehend harmlos. Bis auf eine Schusschance für Claudio Pizarro (12.) war von den Gästen nichts zu sehen.

Stattdessen immer wieder Schalke. Sané sorgte mit einem Schlenzer vom rechten Strafraumeck für Gefahr, Geis mit der folgenden Ecke oder Huntelaar, der in der 28. Minute frei vor Felix Wiedwald den Ball an die Latte lupfte. Zwei Minuten später traf der Holländer nach Pass von Meyer nur das Außennetz. Und dann das: In der 34. Minute tauchte Huntelaar nach einem tollen Pass von Leon Goretzka wieder frei vor Wiedwald auf - diesmal schoss der Stürmer sogar weit über das Tor.

Dass sich vergebene Chancen rächen können, wurde Schalke kurz vor der Pause schmerzhaft klar gemacht. Zunächst strich ein Schuss Pizarros von der Strafraumkante ganz knapp am rechten Pfosten vorbei (42.). Eine Minute später machte es Clemens Fritz aus 18 Metern besser: Sein verdeckter Abschluss landete unhaltbar für Ralf Fährmann zum 1:1 im Schalke-Tor. Erinnerungen wurden wach an die Bundesligapartie vor fast genau einem Jahr. Damals hatte S04 in der Nachspielzeit den 1:1-Ausgleich gegen Werder kassiert und sich selbst um den Lohn der Arbeit gebracht.

Die alten Männer und die Effizienz

Würden die Schalker es in der zweiten Halbzeit besser machen? Naja. 43 Sekunden waren gespielt, als Claudio Pizarro eigentlich das 2:1 für Bremen erzielen musste. Nach einem schnellen Angriff hielt Fährmann erst einen Schuss von Öztunali, den Abpraller schoss Pizarro dann über das Tor. Im Gegenzug legte Meyer den Ball von links in den Strafraum, wo Huntelaar diesmal statt zu schießen den besser postierten Sané anspielte. Aber auch der konnte aus wenigen Metern die Chance nicht nutzen.

Apropos nutzen. Dass Bremen das deutlich effizientere Team war, zeigte sich in der 54. Minute. Da lief Clemens Fritz, 35 Jahre alt, auf der rechten Seite unbedrängt Richtung Schalke-Strafraum und flankte. Am langen Eck wartete Claudio Pizarro, 37, und verwandelte den Ball zur gar nicht mehr so überraschenden Gästeführung. Wie würde Schalke auf den Rückstand reagieren? Trainer André Breitenreiter brachte für das offensive Mittelfeld die Winterverpflichtung Younès Belhanda, er ersetzte Meyer.

Es war dann aber nicht der Marokkaner, der für Aufsehen sorgte, sondern Schalkes Supertalent Sané. In der 68. Minute setzte der 19-Jährige zu einem famosen Sololauf an, in dessen Verlauf er drei Bremer stehen ließ, aber vor dem Tor verzog. Es war die beste Schalker Gelegenheit zum Ausgleich, nachdem diverse Standards von Johannes Geis zuvor zu ungenau gewesen waren. Eine Flanke von Junio Caicara zehn Minuten vor Abpfiff verpassten dann im Strafraum sowohl Matip als auch der eingewechselte Franco di Santo.

Und wieder galt: Wer seine Chancen nicht nutzt - den bestraft der SV Werder. Eine Minute vor Ende der regulären Spielzeit setzte sich (wieder!) Clemens Fritz auf der linken Seite durch, dessen Flanke verwandelte in der Mitte Anthony Ujah akrobatisch zur 3:1-Entscheidung. Bremen liegt nach dem wichtigen Auswärtssieg mit 18 Punkten auf Platz 16, Schalke (27 Punkte) verpasste die Chance auf Platz vier und ist nun weiter Sechster.

goe

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insgesamt 9 Beiträge
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1. Keine Überraschung
rollidererste 24.01.2016
Wer die Bundesliga und Schalke einigermaßen verfolgt, weiß dass Schalke bei Sonntagspielen nix reißt. Zumal wenn Sie mir einem Sieg einen "Big Point" landen könnten. Die sollten am besten sonntags die drei Punkte kampflos abgeben.
2. Keine Übertreibung:
StanLibuda4ever 24.01.2016
IMMER dann, wenn drei, vier mit Schalke konkurrierende Klubs am selben Spieltag Punkte liegen lassen, versagen den "Knappen" die Nerven, eine solche super Chance wahrzunehmen! Für den gemeinen Fan ein Drama seit Jahrzehnten, nicht erst seit heute...... Zum Mäusemelken!!!
3.
MarkusW77 24.01.2016
Haha! Schwarz gelbe Grüße
4. @3
StanLibuda4ever 24.01.2016
Die Häme sei Dir gegönnt! Sie ist nur z u verständlich!
5.
williamschrist 24.01.2016
Das war nicht nur Schalkes Schwäche sondern auch Werders Stärke. Und Fritz geht im Sommer in Rente, Pizarro ist praktisch aus der Rente geholt worden. Das muss gegen Schalke reichen :-)
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