Schalkes Niederlage gegen Hoffenheim Vergeigt

Schalke hat beste Voraussetzungen für eine erfolgreiche Saison - und steckt mal wieder im Mittelmaß fest. Gegen Hoffenheim gab es eine Niederlage, weil Julian Nagelsmann im Duell der Trainer-Talente besser rotierte.

Schalkes Franco di Santo (l.) und Hoffenheims Kevin Vogt
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Schalkes Franco di Santo (l.) und Hoffenheims Kevin Vogt

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Verpasste Chance: Der FC Bayern? Wirkt in der zweiten Ancelotti-Saison angreifbar. RB Leipzig? Der Vizemeister kämpft mit der Belastung durch die Champions League. Leverkusen? Ist kein Spitzenteam mehr. Für den FC Schalke, erstmals seit Jahren ohne Doppelbelastung, bietet sich mit einem starken Kader und dem Trainer-Talent Domenico Tedesco die große Chance, wieder in die nationale Spitze aufzusteigen. Doch es will auch in diesem Jahr nicht so richtig klappen, wie das Spiel bei der TSG Hoffenheim gezeigt hat.

Das Ergebnis: Hoffenheim gewinnt 2:0 und steht vor dem FC Bayern, hier geht es zur Bundesliga-Zusammenfassung.

Englische Woche: Wie viel Rotation braucht es bei drei Spielen in einer Woche? Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann entschied sich nach dem 3:2-Sieg in Mainz zu fünf Wechseln in der Startelf - sinnvoll im insgesamt zehnten Pflichtspiel. Für die Schalker war es die erste englische Woche der Saison, doch auch Tedesco ersetzte vier Spieler. Nabil Bentaleb und Bastian Oczipka fehlten verletzt, mit Leon Goretzka (erkrankt) und Guido Burgstaller saßen jedoch zwei Schlüsselspieler nur auf der Bank.

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Bundesliga: Nagelsmann siegt im Duell der Jungtrainer

Erste Hälfte: Kritik an Nagelsmanns Rotation verbot sich bereits früh, denn der neu ins Team gerückte Dennis Geiger nutzte einen Stellungsfehler von Benjamin Stambouli zum Führungstreffer (13. Minute). Die TSG war über weite Phasen die bessere Mannschaft, Schalke kam erst in der Schlussphase zu mehr Spielanteilen und Torgefahr. Die beste Chance vergab aber Hoffenheims Serge Gnabry, der mit einem Drehschuss aus zwölf Metern jedoch an Torhüter Ralf Fährmann scheiterte (45.+1).

Auf Eurosports Spuren: Wer in dieser Saison schon mal ein Freitagsspiel der Bundesliga in einer Kneipe mit einem griechischen Stream verfolgt hat, weiß wie umstritten der neue TV-Sender Eurosport ist. Da wollte der bewährte Sender Sky nicht nachstehen: Im Einzelspiel aus Sinsheim gab es eine neue Splitscreen-Interpretation, was viele Zuschauer verärgerte. Fast zehn Minuten war das Spiel vor dem Pausenpfiff nur mit Mühe zu beobachten - immerhin funktionierte die Werbeeinblendung.

Zweite Hälfte: Schalke kam deutlich verbessert aus der Kabine. Yevhen Konoplyanka (49./55.) vergab zweimal in aussichtsreicher Position den Ausgleich, auch Burgstaller verzog einen Flachschuss nur knapp. Ja, Tedesco korrigierte seine Aufstellung im Laufe des zweiten Durchgangs, neben dem österreichischen Stürmer (55.) kamen auch Goretzka (74.) sowie Breel Embolo (78.), den viele Schalker Fans gerne in der Startelf gesehen hätten. Torchancen gab es in der Folge auf beiden Seiten, den zweiten Treffer erzielte Lukas Rupp, als Fährmann bei einem langen Pass am Ball vorbei trat (90.+3).

Trainerduell: Sie sind jung, sie sind früh in der Bundesliga angekommen, sie stehen für die neue Trainer-Generation. Julian Nagelsmann und Domenico Tedesco absolvierten gemeinsam die Trainer-Ausbildung (Wer es noch nie gehört hat: Schalkes Coach schloss als Jahrgangsbester ab) und arbeiteten vor Tedescos Abgang zusammen in Hoffenheim. Nun folgte das erste Duell in der Bundesliga - mit dem besseren Ende für den etwas erfahreneren Nagelsmann. Tedesco kämpft auf Schalke mit ähnlichen Problemen wie seine Vorgänger. Die Erwartungshaltung war, nach drei Siegen in den ersten vier Partien, groß. Letztlich fehlt dem Kader aber Entschlossenheit und Konstanz.

TSG Hoffenheim - FC Schalke 2:0 (1:0)
1:0 Geiger (13.)
2:0 Rupp (90.+3)
Hoffenheim: Baumann - Nordtveit, Vogt, Hübner - Kaderabek, Geiger, Amiri (29. Rupp), Zuber (73. Schulz) - Gnabry (54. Wagner), Kramaric - Uth.
Schalke: Fährmann - Stambouli, Naldo, Nastasic - Caligiuri, McKennie (74. Goretzka), Meyer (78. Embolo), Kehrer - Harit, Konoplayanka - di Santo (55. Burgstaller).
Schiedsrichter: Stegemann
Gelbe Karten: Hübner, Kaderabek, Wagner - Meyer, Embolo.
Zuschauer: 30.150



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Americanet 23.09.2017
1.
Es ist mir unbegreiflich, warum der Trainer darauf besteht, Caligiuri und di Santo spielen zu lassen, die beide ausschließlich in der Kategorie teilnahmsloses Auf- und Ablaufen erfolgreich sind. Meine Hoffnung ist, dass sich eine Stammbesetzung findet, die dann auch regelmäßig zusammen auflaufen kann, sonst wird das wieder eine Saison im Mittelmaß.
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