Schweizer Fußball Klubpräsident bietet Belohnung für Manipulations-Hinweise

Kurioser Vorfall in der Schweiz: Weil es beim 2:3 seines FC Sion gegen Bern zu strittigen Schiedsrichter-Entscheidungen kam, setzte der Klubboss eine Belohnung auf Manipulations-Hinweise aus.

Sion-Präsident Christian Constantin
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Sion-Präsident Christian Constantin


Es dürfte ein einmaliger Vorgang im Profifußball sein: Christian Constantin, Präsident des schweizerischen Fußball-Erstligisten FC Sion, hat eine Belohnung von 25.000 Franken (22.800 Euro) ausgesetzt - für Hinweise, die eine Manipulation durch das Schiedsrichter-Trio im Spiel bei Young Boys Bern belegen. Er habe den Verdacht, dass es bei der Niederlage seines Klubs (2:3) nicht mit rechten Dingen zugegangen sei, so der Präsident.

"Der FC Sion ist am letzten Sonntag Opfer einer gravierenden Irregularität des Schiedsrichter-Trios geworden. Im Namen des Präsidenten appelliert der Klub an die Bevölkerung, mögliche Hinweise zu dem Fall zu liefern", hieß es in einer Videobotschaft auf der Homepage des Vereins.

Anlass des Ärgers war die 68. Minute. Schiedsrichter Sascha Amhof und seine Assistenten entschieden nach einer Schwalbe des Berner Spielers Miralem Sulejmani auf Elfmeter, zudem sah Sion-Torwart Andris Vanins die Rote Karte. Zusätzlich übersahen er und der Linienrichter, dass sich Sulejmani zu Beginn des Angriffs im Abseits befand. Bern erzielte den Ausgleich und gewann schließlich die Partie in Überzahl während der Nachspielzeit. Sion war zuvor zweimal in Führung gegangen.

Präsident Constantin hat zudem angekündigt, strafrechtlich wegen Betrugs gegen Schiedsrichter Amhof vorzugehen. Das wiederum rief die Disziplinarkommission der Swiss Football League auf den Plan. In einem Statement machte sie bekannt, dass aufgrund der Anschuldigungen bereits ein Verfahren gegen Constantin eingeleitet wurde.

elo/sid



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