Schmäh-Banner 5000 Euro Geldstrafe für St. Pauli

Der Zweitligist FC St. Pauli muss 5000 Euro Strafe zahlen. Grund ist ein Banner, das beim Spiel gegen Dynamo Dresden gezeigt wurde.

Millerntorstadion
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Millerntorstadion


Der FC St. Pauli ist wegen eines diffamierenden Banners auf der Südtribüne des Millentorstadions vom Sportgericht des Deutschen Fußball-Bunds (DFB) zu einer Geldstrafe in Höhe von 5000 Euro verurteilt worden. Der Verein hat dem Urteil zugestimmt, es ist damit rechtskräftig.

Im Heimspiel gegen Dynamo Dresden Mitte Februar hatten St. Pauli-Fans auf der Tribüne ein Spruchband mit der Aufschrift "Schon eure Groszeltern haben für Dresden gebrannt - gegen den doitschen Opfermythos" gezeigt. Die Aussage nimmt Bezug auf die Bombenangriffe der Alliierten auf Dresden 1945 mit Zehntausenden Todesopfern. Diese jährten sich seinerzeit zum 72. Mal.

Dynamo Dresden hatte das Spruchband aufs Schärfste verurteilt. Der FC St. Pauli hatte sich entschuldigt, auch der Sprecherrat der offiziellen Fanklubs des Hamburger Klubs hatte sich angeschlossen. Dresden hatte die Entschuldigungen angenommen.

"Im Rahmen der internen Aufarbeitung des Vorfalles zwischen den Vereinsgremien und der Fangruppierung, die ihr Bedauern für eine missverständliche Formulierung geäußert hat, ohne jedoch die Kritik am Opfermythos in Frage zu stellen, wurde die Idee entwickelt, eine gemeinsame Veranstaltung zum Thema Opfermythos und Geschichtsrevisionismus zu initiieren", teilte der Verein nach der Urteilsverkündung mit.

bka



insgesamt 9 Beiträge
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rolo 07.03.2017
1. Opfer sind kein Mythos!
Aha. Man entschuldigt sich also, da braucht der DFB dann auch keine Blocksperre verhängen, wie gegen Dresden oder Dortmund bei vergleichbaren Vorfällen gegenüber RB Leipzig. Dass die Entschuldigung im gleichen Atemzug ad absurdum geführt wird, indem gleich nochmal darauf hingewiesen wird, dass der angebliche Opfermythos natürlich als solcher mit der Entschuldigung nicht in Frage gestellt würde, scheint niemanden zu interessieren. Schäbig. Mindestens 25.000 Opfer sind aber mindestens 25.000 Opfer und keineswegs ein Mythos! Ebenso wenig tragen sie in der Mehrzahl eine individuelle Schuld an ihrem Schicksal. Sie haben daher als unschuldige Opfer eines Kriegsverbrechens zu gelten, ohne dass damit deutsche Kriegsverbrechen in jener Zeit in irgendeiner Weise relativiert oder die deutsche Kriegsschuld in Frage gestellt würden. Es gilt immer: Kriegsverbrechen können nie Rechtfertigung für andere Kriegsverbrechen sein. Insofern war das Banner im Fanblock von St. Pauli mehr als nur ein kleiner Ausrutscher, der mit lächerlichen 5.000 Euro ausreichend bestraft wäre, erst Recht nach einer so halbherzigen Entschuldigung!
hegoat 07.03.2017
2. Ein Witz
5000 Euro Strafe sind ein Witz. Da würde sich jeder Zweitligist kaputtlachen. SO kriegt man die Vereine nie dazu, ENDLICH vernünftige Sicherheitskontrollen einzuführen, damit so ein Schei.. nicht mehr ins Stadion kommt.
gnarze 07.03.2017
3. Äpfel und Birnen
Dortmund -und Dymanofans standen schon unter Bewährung, bevor eine Blocksperre ausgesprochen wurde. Und wer die Braunen Horden zum Gedenktag in Dresden so sieht, der erkennt, dass gewisse Kreise durchaus gerne dem Opfermythos verfallen sind, insofern trifft es auf eine gewisse Klientel im Dynamoblock auch zu - wobei der erste Teil des Plakates in der Tat ziemlich geschmacklos ist.
mallekalle 07.03.2017
4. Witz
Das dann noch ,,Entschuldigung'' zu nennen ist der blanke Hohn! St.Pauli als Verein macht sich so immer weniger Freunde. Unsympatisch und arogant. 5000€ ist als Strafe ein Witz.
jerusalem 07.03.2017
5. wie man es sich ausmacht ..
In jeder Demokratie gibt es Gesetze, die den Rahmen vorgeben. Im Fußball kocht man jedes Mal, ob Spielersperre oder Bannerstrafe, seine eigene Suppe. Klare "Gesetze", klare Strafen FÜR ALLE gültig!!!!
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