St. Paulis Auftaktsieg in Bochum Spitzenreiter, Spitzenreiter, hey, hey!

Die Zweite Liga ist wieder da. Erster Tabellenführer ist der FC St. Pauli, der zum Start einen schnörkellosen Auftritt hinlegte. Auf Show wurde in Bochum konsequent gepfiffen. Alles Wichtige zum Zweitligaauftakt.

Der FC St. Pauli jubelt
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Der FC St. Pauli jubelt

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Zahl des Tages: 67. Genau so viele Tage hatte der Ball in der Zweiten Liga geruht. Die Saison 2017/2018 begann dann, wie die letzte geendet hatte - mit einem Duell zwischen dem VfL Bochum und dem FC St. Pauli. Juli, Freitagabend, Flutlicht, ausverkauftes Stadion, dazu zwei Klubs, die gemeinsam 42 Bundesligajahre vorweisen können: Wer da nicht unverzüglich Lust auf Ligafußball bekommt, hat am Ende wirklich etwas zu viel Confederations Cup geschaut.

Das Ergebnis: 0:1 (0:0). Den Treffer des Abends erzielte St. Paulis Christopher Buchtmann (65. Minute).

Die Startaufstellungen
Bochum: Riemann - Gyamerah, Hoogland, Bastians - Celozzi, Losilla - Gündüz, Soares - Eisfeld - Diamantakos, Wurtz
St. Pauli: Himmelmann - Kalla, Sobiech, Hornschuh, Buballa - Nehrig, Buchtmann - Möller Daehli, Sobota - Allagui, Bouhaddouz

Auftaktspektakel: Unmittelbar vor dem Spielbeginn wurden auf dem Spielfeld 18 Fahnen mit den Vereinsemblemen der diesjährigen Zweitligisten präsentiert. Die wurden dann etwas unbeholfen und in mäßigem Tempo in den Spielhälften hin- und hergetragen, alles untermalt von konturloser Popmusik. "Wir pfeifen auf eure Show", war in der Bochumer Kurve zu lesen. Gesagt, getan, doch war die Darbietung auffällig hemdsärmelig und kurz. Unter Umständen hat man aus dem Pokalfinaldebakel und dem Helene-Fischer-Auftritt gelernt. Vielleicht ist es aber eben auch nur die Zweite Liga.

Bochum - St. Pauli, vor Beginn
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Bochum - St. Pauli, vor Beginn

Die erste Hälfte: "Man spürt, wie diese Stadt danach lechzt, Erstligafußball zu sehen", sagte VfL-Sportvorstand Christian Hochstätter. Der neue Trainer Ismail Atalan und ein starkes Testspiel gegen den BVB (2:2) hatten große Euphorie in Bochum entfacht - die allerdings nur knapp drei Minuten dauerte. Dann nämlich vergab St. Paulis Kapitän Bernd Nehrig nach starkem Dribbling die erste Großchance. Die Gäste hatten auch danach deutlich mehr vom Spiel, kamen immer wieder durchs Zentrum zu Abschlusssituationen. Waldemar Sobota, Christopher Buchtmann (14./15.) und Sürmerzugang Sami Allagui (37.) vergaben weitere gute Chancen.

"Geheimfavoriten" unter sich: Bochum hatte seinen Aufstiegsanspruch selbstbewusst formuliert, St. Pauli sich diesen Status durch eine herausragende Rückrunde verdient. Die Hamburger wirkten körperlich stärker und besser organisiert - und wären trotzdem fast in Rückstand geraten: Robin Himmelmann, die neue/alte Nummer eins beim FC St. Pauli, konnte im Duell gegen Thomas Eisfeld gerade noch klären (30.). Es war allerdings die einzige echte VfL-Chance vor der Pause. St. Pauli hatte mehr Ballbesitz, mehr Abschlüsse, mehr alles. Bis auf Tore.

Die zweite Hälfte: VfL-Coach Atalan stellte zur Pause auf eine Viererkette um - und wurde sofort durch eine Dreifachchance seines Teams in seiner Maßnahme bestätigt, Jan-Philipp Kalla und Keeper Himmelmann konnten den Rückstand knapp verhindern (50.). Himmelmann rettete auch gegen Dimitrios Diamantakos (61.). Es folgte: ein gaaanz großer Klassiker des Fußballs.

Buchtmann trifft zum 0:1 (65.)
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Buchtmann trifft zum 0:1 (65.)

Das erste Tor der Saison: In diese Bochumer Druckphase hinein setzte St. Pauli einen Konter. Nehrig eroberte den Ball, Mats Möller Daehli spielte auf Allagui, der legte wieder quer zu Buchtmann - und die Gäste holten endlich nach, was sie im ersten Durchgang hatten liegen lassen (65.). Der VfL kam in einem sehenswerten Zweitligaspiel noch einmal auf, aber nicht mehr zu zwingenden Chancen.

Die Erkenntnis des Spiels: Ein starker Auftritt des FC St. Pauli, der unter dem neuen Cheftrainer Olaf Janßen an die vergangene Saison anknüpft. Es gibt in Hamburg ja nicht wenige, die das Wiedererstarken des im Winter bereits abgeschlagenen Klubs mit Janßens Ankunft im November 2016 in Verbindung gebracht haben. Bei St. Pauli war von Beginn an Zug im Spiel, rustikal war da gar nichts. Und trotzdem gerieten sie sehr unnötig noch einmal unter Druck. Sollten die Hamburger auch noch an ihren Abschlüssen feilen - aus dem Geheimfavoriten könnte schnell ein Mitfavorit um den Aufstieg werden.



insgesamt 5 Beiträge
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fjodorgarrincha 29.07.2017
1. Guter Artikel, aber ...
Ein eigentlich guter Artikel, aber es wird unterschlagen, dass dem FCSTP in der ersten Hälfte auch gut und gerne ZWEI Handelfmeter hätten zugesprochen werden können. Bester Offensiver sicherlich ALLAGUI. Dessen Versuch, ein Lothar-Emmerich-WM1966-Gedächtnistor zu erzielen, hätte auch gerne Erwähnung finden können. Schön auch, dass HIMMELMANN und KALLA wieder in der Startformation stehen. Erstaunlich aber auch: In der zweiten Hälfte war Bochum deutlich besser, als zuvor. Der FCSTP stand tiefer und drückte weniger. Dennoch gelang das Tor in einer Phase der Unterlegenheit. Eigentlich ein sehr verheissungsvoller Auftakt! "This is St.Pauli, LalalalalaLah ... This is St.Pauli, LalalalalaLah ..."
aurichter 29.07.2017
2. Super Spiel
Gemessen und verglichen mit dem EL-Qualispiel am Donnerstag war dies Spiel aus der 2.Liga eine enorme Steigerung in der Qualität. Erstaunlich die taktische Umstellung der St.Paulianer nach der HZ. In HZ1 dominant gespielt ohne Ausbeute, in HZ2 umgestellt auf Konter und den Erfolg eingeleitet. Spielweise aus der erfolgreichen 2.ten Saisonhälfte 16/17 sitzt noch im Team drin. Hoffentlich kann der FCSP diese Spielweise noch verfeinern, erfolgreich verfeinern!
fire ant 29.07.2017
3. St. Pauli
kann sich die Tabelle einrahmen lassen, denn ab dem 2. Spieltag wird es vermutlich wieder in die mittleren Gefilde der Tabelle gehen. Langsam, aber stetig. Vielleicht wird diese Saison mal der Kontakt zu den Abstiegsrängen vermieden. Aber Aufstieg ist auch diese Saison unrealistisch. Da passen sie auch nicht hin.
fjodorgarrincha 29.07.2017
4. Aha, und wieso bitte nicht ?
Zitat von fire antkann sich die Tabelle einrahmen lassen, denn ab dem 2. Spieltag wird es vermutlich wieder in die mittleren Gefilde der Tabelle gehen. Langsam, aber stetig. Vielleicht wird diese Saison mal der Kontakt zu den Abstiegsrängen vermieden. Aber Aufstieg ist auch diese Saison unrealistisch. Da passen sie auch nicht hin.
Ja, wieso passt der FC STP denn bitte nicht in die BL1 ? Professionneller als mancher Club der BL1 sind sie, interessanter als mancher Club der BL1 ebenfalls. Und wenn die BL1 in den letzten Jahren Clubs wie Ingol- & Darmstadt, Fürth & sogar Paderborn beherbergte, dann dürfte der FC STP für 2-3 Jahre dort nicht störend auffallen. Und mal eine Gegenfrage: Wer passt denn aus der BL2 dieser Saison besser, ihrer Meinung nach? Etwa Braunschweig? Cheers! C
doppelnass 29.07.2017
5.
Diese Headline beweist, dass der Autor nichts mit St. Pauli zu tun hat, ausser Eventfan zu sein. Sowas ruft auf St. Pauli niemand.
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