Fed-Cup-Niederlage gegen Tschechien Wieder eine große Chance vertan

Als Julia Görges das dritte Einzel gewann, keimte kurz Hoffnung auf. Doch Angelique Kerber zeigte eine schwache Leistung und so verlor das deutsche Fed-Cup-Team. Kerbers Generation läuft die Zeit davon.

Angelique Kerber
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Angelique Kerber


Angelique Kerber saß zwischen den Ballwechseln frustriert auf der Bank. Sie lamentierte, schüttelte den Kopf, wirkte total unzufrieden und so schienen die fachlichen Hinweise des neuen Bundestrainers Jens Gerlach gar nicht bei ihr anzukommen. Kerber fand gegen Petra Kvitova nie ins Match und verlor deutlich 2:6, 2:6. Damit stand die Niederlage der deutschen Tennis-Damen gegen Tschechien im Halbfinale des Fed Cups fest.

Zuvor hatte die momentane deutsche Nummer eins, Julia Görges, mit einem Gala-Auftritt vor 4500 Zuschauern in Stuttgart und dem 6:4, 6:2 gegen Karolina Pliskova die Gastgeber noch einmal hoffen lassen. Anders als ihre Teamkollegin erreichte die zweimalige Grand-Slam-Siegerin Kerber jedoch in keiner Phase des Matches ihre Topform und musste Kvitova nach nur 58 Minuten zum Sieg gratulieren. Kerber produzierte zu viele leichte Fehler, spielte insgesamt zu passiv und konnte dem druckvollen Spiel der Tschechin nichts entgegensetzen.

Der erhoffte erste Finaleinzug nach dem verlorenen Endspiel von Prag vor vier Jahren und der ersehnte dritte Titel nach 1987 und 1992 bleibt in weiter Ferne. Nach den zwei Einzel-Pleiten war das deutsche Team am Samstag klar in Rückstand geraten, eine Kerber in Normalform hätte die Möglichkeit auf das Wunder von Stuttgart trotzdem am Leben erhalten können. Im abschließenden Doppel gaben Görges und Anna-Lena Grönefeld beim Zwischenstand von 5:7 wegen einer Verletzung Görges' auf - Tschechien gewann 4:1.

Der oft gerühmten Generation um die 30-jährige Kerber, zu der neben Görges auch die häufig verletzte Sabine Lisicki, 28, und die seit Monaten nach ihrer Form suchende Andrea Petkovic, 30, gehören, läuft in Sachen Fed-Cup-Titel die Zeit davon. "Es wird ein bisschen dauern, bis man darüber wegkommt", sagte Kerber. "Wir wissen alle, dass das eine Chance war."

Kerber und Görges schieden zwar gegen den Seriensieger der vergangenen Jahre und zwei Top-Ten-Spielerinnen aus, ließen aber eine aussichtsreiche Chance vor eigenem Publikum liegen. Auch im Endspiel von Prag 2014 war der Gegner zu stark für Kerber und ihre Kolleginnen gewesen. Kerber wird sich nach den guten ersten Wochen unter ihrem neuen Trainer Wim Fissette Fragen gefallen lassen müssen, was ihr zur Siegermentalität von 2016 fehlt. Damals hatte Kerber die Australian und die US Open gewonnen.

Tschechien, das zwischen 2014 und 2016 jeweils den Titel holte, trifft am 10. und 11. November auf Frankreich oder die USA.

krä/dpa/sid



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clausina 22.04.2018
1. Alle sollten einsehen
das Frau Kerber eine durchschnittliche Top 20 Spielerin ist.Das eine Jahr in dem sie ihre Erfolge gefeiert hat,reicht nicht.Und ohne Serena Williams Formtief und Auszeit wäre es noch nicht mal dazu gekommen.Also ist Halbfinale Fed Cup doch ok
jean-baptiste-perrier 22.04.2018
2. Die Fakten 2016 sprechen für sich!
clausina hat geschrieben: "Alle sollten einsehen das Frau Kerber eine durchschnittliche Top 20 Spielerin ist.Das eine Jahr in dem sie ihre Erfolge gefeiert hat,reicht nicht.Und ohne Serena Williams Formtief und Auszeit wäre es noch nicht mal dazu gekommen.Also ist Halbfinale Fed Cup doch ok" ------------ Zitat Ende ------------ Soso, Serena Williams 2016 im Formtief und mit Auszeit? In welchem Parallel-Universum hat sich dies zugetragen? In unserem jedenfalls nicht. Serena Williams hat 2016 drei Grand Slam Turnier Endspiele erreicht und das Finale in Wimbledon sogar gewonnen. Ihre relevante Auszeit hat sie Ende Januar 2017 nach dem Gewinn der Australian Open genommen. 2017! Nicht 2016! Kerber hat 2016 ihrerseits einfach überragend gespielt trotz einer sehr starken Serena Williams. Kerber hat zwei von vier Grand Slam Endspielen gewonnen. Das hat abgesehen von Serena Williams zuletzt eine Justine Henin vor weit über zehn Jahren geschafft. Das sind die Fakten. Alles andere ist Nörgelei geboren aus Unwissenheit. Vor allem die Schlußfolgerung das Kerber eine durchschnittliche Top 20 Spielerin sei, ist an Unsinnigkeit nicht zu überbieten. Kerber hat schon vor 2016 über mehrere Jahre konstant in den Top 10 gespielt. Also erstmal informieren über Fakten bevor man sich selbst aus Schaumschläger entlarvt oder einfach Dinge nicht kommentieren von denen man offenkundig keine Ahnung hat.
spon-facebook-695128855 22.04.2018
3. Differenzierter
CLAUSINA hat schon Recht: Eine labile Williams bzw. ein extrem schwaches Damenjahr ermöglichte Frau Kerber 2016 zwei Slamtitel. Das wird sich nie wiederholen können, alleine schon deshalb nicht, weil Kerber mit ihrer finanziellen Vermarktung beschäftigt ist. Training läuft da nur nebenher...
saubereLuft 23.04.2018
4.
Zitat von spon-facebook-695128855CLAUSINA hat schon Recht: Eine labile Williams bzw. ein extrem schwaches Damenjahr ermöglichte Frau Kerber 2016 zwei Slamtitel. Das wird sich nie wiederholen können, alleine schon deshalb nicht, weil Kerber mit ihrer finanziellen Vermarktung beschäftigt ist. Training läuft da nur nebenher...
CLAUSINA hat absolut keine Ahnung. Ein extrem schwaches Hirn und ausgedachte Diffamierungen / Lúgen ermöglichten obigen Kommentar. Das wird sich immer wieder wiederholen, sobald Frau Kerber nicht die Leistung erbringt, die selbstgefällige Nichtskönner von ihr erwarten. Geistig äußerst armes Forumgeseier, die Bildungpolitik (deren Ziel ja eindeutig darin besteht das Volk dumm zu halten) ist ein voller Erfolt. Weiter so. P.S.: Bleibt zwar in der Kommentarprúfung hängen, musste aber unbedingt gesagt werden.
jean-baptiste-perrier 23.04.2018
5. Prinzip Zufall!
spon-facebook-695128855 hat geschrieben: "CLAUSINA hat schon Recht: Eine labile Williams bzw. ein extrem schwaches Damenjahr ermöglichte Frau Kerber 2016 zwei Slamtitel." Albert Einstein hat recht: "Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher" -------- Zitat Ende -------- Eine "labile" Serena Williams erreicht 2016 drei Grand Slam Endspiele. Oh mein Gott, lass Hirn vom Himmel regnen. (Diesen Kommentar schrieb und sendete ich schon gestern um ca. 23 Uhr. Der ist im Vergleich zu dem von sauberLuft geradezu mit Samthandschuhen verfasst. Also ob ein Kommentar die Prüfung übersteht, ist oft die reine Willkür. Vielleicht hätte ich Einstein nicht zitieren dürfen?). @sauberLuft ------- Wir sind hier schon zu zweit, um den Verzwergungs-Unsinn in Bezug auf Kerber als das zu entlarven, was er ist: Mumpitz!
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