VfL Wolfsburg: VW setzt Magath einen Chef vor

Felix Magath büßt Macht ein: Der Trainer und Manager des VfL Wolfsburg bekommt vom Hauptsponsor des Clubs einen neuen Chef vorgesetzt. Der bisher gleichberechtigte Wolfgang Hotze wird von Volkswagen zum Sprecher der Geschäftsführung des Bundesligisten befördert.  

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VfL-Trainer Magath: Nicht mehr mächtigster Mann im Club

Hamburg - So richtig lustig wird Felix Magath die Entscheidung des VW-Aufsichtsrats nicht finden, auch wenn das Datum einen Scherz vermuten lässt. Ab dem 1. April hat der 58-Jährige nicht mehr das alleinige Sagen beim VfL Wolfsburg. Zum ersten Mal in seiner Zeit als Trainer und Manager des Bundesligisten setzt Club-Eigner Volkswagen Magath einen Chef vor die Nase: VfL-Finanzgeschäftsführer Wolfgang Hotze wird zum 1. April Sprecher der Geschäftsführung, dem der sportliche Geschäftsführer Magath dann unterstellt ist.

"Die Schaffung einer übergeordneten Sprecherfunktion ist angesichts unserer ambitionierten vereinsübergreifenden Ziele und der wachsenden Komplexität unseres Geschäfts der richtige Schritt zur richtigen Zeit", sagte VfL-Aufsichtsratschef Francisco Javier Garcia Sanz und bestätigte einen entsprechenden Bericht der "Wolfsburger Allgemeinen Zeitung".

"Mit der Ernennung Wolfgang Hotzes zum Sprecher der Geschäftsführung ordnet der Verein seine Leitungsstruktur neu", heißt es auf der Club-Homepage - es ist de facto eine Teilentmachtung Magaths. Die Maßnahme ist offenbar eine Reaktion auf die internen Arbeitsweisen Magaths und den ausbleibenden sportlichen Erfolg.

Am Montag in den Ruhestand, ab April Sprecher der VfL-Geschäftsführung

Beim VW-Club wird daher die Geschäftsführung neu gestaltet. In ihr arbeiteten Hotze (Finanzen), Magath (Sport) und Thomas Röttgermann (Organisation) bisher gleichberechtigt. Der 59-jährige Hotze, bei VW bislang Leiter des Steuer- und Zollwesens, wurde am Montag im Konzern in den Ruhestand verabschiedet und steht künftig in Vollzeit der VW-Tochter VfL Wolfsburg zur Verfügung. Hotze gehört der VfL-Führung bereits seit 15 Jahren an.

Obwohl Magath in dieser Saison für rund 50 Millionen Euro 20 neue Spieler verpflichtete, steht der VfL als Zehnter lediglich im Tabellen-Mittelfeld. VW hatte bereits vor dem 3:2 am vergangenen Samstag gegen Bayer Leverkusen Druck auf den Coach ausgeübt. Garcia Sanz ermahnte Magath, das Saisonziel Qualifikation für den Europapokal nicht aus den Augen zu verlieren. An eine Vertragsverlängerung sei vorerst nicht zu denken.

"Ich will mich von diesem Ziel noch nicht verabschieden. Wir haben noch zehn Spiele, wir können es noch schaffen", sagte Garcia Sanz der "Wolfsburger Allgemeinen Zeitung". Angesichts des enttäuschenden Saisonverlaufs machte der VW-Manager klar, dass Magath sich an dem gemeinsam formulierten Ziel messen lassen müsse: "Es wäre jetzt falsch, sich davon zu verabschieden. Der Druck muss weiterhin hochgehalten werden."

luk/dpa

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