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Fenerbahce im Visier 93 Anklagen im türkischen Betrugsskandal

Fener-Star Emre: Bestrafung des Clubs in der Türkei hoch umstrittenZur Großansicht
REUTERS

Fener-Star Emre: Bestrafung des Clubs in der Türkei hoch umstritten

Der türkische Betrugsskandal hat ein gerichtliches Nachspiel: Ab Februar werden sich zahlreiche Trainer und Spieler vor der Justiz verantworten müssen. Im Mittelpunkt steht Rekordmeister Fenerbahce Istanbul.

Hamburg - Wegen des Betrugsskandals in der türkischen Süper Lig sollen insgesamt 93 Fußball-Manager, -Trainer und -Spieler auf die Anklagebank. Ein Gericht in Istanbul habe die Anklage der Verdächtigen angenommen, berichtete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu am Freitag. Die Verhandlung soll am 14. Februar beginnen.

Im türkischen Fußball sollen in der Vorsaison mindestens 19 Partien verschoben worden sein, darunter auch das Spiel von Fenerbahce Istanbul gegen Sivasspor, in dem Fenerbahce am letzten Spieltag den Titel holte. In den vergangenen Monaten hatte die Polizei mehr als 80 Manager, Spieler und Trainer verschiedener Clubs festgenommen. Sie sollen den Ausgang etlicher Spiele mit großen Geldbeträgen manipuliert haben. Etwa 30 Beschuldigte wurden in Untersuchungshaft genommen, darunter Fenerbahce-Chef Aziz Yildirim. Fenerbahce wurde aus der laufenden Champions-League-Saison ausgeschlossen.

Über die Bestrafung der Schuldigen ist in der Türkei inzwischen ein politischer Streit entbrannt. Die Regierungspartei AKP und die zwei größten Oppositionsparteien CHP und MHP haben Staatspräsident Abdullah Gül wegen des Falls die Stirn geboten. Dieser hatte mit einem Veto verhindert, dass Betrüger künftig mit geringeren Strafen davonkommen können.

Die Parteien wollten ein von Gül kritisiertes Gesetz dem Präsidenten unverändert erneut vorlegen. Dieses sieht vor, die mögliche Strafe von bis zu zwölf Jahren auf maximal drei Jahre Haft zu verringern. Gül hatte kritisiert, die Änderung des Gesetzes erwecke den Anschein, dass für den Betrugsskandal in der Süper Lig eine besondere Behandlung geplant sei.

aha/dpa

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