Kampf um Fifa-Präsidentschaft Ali Bin Al Hussein will gegen Joseph Blatter antreten

Für Joseph Blatter wäre es die fünfte Amtszeit, doch bei der Wahl zum Fifa-Präsidenten bekommt der Schweizer nun Konkurrenz: Der jordanische Verbandschef Prinz Ali Bin Al Hussein will gegen ihn antreten.

Prinz Ali Bin Al Hussein (Archiv): "Keine einfache Entscheidung"
AP/dpa

Prinz Ali Bin Al Hussein (Archiv): "Keine einfache Entscheidung"


Genf - Prinz Ali Bin Al Hussein tritt bei der Wahl zum Fifa-Präsidenten gegen Joseph Blatter an. Das gab der Vizepräsident des Weltfußballverbandes in der Nacht auf Dienstag via Twitter bekannt.

"Es war keine einfache Entscheidung", teilte Hussein mit. Er habe in den vergangenen Monaten viele Gespräche mit Fifa-Kollegen geführt und sich die Kandidatur reiflich überlegt. "Ich habe wieder und wieder gehört, dass es Zeit sei für eine Veränderung."

Dass Fifa-Präsident Blatter eine fünfte Amtszeit anstrebt, wird vor allem in Europa kritisiert. Für große Fußballnationen wie Deutschland, England und Frankreich ist der Schweizer nicht mehr tragbar; sie wollen, dass er abtritt.

Vor allem die umstrittene Weltmeisterschaft 2022 in Katar lässt die Fifa seit Monaten schlecht aussehen.

Seit Blatter 1998 unter dubiosen Umständen Chef der Fifa wurde, hat es dort zahlreiche Korruptionsaffären gegeben. Bei weltumspannenden Organisationen, die sich einer transparenten Unternehmensführung verpflichten, wäre jede einzelne dieser Affären ein Rücktrittsgrund für einen Vorsitzenden gewesen.

Michel Platini, Chef der Uefa und einst ein treuer Weggefährte des Fifa-Präsidenten, ist nun die Schlüsselfigur der Blatter-Opposition. Der SPIEGEL berichtete schon im Dezember darüber, dass Platini den 38 Jahre alten Königssohn in Stellung bringen wolle.

Prinz Ali Bin Al Hussein ist Präsident des jordanischen Fußballverbands und seit 2011 Mitglied der Fifa-Exekutive und soll Blatter bei der Präsidentenwahl Ende Mai vor allem Stimmen der Asiaten und Europäer abspenstig machen. Bislang hat außer ihm und Blatter nur der frühere Fifa-Funktionär Jerome Champagne seine Absicht zur Kandidatur erklärt. Ihm werden keine Aussichten eingeräumt.

Doch Blatter zählte schon vor Monaten in seinem Büro jene Verbände Europas auf, die fest an seiner Seite stehen sollen. Er baut auf Spanien. Auf Italien. Die Türkei. Moldau. Litauen. Lettland. Slowenien. Rumänien. Bulgarien. Russland. Selbst auf Norwegen. Ein weiteres Dutzend, davon geht er wohl aus, werde folgen, es wäre in etwa die Hälfte aller europäischen Stimmen.

Ein Angestellter des Fifa-Hauptquartiers, der Zugang zum Präsidenten hat, sagt: "Mein linker großer Zeh hat mehr Chancen gegen Blatter als ein Mann von Platinis Gnaden."

vet/dpa/Reuters/Ap

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insgesamt 27 Beiträge
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deglaboy 06.01.2015
1. Ein Silberstreif am Horizont
Ein mutiges Zeichen gegen die Blattokratie. Der Mann muss weg, das weiss jeder, der noch Verstand und Moral hat.
ogniflow 06.01.2015
2. Chancenlos
Blatter braucht nur wieder die Karibik,Afrika und Ozeanien bereisen,Geldkoffer nicht vergessen.Diese Wahlen sind eine Farce.In der Karibik spielen so viele Menschen organisiert Fußball wie in Bielefeld,bei der Wahl haben sie 30 Stimmen,der gesamte DFB 1.Da übergibt man einem "Funktionär" von St.Kitten Islands 20.000 Dollar und die Stimme ist im Sack,sollte Prinz Ali mehr bieten verklagt ihn Blatter wegen Korruption. Mit Demokratie hat das wenig zu tun.
Fackel01 06.01.2015
3. Das ist
doch der ewig gleiche Stallgeruch. Vielleicht sollte die FIFA mal was wirklich neues probieren.
AxelSchudak 06.01.2015
4. Machterhalt
Die Fähigkeit zum Machterhalt ist weder Rechtfertigung noch Qualifikation für eine weitere Amtszeit. Blatter ist eine Schande für den Sport.
20InchMovement 06.01.2015
5. FIFA ist tot
Ich habe früher wirklich sehr gerne Fussball geschaut. CL, UEFA, WM, EM...Mittlerweile muss ich nur noch lachen, über die FIFA, UEFA, etc. Korruption und Machtgier macht den Fussball einfach nur noch kaputt. Das Tolle ist, ich habe so viel mehr Zeit, mich anderen Sachen zu widmen und oft frage ich mich, wie ich so viel Zeit verschwenden konnte?
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