Hamburg - Der Zuspruch für die kontinentale Fußball-Europameisterschaft 2020 ist groß - allein Fifa-Präsident Joseph Blatter kann sich weiter nicht mit dem in 13 Nationen ausgetragenen Event anfreunden. "Ein Turnier gehört in einem Land gespielt, dadurch schafft man Identität und Euphorie", sagte der 77 Jahre alte Chef des Weltverbandes dem "kicker". Ein gutes Beispiel dafür sei das "Sommermärchen" 2006 in Deutschland gewesen.
"Das Turnier 2020 hat man verzettelt. Sonst ist es keine Europameisterschaft mehr. Das muss man anders bezeichnen - ich weiß nicht wie. So einer Europameisterschaft fehlen Seele und Herz", so Blatter.
Der Schweizer sagte weiter: "Ich habe mal zu Michel Platini gesagt: Der frühere Staatschef von Libyen, Colonel Gaddafi, hat bei der Vergabe der Weltmeisterschaft 2010 an Südafrika mir erklärt, dass in den 53 Ländern Afrikas in jedem Land ein Spiel ausgetragen wird und die Finalspiele in Südafrika stattfinden sollen. Er glaubte an diese Idee, ich sagte ihm, dass dies undenkbar sei. Deshalb habe ich Platini auch gesagt, seine Idee sei nicht neu."
Uefa-Präsident Platini hatte die Idee einer paneuropäischen EM 2020 im vergangenen Sommer am Rande der EM-Endrunde in Polen und der Ukraine erstmals öffentlich diskutiert. Inzwischen ist die Entscheidung über die EM-Endrunde in sieben Jahren, die über ganz Europa verteilt stattfindet, gefallen.
leh/sid
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