Fifa-Finanzen Blatters Verband schwimmt im Geld

Die Weltmeisterschaften sind für den Fußball-Weltverband Fifa wie eine Lizenz zum Gelddrucken. In den vergangenen vier Jahren hat die Fifa fast 500 Millionen Euro Gewinn erwirtschaftet. Die Turniere in Russland und Katar werden das Konto des Verbands weiter auffüllen.

Fifa-Boss Blatter: Überschuss vor allem dank der WM-Turniere
AP

Fifa-Boss Blatter: Überschuss vor allem dank der WM-Turniere


Hamburg - Der Fußball-Weltverband Fifa hat nach eigenen Angaben zwischen 2007 und 2010 einen Überschuss von 631 Millionen US-Dollar (452 Millionen Euro) erwirtschaftet. Dies geht aus dem Finanzbericht hervor, den die Fifa nach zweitägiger Sitzung ihres Exekutivkomitees in Zürich präsentierte. Die Reserven des Weltverbands um Präsident Joseph Blatter stiegen demnach auf 1,28 Milliarden Dollar.

Eingenommen hat die Fifa in diesem Zeitraum 4,189 Milliarden Dollar, ausgegeben 3,558 Milliarden. "Dank diesem überaus positiven Ergebnis, das vom finanziellen Erfolg der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika zeugt, konnte die Fifa ihre Entwicklungsprogramme fortsetzen und zahlreiche Fußballwettbewerbe und -Veranstaltungen durchführen", hieß es in einer Pressemitteilung. Allein 2010 verbuchte der Dachverband ein Plus von 202 Millionen US-Dollar.

Den großen Gewinn macht die Fifa auch mit den beiden Weltmeisterschaften 2018 in Russland und 2022 in Katar: Das Exekutivkomitee verabschiedete die abgeschlossenen Fernsehverträge in Höhe von 1,7 Milliarden Dollar - nur für den Nahen und Mittleren Osten und auserwählte Gebiete in Asien und Lateinamerika. Diese Summe garantiert nach Fifa-Angaben Mehreinnahmen im Vergleich zu den Endrunden-Turnieren 2010 und 2014 in Höhe von 90 Prozent.

Bei der zweitägigen Sitzung des Exekutivkomitees wurde Franz Beckenbauer als Vorsitzender der Task Force 2014 bestätigt. Das Gremium arbeitet an der Verbesserung des Fußballs in Bereichen wie Spielregeln, Schiedsrichterwesen, Wettbewerbsbestimmungen, Frauenfußball und Medizin.

Am Rande der Sitzung übte Blatter scharfe Kritik am Präsidenten des FC Bayern München, Uli Hoeneß. "Was Uli Hoeneß gesagt hat, da ist natürlich ein Unterton drin, mit einem Angriff auf die Integrität einer Person", sagte Blatter in einem Interview des ZDF. Der Schweizer ergänzte: "Eigentlich verdient er dafür eine Gelbe Karte, die sehr nach orange aussieht." Hoeneß hatte die Fifa nach der Vergabe der WM 2018 an Russland und 2022 an Katar hart angegriffen und den Weltverband in die Nähe von Korruptionsvorwürfen gerückt.

aha/dpa/sid



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insgesamt 5 Beiträge
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Hovac 03.03.2011
1. Bravo
Uli, ich mag die Bayern nicht aber du hast es drauf. Warum muss die Fifa Gewinn machen? Das ist kein Kapitalunternehmen mit einem Besitzer. Es geht um den Fussball für die Welt. Aber solange sich einige die Taschen vollmachen können benutzen sie es gnadenlos.
si_tacuisses 03.03.2011
2. müsste diese Sport- Mafifa die von ihr verursachten Kosten selbst tragen
Zitat von sysopDie Weltmeisterschaften sind für den Fußball-Weltverband*Fifa wie*eine Lizenz zum Gelddrucken. In den vergangenen vier Jahren hat die Fifa fast 500 Millionen Euro Gewinn erwirtschaftet. Die Turniere in Russland und Katar werden das Konto des Verband weiter auffüllen. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,748930,00.html
und könnte sie sie nicht weltweit dem Steuerzahler aufbrummen, waären die längst pleite.
dve 03.03.2011
3. Uli Hoeneß hat natürlich Unrecht!
Es scheint ein offenes Geheimnis zu sein, daß Geld geflossen ist. Die Summen sind bekannt. Die Empänger: Nicht einer, oder zwei, sondern alle. Ich rede natürlich NICHT von der WM in Katar, sondern von unserem Tippgemeinschaft in Hamburg-Pöseldorf.
fussball11 04.03.2011
4. Na klar ist Blatter immer der Böse
Zitat von HovacUli, ich mag die Bayern nicht aber du hast es drauf. Warum muss die Fifa Gewinn machen? Das ist kein Kapitalunternehmen mit einem Besitzer. Es geht um den Fussball für die Welt. Aber solange sich einige die Taschen vollmachen können benutzen sie es gnadenlos.
Na dann geben Sie das Geld doch dem Ulli, der ja immer gelobt wird weil er mit Bayern so viel Geld macht. 500 Millionen, Barca würde damit immerhin 9 Monate über die Runden kommen, Bayern strebt das als Umsatzziel für 2012 an und auf die Mitglieder der FIFA gerechnet sind das immerhin fast 2,5Millionen pro Mitgliedsland. Aber es ist natürlich richtig, ein Weltverband muß arm sein, zumal sich kein Mensch dafür interessiert was mit dem Geld gemacht wird. Solange aus Bild und Murdock Kreisen " Bestechung " gerufen wird, hat die liebe Seele ruh. Wichtig ist das man einen Bösen hat, den Osama bin Laden des Fußballs, dann ist die kleine Welt des Fans in Ordnung und man kann sich wieder dem Ergebnisdienst widmen. Na ja, die Bundes Bananen Republik Deutschland, mit Onkel Theo und dem Kaiser als Patron, was will man da vom Volk erwarten?
Erich91 04.03.2011
5. Armenspeisung
Die haben doch bei der WM in Afrika Millionen Luftballons und Tafeln Schokolade an die Armen verteilt. Da soll einer behaupten die wären nicht großzügig. Bei Werbefilmen wurden doch horrende Gagen bezahlt ( Natürlich an die Fußballstars ) die afrikanischen Kinder haben alle einen Plastkball bekommen.
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