Fifa-Regel zur WM Deutsche Fußballerinnen mussten zum Geschlechtstest

Vor der Frauenfußball-WM in Kanada hat die Fifa Geschlechtstests für alle Teilnehmerinnen angeordnet. Auch das DFB-Team unterzog sich der Untersuchung.

DFB-Spielerinnen: "Alle weiblichen Geschlechts"
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DFB-Spielerinnen: "Alle weiblichen Geschlechts"


Die Fifa zieht Lehren aus der Frauenfußball-Weltmeisterschaft 2011 in Deutschland. Damals hatte es vor dem Turnier große Aufregung um das Team von Äquatorialguinea gegeben. Den Afrikanerinnen wurde unterstellt, dass bei ihnen drei Spieler im Kader sind, die in Wirklichkeit Männer beziehungsweise Intersexuelle seien.

Um solche Diskussionen vor dem WM-Turnier im Juni in Kanada zu vermeiden, greift der Weltverband zu einem ungewöhnlichen Mittel: Alle teilnehmenden Teams müssen sich einem Geschlechtstest unterziehen.

Auch die Mannschaft des DFB war davon betroffen. Team-Managerin Doris Fitschen nimmt das ohne große Aufregung hin. In der "Bild"-Zeitung wird sie zitiert: "Wir haben das gelassen zur Kenntnis genommen und sind froh, bestätigen zu können: Unsere Spielerinnen sind alle weiblichen Geschlechts." Die Erklärungen hat der zuständige Mannschaftsarzt der Fifa für alle 23 Spielerinnen des DFB-Aufgebots vorgelegt.

Erst wenn nach den Erklärungen des entsprechenden Verbandsteamarztes noch Zweifel herrschen, soll ein unabhängiger Gutachter berufen werden, der nochmals eine Untersuchung durchführt.

Die Diskussion über Geschlechtstests im Spitzensport ist nicht neu: Sie wurde besonders im Fall der Weltklasse-Leichtathletin Caster Semenya geführt. Die Südafrikanerin musste sich immer wieder gegen Vorwürfe wehren, sie sei gar keine Frau. Das IOC hat darauf reagiert: So dürfen intersexuelle Athletinnen nur dann bei den Frauen an den Start gehen, wenn sie nachweislich weniger männliche Sexualhormone haben als ein Mann.

aha



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insgesamt 59 Beiträge
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spitzaufknoof 27.05.2015
1. Pflicht
Wie sagt man im Norden: Wat mutt dat mutt.
spon72 27.05.2015
2. Wenn ich mir manche...
...Sportlerinnen, Fußballerinnen inklusive, so anschaue, dann kann ich den Test in Einzelfällen auch nachvollziehen. Andererseits hat der Weltverband derzeit wohl andere Probleme. Aber vielleicht möchte er sich deshalb mit diesem chauvinistisch peinlichen Vorgehen (eben ganz die FIFA) weitere Widrigkeiten vom Hals halten. Übrigens befürworte ich zukünftig auch Männlichkeitstest für so manchen kickenden Humanoiden mit einem y-Chromosom, nur der Gleichstellung wegen.
dadamien 27.05.2015
3. oh weh...
Entweder hat man einen schniepel oder eben nicht. Und wenn es Menschen sind die beide Merkmale aufweisen dann lasst sie da antreten, wo sie auch auf's töpfchen gehen. Hätten wir im "schlimmsten" Fall einen neuen Rekord bei den Damen. Ich denke, der Ansturm von intersexuellen Leistungssportlern dürfte eher gering ausfallen. Das man aus jeder Mücke so einen Elefanten machen muss ist mir schleierhaft
Indigo76 27.05.2015
4.
"Erst wenn nach den Erklärungen des entsprechenden Verbands-Teamarztes noch Zweifel herrschen, soll ein unabhängiger Gutachter berufen werden, der nochmals eine Untersuchung durchführt." Wie Sinnfrei ist das denn? Wenn ein Land schummeln will, dann wird der Arzt natürlich ein falsches Gutachten vorlegen. Wenn aber vorher schon ein Verdacht vorliegt, dann ergibt der nationale Test keinen Sinn. Also entweder werden alle unabhängig getestet oder nur im Verdachtsfall. Der nationale Test kann wegfallen, da das Ergebnis eh nicht bindend ist.
cs01 27.05.2015
5.
Und wo soll dann ein Intersexueller spielen? Darf er/sie/es dann wenigstens bei den Männern antreten?
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