WM 2022 in Katar Fifa-Funktionär nennt Kritik "scheinheilig"

Das WM-Gastgeberland Katar steht in der Kritik. Grund ist die Situation der Arbeiter auf den Stadionbaustellen für das Turnier im Jahr 2022. Ein hochrangiger Fifa-Funktionär beklagte sich jetzt über angebliche "Menschenrechtsheuchelei" der Kritiker - und zog einen Vergleich zum US-Gefangenenlager Guantanamo.

Fifa-Zentrale in Zürich: "Besorgt über die Menschenrechtsheuchelei"
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Fifa-Zentrale in Zürich: "Besorgt über die Menschenrechtsheuchelei"


SPIEGEL ONLINE Fußball
Hamburg - Ein hochrangiger Funktionär der Fifa hat Kritik an der Menschenrechtslage im WM-Ausrichterland Katar als "scheinheilig" zurückgewiesen. Er sei besorgt über die "Menschenrechtsheuchelei", sagte Walter De Gregorio, der Kommunikationsdirektor des Fußball-Weltverbandes, im dänischen Aarhus. In Katar findet die WM-Endrunde 2022 statt.

Es werde vom Fußball anscheinend erwartet, er solle bei Entscheidungen höhere Standards von Ländern verlangen, als dies so manche Regierung tun würde. Wo solle bei einer Entscheidung über den Austragungsort eines Turniers die Grenze in Menschenrechtsfragen gezogen werden, fragte De Gregorio und nannte als Beispiel das US-Gefangenenlager Guantanamo Bay: "Guantanamo - muss man das berücksichtigen, wenn die USA ein Kandidat wäre?"

Vor wenigen Wochen hatten Berichte über eine menschenunwürdige Situation von Gastarbeitern auf Baustellen in Katar für Aufsehen gesorgt. Allein in diesem Sommer sollen 44 Arbeiter aus Nepal gestorben sein. Im Zuge der Diskussion geriet auch die Fifa in die Kritik. Verbandspräsident Sepp Blatter hatte die Verantwortung für die Vorfälle abgelehnt.

buc/dpa



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abraxas63 30.10.2013
1.
Zitat von sysopDPADas WM-Gastgeberland Katar steht in der Kritik. Grund ist die Situation der Arbeiter auf den Stadion-Baustellen für das Turnier im Jahr 2022. Ein hochrangiger Fifa-Funktionär beklagte sich jetzt über angebliche "Menschenrechts-Heuchelei" der Kritiker - und zog einen Vergleich zum US-Gefangenenlager Guantanamo. http://www.spiegel.de/sport/fussball/fifa-funktionaer-nennt-kritik-an-wm-in-katar-scheinheilig-a-930882.html
"Scheinheilig", stimmt schon, gilt allerdings für alle Beteiligten. Eine Frage finde ich in diesem Zusammenhang auch noch interessant. Ich stelle mir so den durchschnittlichen Fußballfan, seinen Neigungen und Interessen vor - und dann die wahibitischen Vorgaben zum Auftreten in der Öfffentlichkeit in Katar. Könnte interessant werden - und vielleicht wird dann jemand wieder das Thema "Menschenrechts-Heuchelei" zur Sprache bringen.
senf-mit-sauce 30.10.2013
2.
Zitat von sysopDPADas WM-Gastgeberland Katar steht in der Kritik. Grund ist die Situation der Arbeiter auf den Stadion-Baustellen für das Turnier im Jahr 2022. Ein hochrangiger Fifa-Funktionär beklagte sich jetzt über angebliche "Menschenrechts-Heuchelei" der Kritiker - und zog einen Vergleich zum US-Gefangenenlager Guantanamo. http://www.spiegel.de/sport/fussball/fifa-funktionaer-nennt-kritik-an-wm-in-katar-scheinheilig-a-930882.html
Gut, dass die FIFA das jetzt nun für uns er/geklärt hat. Menschenrechte und meschenwürdige Bedingungen brauchen nicht mehr beachtet zu werden. Wenn's Peter nicht macht, braucht's Paul auch nicht machen. Außerdem gibt's ja noch Geld. [Meine Meinung: Die Welt muss bei weltpolitischen Dingen z. B. die USA einbeziehen. Aber muss die FIFA ein Land wie Katar bei der Vergabe einer Fussball-WM berücksichtigen?]
aschie 30.10.2013
3.
Zitat von sysopDPADas WM-Gastgeberland Katar steht in der Kritik. Grund ist die Situation der Arbeiter auf den Stadion-Baustellen für das Turnier im Jahr 2022. Ein hochrangiger Fifa-Funktionär beklagte sich jetzt über angebliche "Menschenrechts-Heuchelei" der Kritiker - und zog einen Vergleich zum US-Gefangenenlager Guantanamo. http://www.spiegel.de/sport/fussball/fifa-funktionaer-nennt-kritik-an-wm-in-katar-scheinheilig-a-930882.html
Und ich nenne jetzt mal alle FIFA Funktionäre scheinheilig. Mir wär auch neu das Amerika Guantanamo Häftlinge zum bau von Sport- stätten einsetzt.Aber hauptsache die Schmiergelder fliesen weiter ungestört.
miliasi 30.10.2013
4.
Ich hoffe, dass er bestochen wurde, um diese Aussage zu machen. Ansonsten kann ich mir nicht vorstellen, wie er mit dieser Art von Logik durchs Leben kommt.
juppelch 30.10.2013
5. Aberwitz
Der Artikel ruft einmal mehr den Aberwitz der WM-Vergabe an Katar in Erinnerung. Das Land hat 250.000 Staatsangehörige, ist halb so groß wie Hessen und hat eine Nationalelf, die von jeder deutschen Viertligamannschaft zweistellig abgefertigt würde. Was soll das? Niemand käme doch auf die Idee, eine WM nach Luxemburg vergeben. Dabei wäre das - verglichen mit Katar - eine rationale und nachvollziehbare Entscheidung. Anders als durch massivsten Stimmenkauf ist dieser Irrsinn nicht zu erklären.
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