Turnier 2026 Fifa kündigt Fußball-WM für den Sommer an

Eine Fußballweltmeisterschaft im Sommer. Gibt's nicht mehr? Gibt's doch. Das Turnier im Jahr 2026 soll wieder im Juni und Juli ausgetragen werden. Das gab der Weltverband Fifa bekannt.

Fifa-Präsident Blatter: Weltmeisterschaft 2026 wieder im Sommer
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Fifa-Präsident Blatter: Weltmeisterschaft 2026 wieder im Sommer


Hamburg - Die Winter-WM in Katar soll vorerst eine einmalige Angelegenheit bleiben. Vier Jahre nach dem Gastspiel im Emirat wird die WM 2026 wieder wie gewöhnlich im Juni/Juli ausgetragen. Das gab Fifa-Generalsekretär Jérôme Valcke auf einer Pressekonferenz in Zürich bekannt. Die Vergabe des Turniers soll auf dem Fifa-Kongress 2017 in Kuala Lumpur vollzogen werden.

Dann wird auch nicht mehr das umstrittene Exekutivkomitee über den WM-Gastgeber entscheiden, sondern der Fifa-Kongress mit seinen 209 Mitgliedern. Diese Änderung war als Teil des Demokratisierungsprozesses auf den Weg gebracht worden.

Rund um die Vergabe der Turniere 2018 (nach Russland) und 2022 war es zu schwerwiegenden Korruptionsvorwürfen gekommen. Dem Kongress sollen zukünftig vom Exekutivkomitee drei Bewerber vorgeschlagen werden.

Kontrolle auf WM-Baustellen in Katar durch Fifa

Außerdem will die Fifa die Arbeitsbedingungen auf den WM-relevanten Baustellen im Gastgeberland Katar künftig ständig überwachen. "Der Emir bat um eine Vertretung der Fifa, um diese Arbeiten zu begleiten. Diese Person könnte dann immer auf die Baustellen gehen, um diese zu überwachen und zu kontrollieren. Wir dürfen uns dazu in Katar frei bewegen", sagte Präsident Joseph Blatter.

Katar sei dabei, einen neuen Staat aufzubauen. "Wir haben beruhigende, positive Informationen erhalten. Katar spielt mit offenen Karten, es gibt eine Politik der offenen Tür", sagte Blatter. "Der stellvertretende Bundeskanzler Sigmar Gabriel war gerade dort, und auch er hat sich in seinem offiziellen Bericht positiv geäußert. Aber kaum hat er das gesagt, wird das negativ gedeutet." Er sei sich sicher, es würden Fortschritte erzielt, sagte Blatter: "Wir kommen weiter."

Berichte über menschenunwürdige Zustände auf Baustellen für die WM 2022 in Katar haben in den vergangenen Jahren Empörung ausgelöst. Tausende Arbeiter sind Menschenrechtsorganisationen zufolge an den Folgen sklavereiähnlicher Bedingungen gestorben.

Weitere Entscheidungen des Fifa-Exekutivkomitees im Überblick:

  • Das Endspiel der WM 2018 wird am 15. Juli im Moskauer Luschniki-Stadion ausgetragen. Dort werden auch das Eröffnungsspiel am 14. Juni und eines der Halbfinals am 11. Juli stattfinden. Das andere Semifinale (10. Juli) findet in St. Petersburg statt.
  • Die viel kritisierte Dreifachbestrafung bei Notbremsen im Strafraum bleibt vorerst bestehen. Das Thema wurde bis zur nächsten Sitzung am 25. und 26. Mai vertagt. Folgt dann kein Beschluss, ist eine Regeländerung für die kommende Saison ausgeschlossen.
  • Die Fifa-Klub-WM findet 2017 und 2018 in den Vereinigten Arabischen Emiraten statt. Zuletzt wurde der Klub-Weltmeister in Marokko gekürt.

chp/mon/dpa/sid



insgesamt 9 Beiträge
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tuffgong 20.03.2015
1. Armer Weltmeister
Mir tut jetzt schon der Gewinner des Turniers leid. Wer will denn bitte Weltmeister in Katar werden? Aus Protest sollten die großen Favoriten alle ihre Gruppenspiele verlieren und dann schnell ab nach Hause Weihnachtsgeschenke kaufen.
milhouse_van_h. 20.03.2015
2. Beruhigend
Wenn jetzt die Fifa die Baustellen kontrolliert, dann bin ich wirklich beruhigt. Die haben ja auch die Vorwürfe der Schmiergeldzahlungen bei der Vergabe der WM akribisch verfolgt und restlos aufgeklärt. Jetzt wird sicher alles gut.
noalk 20.03.2015
3. Im Sommer
Schön. Damit dürfte feststehen, dass das WM-Turnier an ein Land der Erdnordhalbkugel geht.
dotzi123 20.03.2015
4. sommer = Nordhalbkugel ?
@ noalk. ihr Posting ist leider nicht schlüssig. Es wurde nur davon gesprochen dass im Juni / Juli die Austragung stattfinden soll. Da kann genauso gut auf der Südhalbkugel gespielt werden. da ist dann halt Winter die und nicht sooo heiss . Wie z.B. 1962 in chile oder 1978 in Argentinien. Von Mexiko 1970 und 1986 oder Brasilien 2014 reden wir nun mal nicht , da schon wieder zu weit nördlich und warm / heiss. Also zu früh gefreut . Afrika oder Südamerika wären dran. Mal sehen wer der fifa die meiste Kohle verspricht
LauschenIstTerror 20.03.2015
5. Das wird aber teuer!
Da müssen ja jetzt mindestens 70 Stimmen gekauft werden um ganz sicher zu gehen. Oder vielleicht sogar 105, falls die besten beiden in einer Stichwahl gegeneinander antreten müssen. Naja, die kleinen wollen jetzt halt auch was an den Entscheidungen mitverdienen, nachdem erstmal das Exekutivkomitee bei den 3 Vorschlags-Kandidaten abkassiert haben. Es lebe die Demokratie!
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