Blatter-Nachfolge Platini und der Strippenzieher aus Kuwait

Einst profitierte Michel Platini vom System Joseph Blatters, nun soll er den Fifa-Präsidenten beerben. Im Hintergrund jedoch lenkt ein Scheich die Wahlen der Sportwelt und setzt seine Leute ein - auch bei der Fifa.

Aus Kuala Lumpur berichtet

Scheich Al-Fahad Al-Sabah, Blatter: "Fühle mich dazu nicht in der Lage"
AFP

Scheich Al-Fahad Al-Sabah, Blatter: "Fühle mich dazu nicht in der Lage"


Im vergangenen Jahr scheute Michel Platini noch davor zurück, gegen Joseph Blatter anzutreten, gegen seinen langjährigen Freund und Förderer. Nun aber, da Blatter aufgrund der US-Ermittlungen seinen Rückzug angekündigt hat, traut sich der Franzose aus der Deckung. Platini, noch Uefa-Präsident, kündigte am Mittwoch an, für den Posten des Fifa-Chefs zu kandidieren.

Der 60-Jährige teilte mit, er wolle sein Schicksal nun in die eigenen Hände nehmen. Seine größten Unterstützer wie der Portugiese Pedro Pinto, ehemals Journalist bei ESPN, und der Engländer Mike Lee sollen bereits ihre Kontakte in die Medien nutzen, um das Bild des Franzosen und der Uefa-Politik zu schönen.

Auf dem außerordentlichen Fifa-Kongress am 26. Februar 2016 will Platini zu Blatters Nachfolger gewählt werden. Die Frage aber ist, ob die Fifa in ihrer jetzigen Form bis dahin noch existiert. Zudem ist die Uefa nicht besser als die Fifa. Platini hat sich offenbar mit seinem Vertrauten Wolfgang Niersbach, dem DFB-Präsidenten, über die Europameisterschaft 2024 in Deutschland und über Niersbachs neue Rolle als Uefa-Chef verständigt. Niersbach, der vor zwei Jahren noch dringende Fifa-Reformen im Rahmen der Uefa mit seiner Unterschrift verhinderte, präsentiert jetzt als Lösung, was er damals ablehnte. Es ist ein abgekartetes Spiel.

Platini selbst hat für die WM 2022 in Katar gestimmt, sein Sohn Laurent erhielt kurz darauf seinen ersten Job bei dem katarischen Investmentfonds QSI, der unter anderem Paris St. Germain kaufte und über Tochterfirmen mit TV-Rechten im Fußballgeschäft dealt. Die Verbindungen der Familie nach Katar spielen eine große Rolle bei der möglichen Wahl von Platini-Senior zum Fifa-Präsidenten.

Bleibt die WM mit Platini in Katar?

Katars Emir Tamim Bin Hamad Al-Thani, Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), ist mittlerweile ein stark vernetzter Mann. Platini spielt für ihn eine Schlüsselrolle: Der Franzose soll dafür sorgen, dass die WM 2022 in Katar bleibt - trotz aller Widerstände.

Ein wichtiger Verbündeter des Emirs, der kuwaitische Scheich Ahmad Al-Fahad Al-Sabah, nimmt bei der WM-Rettungsaktion eine noch entscheidendere Position ein. Er ist ebenfalls IOC-Mitglied, dazu Chef der Vereinigung aller 205 Nationalen Olympischen Komitees (Anoc) und seit einem Vierteljahrhundert Präsident des Olympic Council of Asia, dem Oca. Seit Mai gehört der 51-Jährige auch dem Fifa-Exekutivkomitee an, wie einst sein Vater.

Al-Sabah ist der gerissenste Stimmen- und Machtdealer des olympischen Weltsports. 2013 hat er nachweislich den Deutschen Thomas Bach mit auf den IOC-Thron gehievt. In asiatischen und in olympischen Weltverbänden soll er viele Dutzend wichtige Wahlen in seinem Sinne entschieden haben. Er gebietet über den mit fast einer halben Milliarde Dollar gefüllten Entwicklungshilfetopf des IOC.

Fifa-Exekutivmitglied Al-Sabah: Gilt als einflussreichster Sportfunktionär
AFP

Fifa-Exekutivmitglied Al-Sabah: Gilt als einflussreichster Sportfunktionär

Bei Treffen in Berlin und in Lausanne hat er einen Deal mit Platini abgeschlossen. Einige der Vertrauten des Franzosen arbeiten gleichzeitig für Katar. Mike Lee betreute mit seiner Firma Vero Communications die WM-Bewerbung und kümmert sich jetzt auch um die Vorbereitung des Turniers.

Lee und Platini-Sprecher Pinto beeinflussen die Berichterstattung in vielen Medien. Sie verkaufen den Uefa-Chef als Heilsbringer - dabei ist der Schüler des sportpolitischen Lehrmeisters Blatter Teil des Problems und nicht Teil der Lösung.

In gewisser Weise ist Platini aber nur eine weitere Marionette des Scheichs. Langfristiges strategisches Denken war nie seine Stärke, das hat der Franzose stets anderen überlassen. Dass er nun als erster seine Kandidatur bekannt gibt, nachdem er mit dem Scheich und mit aller Macht der Uefa zahlreiche Allianzen formiert hat, könnte sich noch rächen. Denn noch einmal: Jede Enthüllung kann Platini endgültig mit in den Strudel reißen.

Der Scheich hält sich geschickt im Hintergrund. Gegenüber SPIEGEL ONLINE wollte er sich nicht zu Platini äußern. "Ich fühle mich dazu nicht in der Lage", sagte er, grinste und entschwand flink zum Dinner mit IOC-Kollegen. Den Rest übernahm sein Bodyguard Sunday Udom aus Nigeria, der beinahe handgreiflich wurde und brüllte: "Verschwinden Sie aus dem Hotel, sie haben hier nichts zu suchen." Es war nicht der erste Zwischenfall dieser Art.

Al-Musallam soll neuer Präsident der Schwimmer werden

Husain Al-Musallam, seit vielen Jahren Gehilfe des Scheichs und unter anderem Oca-Generaldirektor, war ebenfalls zugegen. Al-Sabahs Landsmann Musallam, gerade erst zum ersten Vizepräsidenten der Weltschwimmorganisation Fina befördert, soll später Präsident der Schwimmer werden und übernimmt damit eine weitere wichtige Position in der Funktionärswelt des internationalen Sports. In Julio Maglione, 79, aus Uruguay und aktueller Fina-Chef, haben die Kuwaiter bereits einen Verbündeten. Der Fina werden dafür Weltmeisterschaften wie die Kurzbahn-WM in Katar ermöglicht - fast jeder Wunsch des Uruguayers wird erfüllt.

Der Einfluss von Scheich Ahmad und Husain Al-Musallam dringt damit in die Fina, in den Handball-Weltverband IHF, wo dem ägyptischen Präsidenten Hassan Mustafa ebenfalls eine Marionettenrolle nachgesagt wird - und in die Fifa. Demnächst wollen die beiden Männer auch noch im Leichtathletik-Weltverband Iaaf mitentscheiden: Dort kämpfen die Olympiasieger Sebastian Coe und Sergej Bubka aus der Ukraine um die Nachfolge des Senegalesen Lamine Diack. Der Brite Coe zählt über seine Firma CMS, die derzeit die asiatischen Hallenspiele und einen gigantischen Sportkomplex in Turkmenistan plant, zu den Geschäftspartnern des Oca-Präsidenten Scheich Ahmad.

Sollte Platini wegen möglicher weiterer Enthüllungen doch noch stürzen, wird das den Scheich kaum kümmern. Er wird darauf verweisen, neu zu sein in der Fifa-Führung, auch wenn er seit vielen Jahren über die meisten asiatischen Exekutivmitglieder gebietet. Er wird nicht zurückschauen, sondern weitermachen.



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Seite 1
fussball11 30.07.2015
1.
Die Europäer, besonders die Engländer haben doch den Fußball an die Milliadäre, an die Werbeindustrie und das Pay-TV verkauft und jetzt heuchel plötzlich alle Moral. Geht es eigentlich noch peinlicher? Ja es geht, und zwar bei denen die blind jeder Medien Kampange folgen, ohne auch nur ansatzweise zu wissen um was es wirklich geht.
Yoroshii 30.07.2015
2. Hadschi Halef Omar ben Hadschi Abul Abbas Ibn Hadschi
Dawuhd al Gossarah.... war noch ein Ehrenmann aus echtem Schrot und Korn. Die Oelmagnaten der Moderne -als Scheich auch Gehorsamssystemen archaischer Struktur zugehörig- sind dabei, auf "IHREN" Arealen die millionen Jahre währende harte Arbeit der Mutter Natur in sinnlosen Reichtum zu verwandeln. Das sei Allahs Wille und Milliarden Muselmanen strömen aus aller Welt zusammen, um seit Jahrhunderten den Würfel in Mekka zu umschlurfen. Reichtum nehmen sie nicht mit nach Hause. So hat sich das Hadschi Halef nicht vorgestellt. Er war ohnehin nie Fußball-Fan. Das oelige Gold arbeitet emsig in der so verhassten Welt der Ungläubigen. Sinnlos wird im Profifußball mit dem Fett geschmiert. Es gibt auch gute Nachrichten: Der Scheich von Dubai hat seine direkte Daimler-Beteiligung verhökert. Die Scheicherei ist in den Augen der IS schlimmster Unglaube: Haram sind die Kerle. Es wird ihnen an den Kragen gehen. Und wenn das Oel zu Ende ist, spielen wir wieder mit Lederbällen!
kayhawai 30.07.2015
3.
Es ist eine Gemeinsamkeit der FIFA und der staatlichen Institutionen Griechenlands: Ein bis auf die Knochen korruptes System ist nicht reformierbar. Es kann nur zerschlagen und neu aufgebaut werden. Solange man das - in beiden Fällen - nicht akzeptiert, wird sich an den Problemen nichts ändern.
Eppelein von Gailingen 30.07.2015
4. Sehr aufklärende Recherche
Wer mit wem vernetzt ist. Mit wenig Worten ausgedrückt, Uefa und Fifa sind ein nicht enden wollender Sauhaufen. Jetzt ist der für immer so integer erklärte Niersbach plötzlich Teil dieser Machenschaften um schändliche Vorteilsnahme. Den Platini samt seinem Sohn Laurent kann man komplett vergessen. Die genannten Engländer oder Briten ebenso. Das weltweite Netz komplett auflösen und einen Neuanfang. Jedoch in ein paar Jahren haben wir die gleichen Korruptions-Vernetzungen. So lange das Öl fließt, können die vorwiegend arabischen Potentaten Einfluss nehmen. Es sind nicht nur die Araber, der Rest der Menschheit ist genau so verdorben. Die eingekauften Mächtigen.
Eppelein von Gailingen 30.07.2015
5. Gerade die Werbebranche
Zitat von fussball11Die Europäer, besonders die Engländer haben doch den Fußball an die Milliadäre, an die Werbeindustrie und das Pay-TV verkauft und jetzt heuchel plötzlich alle Moral. Geht es eigentlich noch peinlicher? Ja es geht, und zwar bei denen die blind jeder Medien Kampange folgen, ohne auch nur ansatzweise zu wissen um was es wirklich geht.
Ist der größte Faktor von Betrug. Egal ob es um nicht vorhandene Vorzüge geht, Gesundheit wird vorgegaukelt, wenn bestimmte Produkte verzehrt werden. Werbung als Teil der Verbrechen an der Menschheit. Das nächste sind die Oligarchen und andere Milliardärs-Mafia, egal aus welchem Land, kaufen sich in England und Frankreich florierende Fußball-Klubs. Ob das die Russen sind, oder die Araber, mafiöse Strukturen gibt es nicht nur im Ursprung Italien, die sitzen in China, in Japan. Selbst dieser Australier Murdoch, der inzwischen von den USA aus sein Imperium leitet, mit seinem Sky-TV hat sich erst kürzlich in Kabel Deutschland eingekauft, glaube zu 100%. Würde mich hüten für diesen Klapsmühlen-Schrott auch noch Gebühren bezahlen. Das ist so wie mit dem Leitungswasser in kommunaler Hand. Längst will der Gauner Nestlé die Wasserrechte zum Abzocken. Wir sind wie Sodom und Gomorrha vor dem Untergang. Zeitversetztes Szenario.
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