Fifa-Präsidentenwahl Champagne tritt gegen Blatter an

Er galt lange Zeit als rechte Hand von Fifa-Präsident Joseph Blatter. Nun bestätigte Jérôme Champagne offiziell, dass er für das Präsidentenamt des Fußball-Weltverbandes kandidieren will - und gegen seinen Ex-Boss zur Wahl antritt.

Jérôme Champagne: "Ich habe mich entschieden zu handeln"
AP/dpa

Jérôme Champagne: "Ich habe mich entschieden zu handeln"


Hamburg - Der Franzose Jérôme Champagne hat offiziell bestätigt, für das Präsidentenamt beim Fußball-Weltverband zu kandidieren. Der ehemalige Fifa-Funktionär und Vertraute von Amtsinhaber Joseph Blatter will im Mai 2015 den Schweizer ablösen.

"Ich habe die Ehre, Sie darüber zu informieren, dass ich gerade dem Fifa-Wahlkomitee und ihrem Präsidenten, Mr. Domenico Scala, geschrieben habe, um meine Absicht zu bestätigen, für das Amt des Fifa-Präsidenten zu kandidieren", hieß es in einem Brief auf der Website von Champagne.

Im Januar hatte Champagne sein Vorhaben bereits angekündigt. "Wir können so nicht weitermachen. Man muss sich entscheiden, entweder nur zuzuschauen oder etwas zu tun. Ich habe mich entschieden zu handeln", sagte er damals und sprach von einer "Demokratisierung der Fifa".

Champagne war von 1983 bis 1998 französischer Diplomat und arbeitete von 1999 bis 2010 bei der Fifa unter anderem als Direktor für internationale Angelegenheiten, galt lange Zeit als rechte Hand des amtierenden Fifa-Präsidenten Joseph Blatters. Unterstützt wird der erfahrene politische Berater von Pelé: "Ich kann mich aus einer Debatte, die so wichtig für die Zukunft des Fußballs ist, nicht heraushalten, ich unterstütze Jérôme Champagne und seine Vision", heißt es in einem Unterstützerbrief der brasilianischen Fußball-Legende.

Vor einer Woche erst hatte Blatter seine Kandidatur bestätigt. "Meine Mission ist noch nicht zu Ende", hatte er damals gesagt.

kha/Reuters/AP



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insgesamt 15 Beiträge
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janix_ 15.09.2014
1. Bitte tiefer recherchieren
Ist der jetzt ein trojanisches Pferd Blatters oder nicht? Pseudogegner/Pseudoüberwinder? Das würde mich beim schändlichen Finanzbabel FIFA doch interessieren.
rwweide 16.09.2014
2. FIFA Nein Danke
Sagen Sie ihre Meinung. Ich hoffe es wird auch gezeigt. Die FIFA ist ein reines wirtschaftlich orientiertes Unternehmen und hat nichts mit Sport zu tun. Es ist am Ende nur auf Profit aus und geht dabei wenn es sein muss über Leichen. Dieser Verband gehört aufgelöst oder es sollten sich keine Länder mehr daran beteiligen. Wenn wir mal ein Resumé ziehen über die letzten Veranstaltungen, Afrika, Brasilien, haben die mehr Schaden in den Ländern verursacht, als wirklich etwas Gutes getan. Wieso wird so etwas immer noch toleriert und gefördert? Die Blindheit oder Ignoranz der Welt ist leider grösser oder vielleicht egositischer als vermutet. Es ist einfach nur traurig zu sehen wieviel hier im finanziellen Interesse betrogen, gelogen und Korruption betrieben wird. Für mich gibt es keine FIFA mehr. Das ist meine persönliche Meinung und ich war vor Ort.
SchneiderG 16.09.2014
3. Keine Chance für Jérôme Champagne!
Jérôme Champagne kann gegen Blatter nicht gewinnen. Er tritt gegen einen Mann an, der ein System um sich aufgebaut hat, das man nur mit gesetzlichen Mitteln aufbrechen kann (sofern der Gesetzgeber überhaupt willens ist das zu tun und sich nicht selbst in dem Netz Blatters verstrickt wieder findet). Die Vermutung, daß das Blatter-Netzwerk durch und durch korrupt zu sein scheint, scheint auf der Hand zu liegen. Wie kann er (Blatter) da aussteigen, wie kann er da bei einer Kampfabstimmung / Wahl verlieren. Das ist wie bei einer Dikatur. Der Diktator darf einfach nicht verlieren sonst muß er ins Asyl in die Schweiz zu seinen Millionen gehen. Das Dumme ist nur, er ist Schweizer.
best1964 16.09.2014
4. welche mission herr blatter?
wer den richtigen zeitpunkt zum abdanken verpasst, wird nun eben abgewählt werden. FIFA - FürInnovationFreudeAnständigkeit Hat der Weltfussball doch noch eine Zukunft? Man darf hoffen.
haltetdendieb 16.09.2014
5. Jérôme Champagne
Jerome "Harakiri" Champagne. Sympathisch aber weg vom Fenster. Ein Diplomat muss auch Niederlagen verkraften. Ein Selbstmordkommando, ich glaube, der einzige, der ohne Gesichtsverlust gegen Blatter antreten könnte, wäre Franz Beckenbauer. Herr Champagne ist verbrannt. Entweder ist er "wahnsinnig" oder hofft auf eine großzügige Abfindung. Ansonsten kann ich sein Harakiri nicht verstehen
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