Nach Beißattacke Fifa sperrt Luis Suárez für neun Spiele

Schock für Uruguay: Die Fifa hat Luis Suárez für neun Spiele und vier Monate gesperrt. Der Starangreifer hatte in der WM-Partie gegen Italien seinem Gegenspieler in die Schulter gebissen.

Luis Suárez: Lange Sperre für den Stürmer aus Uruguay
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Luis Suárez: Lange Sperre für den Stürmer aus Uruguay


Hamburg - Die Fifa-Disziplinarkommission hat Uruguays Stürmer Luis Suárez nach dessen Beißattacke im WM-Spiel gegen Italien für neun Spiele und vier Monate gesperrt. Das teilte der Fußballweltverband in Rio de Janeiro mit: "So ein Verhalten kann auf keinem Fußballplatz toleriert werden", sagte der Chef der Disziplinarkommission, Claudio Sulser.

Der 27-jährige Suárez wurde zudem zu einer Geldstrafe von 100.000 Schweizer Franken (82.000 Euro) verurteilt. Es gilt als wahrscheinlich, dass der uruguayische Fußballverband gegen die Entscheidung Einspruch einlegen wird. Doch selbst der hätte keine aufschiebende Wirkung. Die Sperre greift erstmals im WM-Achtelfinale der Uruguayer am Samstag (22 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) gegen Kolumbien.

Die Sperre für vier Monate bedeutet, dass Suárez an Fußballaktivitäten jedweder Art nicht teilnehmen darf. Die Sperre von neun Partien gilt nur für WM-Endrunden- beziehungsweise Qualifikationsspiele. In normalen Länderspielen kann er nach Ablauf der Vier-Monats-Frist von Uruguays Verband eingesetzt werden.

In seinem Verein, dem FC Liverpool, kann Suárez während der viermonatigen Sperre ebenfalls nicht eingesetzt werden. Die "Reds" haben bis einschließlich 25. Oktober neun Spiele in der Premier League, für die der Angreifer nicht spielberechtigt ist. Ein möglicher Transfer zu Champions-League-Sieger Real Madrid oder Barcelona - wie es in den Medien diskutiert wird - wäre möglich. Dies sagte Fifa-Sprecherin Delia Fischer. Doch auch dort müsste man bis Ende Oktober auf die Dienste von Suárez verzichten.

Mit einem persönlichen Schreiben an den Weltverband hatte Suárez zuvor versucht, die Entscheider gnädig zu stimmen. Der uruguayische Fußballverband soll der Fifa einen 17-seitigen Bericht und mehrere Videos von Unsportlichkeiten anderer WM-Spieler vorgelegt haben, die den Fall Suárez relativieren sollten.

"Wir glauben, dass die Beweise nicht ausreichend sind. Die Sachlage muss eindeutig sein, und auf dem Video, das uns die Fifa gegeben hat, ist die Sache unserer Meinung nach nicht klar", hatte Uruguays Verbandspräsident Wilmar Valdez im Vorfeld der Strafverkündung gesagt.

Am 24. Juni im WM-Vorrundenspiel gegen Italien hatte Suárez seinen italienischen Gegenspieler Giorgio Chiellini in der 79. Minute in die Schulter gebissen. Der mexikanische Schiedsrichter Marco Rodriguez und seine Assistenten an den Linien hatten die Szene nicht gesehen. Suárez konnte aber aufgrund der TV-Bilder verurteilt werden.

Der Torschützenkönig der englischen Premier League, der bei der WM mit seinem Doppelpack gegen seine Wahlheimat England (2:1) auch schon für sportliche Schlagzeilen sorgte, ist Wiederholungstäter. Schon 2010 bei Ajax Amsterdam und 2013 beim FC Liverpool biss er einen Gegenspieler, bekam seinen Spitznamen "Kannibale" verpasst und wurde jeweils lange gesperrt.

Auf dem Platz war Suárez noch ungeschoren davongekommen, obwohl Gegenspieler Chiellini Schiedsrichter Rodriguez immer wieder seine Schulter mit der angeblichen Bisswunde zeigte.

chp/sid



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insgesamt 113 Beiträge
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Seite 1
markmach 26.06.2014
1. 9 Spiele?
jeder normale Spieler hätte ne längere Strafe bekommen...
jseeger1956 26.06.2014
2. Absolut gerechtfertigt
Er sollte froh sein, dass er nicht zwei Jahre gesperrt wurde.
McMuffin 26.06.2014
3. 9 Spiele und vier Monate?
Ja wie lange ist er denn jetzt gesperrt worden? 9 Spiele oder 4 Monate, also je nachdem, was zuerst abläuft? Oder 9 Spiele aber mindestens vier Monate? Oder ... ?
cafe_kehse 26.06.2014
4. Uruguay ist uninteressant für den Kommerz...
....weil es ein zu kleines Land ist. Mit Argentinien oder Brasilien hätte das die FIFA nicht gemacht.
politischerbeobachter2012 26.06.2014
5. Der uruguayische Fußball-Verband...
...sollte sich schämen - für den Spieler und vor allem dafür, dass der Verbandspräsident die Augen vor dieser Unsportlichkeit verschließt.
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