Fifa-Machtkampf: Asiens Bin Hammam fordert Blatter heraus

Machtkampf bei der Fifa: Mohammed Bin Hammam aus Katar kündigte am Freitag an, er wolle der nächste Präsident des Weltfußballverbands werden. Dem langjährigen Amtsinhaber Sepp Blatter droht damit eine Niederlage gegen den Vorsitzenden des asiatischen Verbandes.

Bin Hammam: Machtkampf gegen Sepp Blatter Zur Großansicht
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Bin Hammam: Machtkampf gegen Sepp Blatter

Kuala Lumpur - Fifa-Boss Sepp Blatter muss um seinen Posten fürchten. Denn Asiens Fußballverbandschef Mohammed Bin Hammam gab am Freitag nach monatelangen Spekulationen offiziell bekannt, er wolle nächster Präsident des Weltfußballverbands werden. Die Kandidatur hatte sich bereits am Donnerstag abgezeichnet.

Hammam, ein 61 Jahre alter Geschäftsmann aus Doha in Katar, verkündete seine Ambitionen auf einer Pressekonferenz im Hauptquartier der Asian Football Confederation (AFC) in Kuala Lumpur. "Die Zeit ist reif für einen Wechsel, die Fifa braucht Veränderungen", sagte er. Seine Chancen bezifferte Bin Hammam auf 50:50

Er tritt damit am 1. Juni in Zürich gegen den Schweizer Blatter an. Das Verfahren sieht vor, dass Bin Hammam bis zum 1. April um Mitternacht von einem der 208 Fifa-Mitgliedsländern als Kandidat nominiert werden muss. Blatter wurde bereits von Somalia vorgeschlagen. Er setzt auf seine Wiederwahl: "Meine Aufgabe und Mission ist noch nicht zu Ende."

Der Schweizer ist seit 1998 Chef der Fifa und hatte eigentlich eine vierte Amtszeit geplant. Doch Bin Hammam ist ein aussichtsreicher Gegenkandidat.

Er galt jahrelang als einer der engsten Vertrauten Blatters. Bis zuletzt hatte Bin Hammam den Eindruck erweckt, den amtierenden Fifa-Boss bei dessen erneuter Kandidatur zu unterstützen. Der Mann aus Doha, einer der einflussreichsten Fußballfunktionäre weltweit, ist auch ein enger Vertrauter des katarischen Emirs Hamad Bin Chalifa al-Thani. Auch dank Bin Hammams brillanten Kontakten innerhalb der Fifa erhielt Katar im Dezember vorigen Jahres von der Fifa-Exekutive den Zuschlag, die Fußball-Weltmeisterschaft 2022 auszurichten.

Seine Kandidatur verband Bin Hammam mit konkreten Reformvorschlägen im Fall seiner Wahl. So will er unter anderem das zuletzt bei der umstrittenen Vergabe der WM 2018 (Russland) und 2022 (Katar) unter Korruptionsverdacht geratene Exekutivkomitee der Fifa von derzeit 24 auf 41 Mitglieder vergrößern.

als/dpa

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1. absolut positiv
Gebetsmühle 18.03.2011
Zitat von sysopMachtkampf bei der Fifa: Mohammed Bin Hammam aus Katar kündigte am Freitag an, er wolle der nächste Präsident des Weltfußballverbands werden. Dem langjährigen Amtsinhaber Sepp Blatter droht damit eine Niederlage gegen den Vorsitzenden des asiatischen Verbandes. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,751647,00.html
endlich tut sich mal was in der verknöcherten fifa. es wird zeit, dass dieser blatter-laden rausgefegt wird, in dem es von skandalen nur so wimmelt. ob es allerdings besser wird weiß zwar keiner, aber immerhin ist es einen versuch wert.
2. .
webwude 18.03.2011
Zitat von Gebetsmühleendlich tut sich mal was in der verknöcherten fifa. es wird zeit, dass dieser blatter-laden rausgefegt wird, in dem es von skandalen nur so wimmelt. ob es allerdings besser wird weiß zwar keiner, aber immerhin ist es einen versuch wert.
Nun ja, er ist ja ein langjähriger "enger Vertrauter", von daher weiß er, wie der Hase läuft (und das Geld fließt). Wenn er jetzt das Exekutivkomitee vergrößern will - noch mehr Schmiergeldzahlungsempfänger? Immerhin wird er in seinem Alter die beiden "gaaaanz tollen" Weltmeisterschaften noch erleben...
3. Veränderungen?
Perelly, 18.03.2011
Wie wäre es mit dem Rausschmiss von Kreaturen wie Jack Turner oder eben Blatter selbst? Die Liste ist lang! Die Erweiterung des Gremiums wirkt eher wie der Versuch, noch mehr Spezis an die Futtertröge der FIFA zu holen. Man darf gespannt sein. Ich bin für jeden, der Blatter vom Sockel stößt. Blatter ist der Totengräber des Fußballs. Je eher er weg ist, desto besser.
4. Pest und Cholera
chris__78 18.03.2011
Zitat von sysopMachtkampf bei der Fifa: Mohammed Bin Hammam aus Katar kündigte am Freitag an, er wolle der nächste Präsident des Weltfußballverbands werden. Dem langjährigen Amtsinhaber Sepp Blatter droht damit eine Niederlage gegen den Vorsitzenden des asiatischen Verbandes. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,751647,00.html
Das ist ja wie die Wahl zwischen Pest und Cholera. Bin Hammam traue ich auch keinen Meter. Bei den Wahlen zuvor noch an Blatters Seite und auf Stimmenfang mit ihm in Afrika (und zwar mit Geld aus Katar, Bin Hammam hat da ja die guten Kontakte). Und jetzt wo die WM nach Katar vergeben wurde, braucht man Blatter nicht mehr und kann sogar gegen ihn kandidieren. Nicht, dass ich den korrupten Blatter noch länger an der Spitze der FIFA sehen will, aber der Bin Hammam ist doch keinen Deut besser, der hat da doch munter mitgemischt die letzten Jahre. Und das Exekutivkomitee vergrößern, soll dann wohl dazu dienen noch mehr Funtionären aus Nationen, die im Weltfußball eigentlich nur eine untergeordnete Rolle spielen, einen Sitz zu verschaffen, so dass sie nebenbei den ein oder anderen Euro machen können (wie z.B. Jack Warner). Na herzlichen Glückwunsch....
5. Pest und Cholera
chris__78 18.03.2011
Zitat von sysopMachtkampf bei der Fifa: Mohammed Bin Hammam aus Katar kündigte am Freitag an, er wolle der nächste Präsident des Weltfußballverbands werden. Dem langjährigen Amtsinhaber Sepp Blatter droht damit eine Niederlage gegen den Vorsitzenden des asiatischen Verbandes. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,751647,00.html
Das ist ja wie die Wahl zwischen Pest und Cholera. Bin Hammam traue ich auch keinen Meter. Bei den Wahlen zuvor noch an Blatters Seite und auf Stimmenfang mit ihm in Afrika (und zwar mit Geld aus Katar, Bin Hammam hat da ja die guten Kontakte). Und jetzt wo die WM nach Katar vergeben wurde, braucht man Blatter nicht mehr und kann sogar gegen ihn kandidieren. Nicht, dass ich den korrupten Blatter noch länger an der Spitze der FIFA sehen will, aber der Bin Hammam ist doch keinen Deut besser, der hat da doch munter mitgemischt die letzten Jahre. Und das Exekutivkomitee vergrößern, soll dann wohl dazu dienen noch mehr Funtionären aus Nationen, die im Weltfußball eigentlich nur eine untergeordnete Rolle spielen, einen Sitz zu verschaffen, so dass sie nebenbei den ein oder anderen Euro machen können (wie z.B. Jack Warner). Na herzlichen Glückwunsch....
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Das Exekutivkomitee der Fifa
Das Exekutivkomitee des Welt-Fußballverbandes Fifa setzt sich zusammen aus dem Präsidenten Joseph S. Blatter, seinen acht Vizepräsidenten und weiteren 15 einfachen Mitgliedern. Das Komitee tagt zweimal im Jahr. Die Mandatsdauer der Mitglieder beträgt vier Jahre.

Das Exekutivkomitee legt die Termine, Spielorte und Formate der Fifa-Wettbewerbe, darunter die der WM, fest. Es beruft die Fifa-Delegierten für das International Football Association Board (Ifab), das über Regeländerungen bestimmt, und ist für die Ernennung sowie Abberufung des Generalsekretärs (derzeit: Jérôme Valcke) zuständig.

Quelle: sid

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