Fifa-Präsident Infantino will Plan einer Mini-WM durchziehen

Und noch ein Wettbewerb: Fifa-Boss Gianni Infantino will eine Fußball-WM im Mini-Format einführen. Die Fifa würde Milliarden kassieren, der Widerstand ist aber groß.

Fifa-Chef Gianni Infantino
AP

Fifa-Chef Gianni Infantino


Fifa-Boss Gianni Infantino will sich dieses Angebot nicht entgehen lassen: Er beharrt auf dem Plan, eine Mini-WM einzuführen und die Klub-WM deutlich auszuweiten. Dafür bietet eine Investorengruppe der Fifa die Summe von 25 Milliarden Dollar über einen Zeitraum von zwölf Jahren. Der Fifa-Präsident hat diesen Vorschlag im März dem Fifa-Council erstmals präsentiert, er hat ihn in dieser Woche bei einem Treffen der Kontinentalverbände in der Fifa-Zentrale in Zürich nach Informationen der Nachrichtenagenturen AP und Reuters präzisiert.

Die Mini-WM, genannt "Final 8", soll demnach als einwöchiges Turnier alle zwei Jahre im Herbst stattfinden, als Höhepunkt einer weltweit durchgeführten Nations League, aus der sich am Ende die besten acht Teams qualifizieren. Die Idee fußt auf dem Projekt der europäischen Nations League, die in diesem Jahr erstmals an den Start gehen wird.

Wer die Investoren sind, die bereit sind, dafür so viel Geld zu zahlen, hat Infantino bisher nicht öffentlich gemacht und sich auf eine Schweigeverpflichtung berufen. Es wird vermutet, dass die Geldgeber entweder aus China oder aus Saudi-Arabien kommen.

Kontinentalverbände sind (noch) abgeneigt

Ob es allerdings tatsächlich zu einer solchen Mini-WM kommt, ist fraglich. Die meisten Kontinentalverbände haben bisher mit Widerstand auf die neuen Pläne des Fifa-Chefs reagiert. Sie befürchten, dass ein neuer Wettbewerb zu einer Überbelastung der Spieler und zu einer Übersättigung der Zuschauer führen könnte.

In einer siebenköpfigen Arbeitsgruppe will der Weltverband die Kontinentalverbände von der ausgeweiteten Klub-WM und einer globalen Nations League überzeugen. Dem Gremium sollen die Generalsekretäre der sechs Konföderationen angehören, die Fifa wird durch Fatma Samoura vertreten. Dies teilte der Weltverband nach einer Sitzung in Zürich mit. In der Arbeitsgruppe sollen "die Relevanz und die Machbarkeit" der beiden Wettbewerbe weiter analysiert werden.

Infantino hatte den Mitgliedern des Councils Mitte März in Bogotá die Offerte von Investoren für die beiden Wettbewerbe präsentiert. Eine 60-Tages-Frist soll Mitte Mai ablaufen. "Es gibt ein Gefühl der Dringlichkeit, voranzukommen und eine Entscheidung zu treffen", sagte Philippe Moggio, Generalsekretär des Kontinentalverbands von Nord- und Mittelamerika sowie der Karibik CONCACAF, nach dem zweistündigen Meeting.

aha/Reuters/AP



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