Großzügiger Fifa-Rat 250.000 Dollar - für drei Treffen im Jahr

Gianni Infantino war mit dem Versprechen angetreten, die Fifa zu reformieren. Kostenkontrolle und Glaubwürdigkeit hießen die Ziele. Bei seinen 37 Ratsmitgliedern scheint der Weltverband allerdings nicht zu sparen.

Fifa-Präsident Gianni Infantino
AFP

Fifa-Präsident Gianni Infantino


Der Fußball-Weltverband Fifa hat für seine "Regierung" im vergangenen Jahr angeblich knapp 10 Millionen US-Dollar (8,34 Millionen Euro) bezahlt. Das berichtet die New York Times, die Zeitung beruft sich auf verbandsnahe Quellen. Jedes der 37 Mitglieder im Fifa-Rat, darunter auch DFB-Präsident Reinhard Grindel, habe demnach als Grundgehalt 250.000 US-Dollar (208.000 Euro) bekommen, dazu kommen Spesen und Reisekosten. Die offiziellen Zahlen werden im März erwartet.

Der gewählte Fifa-Rat (Fifa Council) ist seit 2016 das Nachfolgegremium des Fifa-Exekutivkomitees, das bis 2016 das höchste Entscheidungsorgan des Weltverbands war. Dem Rat gehören neben Präsident Gianni Infantino acht Vizepräsidenten und 28 einfache Mitglieder an.

Die Vergütungen seien für ein Gremium einer Non-Profit-Organisation, das zudem nur dreimal im Jahr zusammenkomme, ungewöhnlich hoch. Sie stünden damit im Widerspruch zu Infantinos Ankündigungen, in seiner Amtszeit die Kostenstrukturen der Fifa zu reformieren und so die Glaubwürdigkeit des Verbands wiederherzustellen. Infantino war nach dem Fifa-Skandal im Jahr 2016 zum Nachfolger von Sepp Blatter gewählt worden.

Die Times nennt die Einschätzung der Wirtschaftsprüfunggesellschaft KPMG, nach der Funktionsträger in ähnlichen Rollen in Britanniens größten einhundert Unternehmen im Durchschnitt lediglich ein Drittel dieser Summe erhielten.

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chh/sid



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