Nach Festnahmen in Zürich "Die Fifa zerbricht"

Skandal in Zürich: Nach den Festnahmen von mehreren Fifa-Mitgliedern gibt es drastische Reaktionen. Ligapräsident Reinhard Rauball fordert den Rücktritt von Joseph Blatter.

Ligapräsident Rauball: "Er sollte dem Fußball einen großen Dienst erweisen"
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Ligapräsident Rauball: "Er sollte dem Fußball einen großen Dienst erweisen"


"Sepp Blatter - obgleich offensichtlich persönlich nicht betroffen - sollte dem Fußball einen großen Dienst erweisen. So kann es nicht weitergehen. Sollten sich die Vorwürfe als richtig herausstellen, würde dies die Fifa und den gesamten Weltfußball in den Grundfesten erschüttern."

Ligapräsident Reinhard Rauball nach den Festnahmen.

"Das ist außergewöhnlich! Die Fifa zerbricht. Das Beste, das diesem schönen Spiel möglicherweise passieren kann."

Der englische Ex-Fußball-Nationalspieler Gary Lineker am Mittwoch via Twitter über die Festnahmen von Fifa-Funktionären.

"Es ist ein trauriger Tag für den Fußball."

Präsidentschaftskandidat Prinz Ali bin al-Hussein nach den Festnahmen von 14 Fifa-Funktionären am Mittwoch.

"Ich schließe nicht völlig aus, dass es Blatter sogar stärkt. Viele Delegierte könnten sich nach einem sehnen, der weiß, wie er die Fifa zu führen hat."

Sylvia Schenk (Transparency International) nach den Vorfällen.

"Es gab niemals die Idee, den Kongress oder die Präsidenten-Wahl zu verschieben. Wir fahren mit der Agenda fort."

"Er tanzt natürlich nicht in seinem Büro."

"Warum soll er zurücktreten? Er wird nicht verdächtigt."

"Das ist gut für die Fifa. Es ist nicht gut für das Image, wegen des Rufes. Im Sinne der Transparenz, dass es bereinigt wird, ist es gut."

Fifa-Kommunikationschef Walter de Gregorio über den Gemütszustand von Präsident Joseph Blatter nach den Polizeimaßnahmen gegen Fifa-Mitglieder in Zürich und über die Pläne der Fifa.

"Das ist ein großer Sumpf. Das Problem ist nicht damit erledigt, dass man Sepp Blatter als Präsident verhindert. Der Fehler liegt im System der Fifa. Es können sich zu viele bedienen."

Der frühere DFB-Präsident Theo Zwanziger über den Skandal in Zürich.

"Es ist schockierend und schädlich für den gesamten Fußball, was sich in Zürich abspielt. Es wäre erschütternd, wenn sich die im Raum stehenden, schweren Vorwürfe gegen Mitglieder der Fifa als richtig herausstellen. In der Uefa werden wir angesichts dieser Vorkommnisse beraten, wie wir uns auf dem bevorstehenden Fifa-Kongress verhalten."

DFB-Chef Wolfgang Niersbach, der in dieser Woche ins Fifa-Exekutivkomitee aufrücken soll.

"Die heute bekannt gewordenen Enthüllungen übersteigen jedes Maß an Vorstellungskraft. Es wäre das absolut falsche Signal, wenn unter dem Eindruck dieser Entwicklungen die Agenda des Fifa-Kongresses wie geplant abgearbeitet würde. Man darf nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Sollten sich die Vorwürfe als richtig herausstellen, würde dies die Fifa und den gesamten Weltfußball in den Grundfesten erschüttern. Sepp Blatter - obgleich offensichtlich persönlich nicht betroffen - sollte dem Fußball einen großen Dienst erweisen. So kann es nicht weitergehen."

Reinhard Rauball, Vorsitzender der Deutschen Fußball-Liga DFL.

bam/dpa/sid



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Seite 1
ackergold 27.05.2015
1.
"Viele Delegierte könnten sich nach einem sehnen, der weiß, wie er die Fifa zu führen hat?" Das ist wirklich eine krasse Meinung, denn es ist Blatter, der diesen Laden seit Ewigkeiten "führt" und unter ihm gab und gibt es all die Skandale. Man kann doch jetzt nicht Blatter rechtfertigen, indem man sagt, man brauche ihn ausgerechnet jetzt - nachdem das Kind im Brunnen ist. Das ist wirklich krass. Lineker hat völlig Recht: der Niedergang der FIFA ist das Beste, was dem Sport passieren kann. Wir brauchen einen korruptionsfreien Weltverband, der sich an die Gesetze der Länder hält, sonst kann der Fussball bald einpacken.
stauner 27.05.2015
2. Träum weiter...
In zwei Wochen wird Blatter mit überwältigender Mehrheit gewählt werden. Vermutlich sogar, wenn er aus der Zelle heraus kandidieren würde.
rickmarten 27.05.2015
3.
Die Aufgeregtheit über ein "System FIFA" stimmt nachdenklich. Welches Großvorhaben staatlicher Infrastruktur wird heute ohne Korruption vergeben? Das Zeigen auf die FIFA lenkt schön ab von der alltäglichen -auch indirekten - Korruption von Airportbauten über Medienberichte bis zu Pöstchen.
ackergold 27.05.2015
4.
Wenn die FIFA zerbricht, dann mach ich ein Fläschchen vom Feinsten auf.
MartinB. 27.05.2015
5.
Zitat von ackergold"Viele Delegierte könnten sich nach einem sehnen, der weiß, wie er die Fifa zu führen hat?" Das ist wirklich eine krasse Meinung, denn es ist Blatter, der diesen Laden seit Ewigkeiten "führt" und unter ihm gab und gibt es all die Skandale. Man kann doch jetzt nicht Blatter rechtfertigen, indem man sagt, man brauche ihn ausgerechnet jetzt - nachdem das Kind im Brunnen ist. Das ist wirklich krass. Lineker hat völlig Recht: der Niedergang der FIFA ist das Beste, was dem Sport passieren kann. Wir brauchen einen korruptionsfreien Weltverband, der sich an die Gesetze der Länder hält, sonst kann der Fussball bald einpacken.
Blatter beerbte Havelange, der aus der FIFA überhaupt erst die korrupte Millionenmaschine gemacht hat...
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