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Kritik an Ermittlungen: Russland verurteilt USA wegen Fifa-Festnahmen

Fifa-Chef Blatter (l.), russischer Präsident Putin (im Juli 2014): Deutliche Worte aus Moskau Zur Großansicht
REUTERS

Fifa-Chef Blatter (l.), russischer Präsident Putin (im Juli 2014): Deutliche Worte aus Moskau

Der Kreml mischt sich in den Fifa-Korruptionsskandal ein: Das russische Außenministerium kritisierte die Festnahmen der Fußballfunktionäre auf Betreiben der USA scharf. Washington wende US-Recht "illegal" an.

Der Skandal im Fußball-Weltverband Fifa erreicht die höchste politische Ebene: Am Mittwochabend forderte Russland, WM-Ausrichter 2018, die USA auf, den "illegalen, exterritorialen Gebrauch der US-Rechtsprechung" zu unterlassen. Washington solle "die Versuche stoppen, seine Gesetze weit außerhalb der eigenen Grenzen anzuwenden", teilte das russische Außenministerium in einer Stellungnahme mit.

Auch die USA hätten sich an internationale rechtliche Abläufe zu halten, hieß es in der Mitteilung weiter. Es sei nicht der erste Vorfall dieser Art: "Wir fordern Washington auf, sich nicht wie ein Richter außerhalb seiner Grenzen aufzuführen."

Nach einem Amtshilfegesuch der US-Justizbehörde hatte die Schweizer Kantonspolizei in Zürich am Mittwochmorgen sieben hochrangige Fifa-Funktionäre festgenommen. Ihnen wird im Rahmen eines US-Verfahrens Geldwäsche, die Annahme von Bestechungsgeldern sowie Korruption bei WM-Vergaben und TV-Rechten vorgeworfen werden.

Sechs der Männer verweigerten bereits die umgehende Auslieferung an die USA. Dafür gibt es aus ihrer Sicht gute Gründe, denn bei einer Verurteilung in den Vereinigten Staaten drohen teils drastische Strafen - bis zu 20 Jahre Haft. Das sei die Höchststrafe in solchen Fällen von organisierter Kriminalität, sagte US-Justizministerin Loretta Lynch bei einer Pressekonferenz in New York. Die US-Justiz beschuldigt insgesamt 14 Personen, die Vorfälle reichen bis zu 24 Jahre zurück. Ob auch Fifa-Präsident Sepp Blatter Ziel der US-Ermittlungen sei, wollte Lynch nicht beantworten.

Lynch zufolge sind allein im Zusammenhang mit der Vergabe der Copa America 2016 in den USA rund 110 Millionen Dollar (101 Millionen Euro) an Bestechungsgeldern geflossen. Das Turnier findet im kommenden Jahr erstmals außerhalb von Südamerika statt. Es wird anlässlich des 100. Geburtstages des südamerikanischen Verbandes als Gemeinschafts-Event Copa America Centenario in den USA ausgetragen.

Dokumente und Datenträger sichergestellt

Wie die Schweizer Bundesanwaltschaft mitteilte, haben Ermittler in der Zentrale des Weltverbands Dokumente und Datenträger beschlagnahmt. Es bestehe der Verdacht, dass auch "bei den Vergaben für die Weltmeisterschaften 2018 sowie 2022 Unregelmäßigkeiten begangen worden sind".

Der New Yorker Staatsanwalt Kelly Currie erklärte, die Festnahmen in Zürich seien "erst der Anfang". "Weitere Individuen und Einrichtungen in zahlreichen Ländern" würden noch überprüft. Die Anklageschrift des Justizministeriums verweist auf 25 namentlich nicht genannte Mitverschwörer.

Ungeachtet der sich überstürzenden Ereignisse geht die Fifa demonstrativ zur Tagesordnung über. Der 79-jährige Blatter will sich am Freitag für eine fünfte Amtsperiode als Präsident wiederwählen lassen.

jok/sid/dpa/Reuters

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 127 Beiträge
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1.
chaoszero 27.05.2015
Weil sie wahrscheinlich selbst Dreck am stecken haben. Es wird Zeit das jemand bei der FIFA ausmistet. Das die meisten dort korrupt sind, ist ein offenes Geheimnis.
2. War ...
clausbremen 27.05.2015
... irgendwie klar, dass Putin da seinen Senf dazu geben muss. Und Russland wendet russisches Recht nur in Russland an. In der Ost-Ukraine und auf der Krim gilt nicht russisches Recht, sondern nur das Recht des Stärkeren. Und die Ermordungen von russischen Dissidenten und russischen Journalisten im In- und Ausland werden auch nicht aufgrund russischen Rechts durchgeführt. Dafür gilt dann Putins allgemeine Lizenz zum töten und töten lassen aus KGB-Zeiten.
3. Was da wohl hintersteckt?
ronaldroland 27.05.2015
Da hat man wohl Angst, dass bei den Recherchen für die Vergabe der WM 2018 an Russland was unangenehmes zum Vorschein kommt. Zum Beispiel, dass da der Wert von ein paar Millionen Ölfässern zur Fifa floss.
4. Hat da jemand Nervenflattern?
GL71 27.05.2015
Dass gerade Russland nachdem sie zufrieden die WM 2018 von dem alten Opa aus der Schweiz geschenkt bekommen hatten, naja hat wahrscheinlich doch einiges gekostet, jetzt die ersten sind, die sich aufregen, wundert kaum. Habe gestern Abend die Doku zum "System FIFA", glaube es war Frontal21, gesehen, unfassbar!
5. Klar
Tirpitz1900 27.05.2015
Putin und Blatter sind beste Freunde. Russland steht im Korruptionsindex auf der gleichen Stufe wie die FIFA. Deutschland sollte 2018 in einem Land Weltmeister werden.
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