Neue Fußballregeln Fifa und Ifab planen die nächste Revolution

Der Videobeweis hat den Reformern des Regelwerks Auftrieb gegeben. Ihre neuen Vorschläge sollen das Spiel modernisieren. Kürzere Halbzeiten und das Anhalten der Spieluhr stehen zur Diskussion.

Lukas Brud (r.) und Marco van Basten (2.v.r.)
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Lukas Brud (r.) und Marco van Basten (2.v.r.)


Zwei Halbzeiten à 30 Minuten, ein Anhalten der Spieluhr bei jeder Unterbrechung: Der Fußball-Weltverband Fifa und seine Regelhüter experimentieren weiter am vermeintlich perfekten Spiel und schrecken dabei auch vor radikalen Regeländerungen nicht zurück. Mit der Initiative "Play Fair!" sollen die Begegnungen "fairer, attraktiver und unterhaltsamer" gemacht werden.

"Das Strategiepapier ist ein Meilenstein für den Fußball", sagte Geschäftsführer Lukas Brud vom International Football Association Board (Ifab), dem für Regeln zuständigen Gremium. Das besteht aus vier Fifa-Mitgliedern und jeweils einem Vertreter aus England, Wales, Schottland und Nordirland.

Nach der letzten turnusmäßigen Generalversammlung am 3. März hatten sich die Experten nun mit möglichen Regeländerungen befasst, die in den kommenden fünf Jahren Schritt für Schritt umgesetzt werden könnten. Der vorgeschlagene neue Elfmeter-Modus war dabei bereits bei der U17-EM im Mai getestet worden, ein strengeres Vorgehen der Unparteiischen gegen zu aufmüpfige Spieler dürfte auch problemlos umzusetzen sein.

Die Vorschläge des Ifab im Bereich "Erhöhung der effektiven Spielzeit" sind allerdings umso radikaler - auch deshalb werden die meisten Aspekte davon unter dem Punkt "Offen zur Diskussion" erläutert.

Zentraler Vorschlag ist dabei, die Uhr immer dann anzuhalten, "wenn der Ball außerhalb des Spielfelds ist" (ähnlich wie beim Eishockey). Würde man an der bisherigen Spielzeit von zwei Halbzeiten mit je 45 Minuten festhalten, soll dies in den letzten fünf Minuten des ersten und in den letzten zehn Minuten des zweiten Durchgangs geschehen. Weil laut Ifab in diesen Phasen "die Spieler am wahrscheinlichsten auf Zeit spielen".

Alternativ zu dieser Methode steht die Verkürzung der Spielzeit auf zweimal 30 Minuten und das Anhalten der Spieluhr während der gesamten Partie. Der Vorteil dieser vom IFAB als "radikale Veränderung" bezeichneten Lösung: Jedem Verein stünde in jedem Wettbewerb und in jedem Spiel die gleiche effektive Spielzeit zur Verfügung.

Dass zudem die 60 Minuten, die dann auf der großen Stadionuhr exakt für jede Person ersichtlich ablaufen würden, ausreichen, ist belegt: Eine Analyse des Fachmagazins "kicker" hatte ergeben, dass in der Bundesliga die Netto-Spielzeit etwas mehr als 56 Minuten beträgt.

"Die Rückmeldungen aller Beteiligten in der Fußball-Gemeinschaft sind bislang wie die Unterstützung sehr positiv", sagte Elleray mit Blick auf die Gedankenspiele. Alle seien sich einig, dass die Verbesserung der Rahmenbedingungen "die absolute Priorität besitzt".

Ähnlich äußerte sich auch der frühere Weltklasse-Spieler Marco van Basten, der bei der Fifa mittlerweile Technischer Direktor ist und von einem "guten Plan für den Fußball" sprach: "Die Zuschauer wollen Fußball sehen - und nicht darauf warten. Am Ende sollen alle Spiele mehr oder weniger die gleiche Netto-Spielzeit haben."

mfu/sid

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insgesamt 53 Beiträge
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Seite 1
dani76 18.06.2017
1. bitte bitte
den Fußball so lassen.gerechter wird er dadurch auch nicht.
ackergold 18.06.2017
2. Es gibt nur eine sinnvolle Reform des Fussballs:
Auflösung der FIFA und Gründung einer World Football Association (WFA) unter dem Dach der UNESCO. Die WFA könnte eine Non-Profit-Organisation sein, die Weltmeisterschaften organisiert. Mehr braucht man nicht. Fussball gehört allen Menschen, nicht der FIFA.
joe_spon 18.06.2017
3. Bahn frei für Werbung!?
Natürlich habe auch ich mich schon oft über Zeitspiel geärgert (ja, auch über das "meiner" Mannschaften!), und würde mich über eine faire "Nettospielzeit" freuen. Aber ich habe die große Befürchtung, dass das Anhalten der Spieluhr eine tolle Gelegenheit ist, jeweils einen Werbespot zu senden. DAS möchte ich auf keinen Fall, sonst haben wir irgendwann Verhältnisse wie beim American Football.
itajuba 18.06.2017
4.
An allererster Stelle sollte die Ifab-Besetzung geändert werden. Warum haben England, Wales, Schottland und Nordirland, also Länderteile des UK, dieses Recht? Kommt bitte nicht mit geschichtlichen Erklärungen der Anfangszeit des Fussballs vor über 100 Jahren. Und warum ändern die nationalen Fussballbünde so etwas nicht?
IvicaMarkovic 18.06.2017
5.
Die Vorschläge klingen sinnvoll. Alles entwickelt sich weiter, warum nicht auch der Fußball?
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