Fifa: Weltverband bestätigt Hirsch-Rücktritt

Günter Hirsch ist nicht mehr länger Mitglied der Fifa-Ethikkommission. Der ehemalige Präsident des Bundesgerichtshofes erhebt in seinem Rücktrittsschreiben schwere Vorwürfe gegen den Fußball-Weltverband.

Vorwürfe an die Fifa: Deutscher Funktionär zieht sich zurück Zur Großansicht
dpa

Vorwürfe an die Fifa: Deutscher Funktionär zieht sich zurück

Hamburg - Die Fifa hat das Rücktrittsgesuch von Günter Hirsch bestätigt. Claudio Sulser, Vorsitzender der Ethikkommission, habe ein entsprechendes Schreiben erhalten. Die Fifa erklärte zudem, dass Hirsch trotz weiterer Einladungen lediglich an der konstituierenden Sitzung der Ethikkommission im Jahr 2006 teilgenommen habe.

Wie am Sonntag bekannt wurde, hatte der ehemalige Präsident des Bundesgerichtshofes die Konsequenzen aus den jüngsten Ereignissen um die WM-Vergabe gezogen und sein Amt beim Weltverband niedergelegt. Hirsch erhob in seinem Schreiben an Sulser schwere Vorwürfe gegen die Fifa im Zusammenhang mit der umstrittenen Vergabe der Weltmeisterschaften 2018 und 2022 Anfang Dezember.

"Kein Interesse an Aufklärung"

In seinem Brief hatte Hirsch geschrieben, "dass die Ereignisse der letzten Wochen bei mir den Eindruck erweckt und gefestigt haben, dass die Verantwortlichen der Fifa kein wirkliches Interesse daran haben, eine aktive Rolle bei der Aufklärung, Verfolgung und Vorbeugung von Verstößen gegen das Ethikreglement der Fifa zu spielen".

Die Ethikkommission hatte laut Fifa das Mandat, "den Bewerbungsprozess für die Weltmeisterschaften 2018 und 2022 zu untersuchen und sicherzustellen, dass die Verhaltens- und Ethikregeln während des Prozesses eingehalten wurden".

Hirsch monierte nicht nur die Grundkonstruktion der Ethikkommission und sieht diese als verfehlt an. Das Gremium kann nur auf Initiative der Fifa aktiv werden. Der Jurist kritisierte auch die Entscheidungen im Zusammenhang mit möglichen Bestechungsgeldern bei der Doppel-Vergabe der WM für 2018 an Russland und 2022 an Katar. Die Sanktionen würden der Schwere der Verstöße nicht gerecht, so Hirsch.

ged/dpa

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insgesamt 21 Beiträge
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1. Wenn mir jetzt noch jemand erklären kann,
sic tacuisses 10.01.2011
Zitat von sysopGünter Hirsch ist nicht mehr länger Mitglied der Fifa-Ethikkommission. Der ehemalige Präsident des Bundesgerichtshofes erhebt in seinem Rücktrittsschreiben schwere Vorwürfe gegen den Fußball-Weltverband. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,738673,00.html
wie der ehemalige Präsi des BGH es geschafft hat, jahrzehntleng mit geschlossenen Augen durch die Welt zu tappen ohne die korrupte FIFA zumindest als merkwürdig zu empfinden und sich und seinen "guten Namen" mißbrauchen zu lassen, wäre es mir ein Stück wohler.
2. Nein, keinen Titel....
Hador 10.01.2011
Wenn Hirsch schon seit 2006 Mitglied der Ethikkommission war, dann stellt sich schon die Frage, warum dieser Schritt erst jetzt kommt. Zumal er laut FIFA ja nur an der konstituierenden Sitzung teilgenommen hat und dann nie wieder aktiv wurde. Denn man muss denke ich doch schon recht weltfremd sein um erst jetzt zu merken, dass bei der FIFA nicht gerade alles ethisch läuft....
3. Spät, aber folgerichtig
andii80 10.01.2011
Dass die FIFA hinter der ehrwürdigen Fassade zunehmend Anzeichen der Westerwell'schen spätrömischen Dekadenz zeigt, mithin eine korrupte, pfründe-fixierte Ansammlung alter, starrsinniger Männer ist, nimmt nicht wunder. Insofern gleicht sie da der katholischen Kirche, deren Würdenträger hie und da vor lauter Titeln, Residenzen und Chauffeurslimousinen ganz vergessen, dass sie dem niederen Pöbel Wasser statt Wein gepredigt haben. Herr Hirsch zieht also folgerichtig die Konsequenz, da er, zugegeben recht spät, gemerkt zu haben scheint, dass die Ethikkommission nur eine "Alibi-Einrichtung" in der FIFA ist ist, ohne wirklichen Einfluss auf die Hinterzimmerkorruption, die vor allem Funktionäre von Klein- und Kleinstverbänden aus den ärmsten Winkeln des Planeten in Anspruch nehmen. Und Sepp Blatter steckt knietief mit drin. Dass er wie die Fliegen auf der Sch... an seinem Stuhl klebt, verwundert daher nicht. Die immer wieder geforderte Transparenz wird Blatter niemals wirklich einführen, zuviel steht auf dem Spiel, zu viele Geheimnisse, zu viele Mauscheleien, zuviel Geld. Der Fußball ist da nur noch Zaungast.
4. naja,
sitiwati 10.01.2011
gut Ding will WEil haben, und das die FIFA neben dem IOC nicht besonders XY sind, das konnte man schon unter den vorherige Präsidenten werden, bei solchen Haufen noch ne Ehtikkommission zu halten, ist schon spassig!
5. Einen Titel
Justitia 10.01.2011
Zitat von HadorWenn Hirsch schon seit 2006 Mitglied der Ethikkommission war, dann stellt sich schon die Frage, warum dieser Schritt erst jetzt kommt. Zumal er laut FIFA ja nur an der konstituierenden Sitzung teilgenommen hat und dann nie wieder aktiv wurde. Denn man muss denke ich doch schon recht weltfremd sein um erst jetzt zu merken, dass bei der FIFA nicht gerade alles ethisch läuft....
Aber genau deshalb wurde ja die Ethikkommission ins Leben gerufen, wenn ich das richtig in Erinnerung habe, war das im Jahr 2006. Die Ethikkommission sollte unter anderem die Vergabeverfahren der WM begleiten und auf die Einhaltung der Ethikregeln der FIFA überwachen. Daß Hirsch nun, also kurz nach Vergabe der WMs zurücktritt und als einen wesentlichen Grund genau das Vergabeverfahren und die seiner Ansicht nach unzureichende Bestrafung von Exekutivmitgliedern angibt, denen im Zusammenhang mit der WM-Vergabe Bestechlichkeit vorgeworfen wird, paßt für mich schon zusammen. Hirsch hat versucht als Mitglied der Ethikkommission etwas zu bewegen und erkennt nun, daß es sinnlos ist.
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