Rassismus im Fußball Fifa will Russland ins Gewissen reden

Die Fifa zeigt sich besorgt über die rassistischen Vorfälle im russischen Fußball. Der Weltverband will mit den Gastgebern der WM 2018 daher intensiv über dieses Thema sprechen. Ein Entzug der WM komme jedoch nicht in Frage, so Fifa-Chef Joseph Blatter.

Fifa-Boss Blatter: "Unmöglich, ihnen den Wettbewerb wegzunehmen"
AFP

Fifa-Boss Blatter: "Unmöglich, ihnen den Wettbewerb wegzunehmen"


Hamburg - Führende Mitglieder des Fußball-Weltverbandes (Fifa) wollen in den kommenden Tagen mit den russischen Organisatoren das anhaltende Rassismus-Problem im Land des WM-Gastgebers von 2018 erörtern. Fifa-Generalsekretär Jérôme Valcke wird sich zu diesem Zweck Anfang der Woche mit WM-Organisationschef Andrej Sorokin treffen, um mit ihm über die Einführung eines Anti-Rassismus-Programms in Russland zu beraten.

Aktueller Hintergrund ist der Fall Yaya Touré. Der Profi von Manchester City war vergangene Woche im Champions-League-Spiel bei ZSKA Moskau von russischen Fans rassistisch beleidigt worden. Der Fall beschäftigt auch die Disziplinarkommission der Europäischen Fußball-Union Uefa.

Gleichwohl machte Fifa-Präsident Joseph Blatter deutlich, dass den Russen der Entzug des WM-Turniers in fünf Jahren auch dann nicht droht, wenn es nicht gelingen sollte, das Rassismus-Problem in dem Riesenreich in den Griff zu bekommen. "Man kann ihnen nicht den ganzen Wettbewerb nehmen, das ist unmöglich", sagte Blatter in London. "Wir können Rassismus nur im Fußball bekämpfen. Wir können nicht das gesellschaftliche Problem lösen."

Auf einer Veranstaltung aus Anlass des 150-jährigen Bestehens des englischen Fußball-Verbandes formulierte Blatter am Samstagabend eine harte Haltung seines Verbandes bei rassistischen Vorfällen in den Stadien. Geldstrafen oder der Ausschluss von Zuschauern seien als Sanktion nicht scharf genug.

"Wir müssen hart sein und solche Teams aus dem Wettbewerb ausschließen oder ihnen Punkte abziehen", betonte der Schweizer. "Nur mit solchen Maßnahmen ist es möglich, gegen Rassismus und Diskriminierung vorzugehen. Wenn wir das nicht tun, wird es immer so weitergehen", forderte Blatter.

aha/dpa

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insgesamt 7 Beiträge
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Farguard 27.10.2013
1. Naja, wenn
Zitat von sysopAFPDie Fifa zeigt sich besorgt über die rassistischen Vorfälle im russischen Fußball. Der Weltverband will mit den Gastgebern der WM 2018 daher intensiv über dieses Thema sprechen. Ein Entzug der WM komme jedoch nicht in Frage, so Fifa-Chef Joseph Blatter. http://www.spiegel.de/sport/fussball/fifa-will-mit-russland-ueber-rassismus-reden-a-930256.html
Man danach auch mal energisch mit Katar spricht, von mir aus. Sonst absolut scheinheilig.
grimmdi 27.10.2013
2. FIFA will Russland ins Gewissen reden.
Seit wann hat Russland ein Gewissen ?
dieter.koester 27.10.2013
3.
Als waere dieses phaenomen auf russland beschraenkt...aber russland-bashing ist immer noch leicht und beliebt und billig..ist und bleibt fuer die meisten noch das reich des boesen..warum wird denn nicht auch mit qatar gesprochen.? Finanziert islamistische terroristen auf der ganzen welt und eine demokratie kann man diesen autokratischen zwergstaat sicher nicht nennen.....
romaval 27.10.2013
4. Bei der FIFA
liegen was Katar anbelangt einige Leichen im Keller.
jbr71 27.10.2013
5.
Herr Blatter überschätzt wie immer sich selbst und den Einfluss der FIFA. Die Welt dreht sich Gott sei Dank um andere Dinge als Fußball. Warum vergibt man Weltmeisterschaften, Olympische Spiele etc. an Länder mit totalitären Regimen? Glauben wir wirklich der rein von Geld getriebene Sport kann irgendetwas verändern? Quatsch!
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