Financial Fairplay: Manchester City und Paris sollen je 60 Millionen Euro zahlen

Profis von Manchester City: Club weigert sich angeblich, Strafe zu akzeptieren Zur Großansicht
AP/dpa

Profis von Manchester City: Club weigert sich angeblich, Strafe zu akzeptieren

Beide Teams sind in ihren Ländern auf Meisterkurs. Doch wegen fragwürdigen Sponsorenverträgen drohen Paris St. Germain und Manchester City hohe Strafen. Der englische Club soll eine Einigung mit der Uefa blockieren.

Hamburg - Der europäische Fußballverband Uefa steht kurz davor, seine Drohungen gegen Manchester City und Paris St. Germain wahrzumachen. Laut übereinstimmenden Medienberichten müssen die Top-Clubs wegen Verstößen gegen das sogenannte Financial Fairplay 60 Millionen Euro Strafe zahlen. Zudem sollen sie Gehaltsgrenzen und einen kleineren Kader für die kommende Spielzeit in der Champions League hinnehmen.

Die Strafen stehen in Vergleichsangeboten der Uefa, über die unter anderem die BBC und der "Telegraph" berichten. Die Clubs haben nun bis Freitag Zeit, die Angebote anzunehmen. Als einziger von insgesamt neun Clubs soll sich Manchester City weigern, die Strafe zu akzeptieren.

Die Uefa wollte die Berichte am Dienstag nicht kommentieren. "Wir haben noch keine Entscheidung kommuniziert und für heute ist keine Mitteilung geplant", sagte ein Sprecher. Angeblich sollen die Urteile aber am Freitag offiziell verkündet werden. Die Clubs seien bereits informiert, hieß es. Insgesamt hatte die Uefa mögliche Verstöße bei 76 Vereinen geprüft.

Das Ziel des Financial Fairplay ist, dass die europäischen Vereine nicht mehr über ihre Verhältnisse leben und sich so Wettbewerbsvorteile verschaffen. Die Vereine sollen nur noch so viel ausgeben dürfen, wie sie einnehmen.

Im Kern sieht die Regel vor, dass die Bilanz eines Clubs nur in bestimmten Grenzen von externen Geldgebern ausgeglichen werden darf. Die Verlustgrenze für die vergangenen beiden Spielzeiten lag bei 45 Millionen Euro. Laut dem TV-Sender Sky Sports betrug das Minus bei Manchester City in diesem Zeitraum rund 180 Millionen Euro.

Umstrittene Eigentümer von Paris und Manchester

Seit fast sechs Jahren gehört der Club der Herrscherfamilie aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die neue Arena heißt nach der staatlichen Fluglinie "Etihad Stadium". In den ersten fünf Jahren des Investments soll allein das Transferminus rund eine halbe Milliarde Euro betragen haben. Am Sonntag könnte Manchester zum zweiten Mal seit der Übernahme Meister werden.

Paris wird seit 2011 von einem Konsortium aus Katar geführt, das mehrere hundert Millionen Euro investierte - unter anderem in die Verpflichtung der Starspieler Zlatan Ibrahimovic und Edinson Cavani. Das Engagement der Katarer in Frankreich wurde besonders kritisch beäugt, da Uefa-Präsident Michel Platini enge Bande nach Katar hält und eventuell seine strengen Ankündigungen bezüglich des Financial Fairplays außer Acht lassen könnte.

"Wer Blut und Tränen erwartet, wird enttäuscht sein. Es wird harte Strafen geben, aber ich glaube, es wird keine Ausschlüsse aus dem Europapokal geben", hatte Platini kürzlich das Strafmaß angedeutet.

Gerade aus der Bundesliga kamen von der Deutschen Fußball-Liga und Bayern Münchens Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge immer wieder Kommentare, dass man die Bewertung durch die Uefa genau verfolgen und Platini Nachlässigkeiten nicht nachsehen werde.

Härter als die Millionenstrafe dürfte Paris und Manchester treffen, dass sie in der kommenden Saison nur 21 statt 25 Spieler für die Champions League melden dürfen. Dennoch müssen wie üblich acht Akteure im Club ausgebildet worden sein. Da stoßen die transferfreudigen Vereine schon an Grenzen. Zudem dürfen die Gehälter der Profis, also der 21 in der Königsklasse eingesetzten Spieler, in der Summe nicht steigen, was die Verpflichtung neuer, teurer Superstars erschwert.

cte/dpa/sid

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 48 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Rummenigge-Forderungen heuchlerisch
raber 06.05.2014
Will der liebe Herr Rolex-Rummenigge genaue Bewertungen und Transparenz? In seinem Verein werden seitens der Vereinsspitze "versehentlich" teure Uhren unversteuert ins Land gebracht, einer hinterzieht Steuern jahrelang und wird monatelang seitens des FC Bayern München, trotz Geständnis, behalten, und der dritte ist Steuerflüchtling. Glaubt er wirklich, dass dies alles so schnell vergessen wird? Fehlanzeige. Bei anderen herummeckern (kennen wir ja schon von Herrn Hoeness), aber selber nicht so handeln.
2. Leider am Thema vorbei
flenzelot 06.05.2014
Zitat von raberWill der liebe Herr Rolex-Rummenigge genaue Bewertungen und Transparenz? In seinem Verein werden seitens der Vereinsspitze "versehentlich" teure Uhren unversteuert ins Land gebracht, einer hinterzieht Steuern jahrelang und wird monatelang seitens des FC Bayern München, trotz Geständnis, behalten, und der dritte ist Steuerflüchtling. Glaubt er wirklich, dass dies alles so schnell vergessen wird? Fehlanzeige. Bei anderen herummeckern (kennen wir ja schon von Herrn Hoeness), aber selber nicht so handeln.
Ws hat das mit FFP im allgemeinen und ManC und PSG im speziellen zu tun? BTT: Eine sinnvolle und vor allem angemessene Bestrafung. 60Mio ist nicht wenig (Ich glaube ManCs teuerster Einkauf war Kün Agüero für 45). Und nur 21 Spieler nominieren zu dürfen ist mMn echt heftig. Bei 3 Torhütern macht das nur noch 18 Feldspieler. Da muss nur einer gebgesperrt sein und 2, 3 verletzungsbedingt ausfallen schon wirds kritisch. Von wegen UEFA greift nicht durch und FFP ist für die Katz wie hier und in anderen Foren immer prognostiziert wurde
3. @raber
akfsek 06.05.2014
Typisches Neidgelaber und voll am Thema vorbei. Dem Inhalt zufolge wahrscheinlich Anhänger von Luedenscheid Nord. Wer lesen kann ist immer im Vorteil.
4. Bayern-Basher...fertig...los!
pepsington 06.05.2014
@#1-Poster: Das war wieder mal ein Steilpass, um loszuwettern. Immer schön auf den Blutdruck achten, wenn man den Artikel krampfhaft nach (Herz-) Schlagworten wie "Hoeneß", "Bayern", "Rummenigge" oder dgl. durchforstet, um dann geschwind darauf los zu bashen;-)!
5.
piccolo-mini 06.05.2014
ManCity wartet bestimmt nur auf TTIP. Dann können sie die uefa verklagen. oder die EU. Je nachdem wer von beiden als schuldiger für die Investitionsschädigung angesehen wird. Zum Schutz vor solchen "Machenschaften" wird das ja eingeführt. Was fällt der uefa auch ein, ihre Regelungen zu ändern, nachdem Investoren eingestiegen sind.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Sport
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Fußball-News
RSS
alles zum Thema Uefa
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 48 Kommentare