Tuchel zu Football Leaks "Ich wusste nichts davon, ich höre das zum ersten Mal"

Millionenprämien für Spielerberater? Auch wenn es gar keine Wechsel gibt? Dortmunds Trainer Tuchel zeigt sich erstaunt über die Enthüllungen in Sachen Football Leaks. Auch Klaus Allofs hat sich geäußert.


Dortmunds Trainer Thomas Tuchel wurde von SPIEGEL ONLINE auf die neuesten Enthüllungen in der Football-Leaks-Affäreangesprochen. Der SPIEGEL hatte berichtet, dass Borussia Dortmund Mino Raiola, dem Berater von Henrich Mchitarjan, eine Millionenprämie hätte zahlen müssen, wenn Mchitarjan im Sommer nicht gewechselt wäre.

Tuchel sagte dazu: "Ich wusste nichts davon, ich höre das auch jetzt zum ersten Mal". Kommentieren wollte der BVB-Coach die Enthüllungen nicht: "Ich bin in keinerlei Wechselpolitik involviert, war ich noch nie, bei keinem Verein, und das möchte ich auch niemals sein."

Auch Klaus Allofs hat auf Enthüllungen im neuen SPIEGEL über Unregelmäßigkeiten bei der Vertragsverlängerung des Spielers Naldo in Bremen reagiert. SPIEGEL ONLINE sprach den heutigen Sportdirektor des VfL Wolfsburg auf seine Rolle bei den Zahlungen an zwei Spielerberater mit Sitz in der Karibik an.

Klaus Allofs
DPA

Klaus Allofs

Allofs sagte: "Die Anschuldigungen und Verdächtigungen, die da gemacht worden sind, sind haltlos. Das kann ich klar zurückweisen. Ich habe heute noch mal mit meinem Kollegen von Werder Bremen gesprochen, der zu der Zeit in der Geschäftsführung war: Das sind alles Dinge, die legal abgelaufen sind, von daher, das ist die Erklärung."

Der SPIEGEL hatte berichtet, dass Allofs im Rahmen von Naldos Vertragsverlängerung im Oktober 2009 mit drei Spielerberatern verhandelt und der SV Werder Bremen dafür insgesamt 450.000 Euro gezahlt hatte. Einer war Naldos etatmäßiger Agent, die beiden zusätzlich eingeschalteten Vermittler betrieben eine Briefkastenfirma auf den British Virgin Islands.

Das bestätigte Allofs: "Es ist ein Vertrag verlängert worden, da sind Spielerberater, die eine Firma haben, oder zwei, die für diese Firma eingetragen sind, für die sind Provisionen gezahlt worden, das ist richtig, ja."

Den Sachverhalt bestritt Allofs nicht, verneinte aber, dass es illegale Vorgänge gegeben habe: "Ich habe es noch mal überprüfen lassen. Das wäre eigentlich gar nicht nötig gewesen, weil ich weiß, wie die Gepflogenheiten bei Werder Bremen sind, das ist damals geprüft worden, von daher ist das nicht beanstandet worden, daher sollte das in dem Fall genügen."

rae



insgesamt 33 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Leibdschor 11.12.2016
1. Achten..
Das alles Aufgedeckte ist sicher jetzt eine detailierte Offenlegung. Aber mal ehrlich, wer hat je geglaubt, das Fußball je ein ehrliches Geschäft war. Diese ganzen Spieler Ermittler, Spielermanager o.ä. Typen waren doch eh immer ein halbseidenes Geschäft das Vereinen Kopfzerbrechen bereitet hat. Da diese aber von diesen Typen abhängig sind, haben sie das Spiel schon immer mitgemacht. Wo viel Geld im Spiel ist, wollen halt auch viele mit verdienen. Die Spieler sind da nur Mittel zum Zweck. Bei den Sklavenhändlern im alten Rom war das nicht viel anders, mit dem Unterschied, das die Sklaven von heute gut mitverdienen. Mich jedenfalls verwundert das alles nicht. Es ist halt Profisport und damit geht es ums Geldverdienen und zweitrangig um Sport.
exil-teutone 11.12.2016
2. Football-Leaks und Aufmerksamkeit schön und gut, aber ...
so lange da nichts Illegales ablief, ist das nur heiße Luft. Und wer von den "Machenschaften" überrascht ist, ist in meinen Augen grenzenlos naiv. Auch wenn es jeder Person zusteht, legal Steuern zu vermeiden, als moralische Instanz sollte man sich dann aber auch nicht hinstellen (z.B. Mister Gel-haar CR7), denn moralisch anständig wäre er gewesen, wenn er in Spanien Steuern auf seine gesamten Einnahmen gezahlt hätte. Den Strick, den SpON und EIC ihm da drehen wollen, ist der falsche. Ihr solltet ihm einen moralischen Strick drehen, mehr nicht - solange nichts Illegales bewiesen ist.
ImDunklen 11.12.2016
3. Alles ist legal abgelaufen?
Aber sicher, und ich laufe dreimal täglich übers Wasser!
MarkusW77 11.12.2016
4.
Natürlich mag das legal gewesen sein. Eine Affäre zB ist ja auch nicht strafbar. Mich regt nur diese Maßlosigkeit auf. Diese Gier nach ausnutzen und ausquetschen der letzten Euros aus dem System. Hallo?? Da wird Geld zu irgendwelche Briefkastenfirmen in irgendwelchen Steueroasen überwiesen, und Alloffs sagt, Jo alles legal und korrekt? Ich war bislang klarer Gegner von der Beteiligung der Fußballvereine an den Polizeieinsätzen. Das hat sich nun geändert. Es werden teilweise 500.000 Euro pro Jahr an die Spielerberater überwiesen, das ist mir echt zu blöd. Mitgliedschaft, so leid es mir tut, kündige ich auch. Wenn die Spieler schon zu viel Geld bekommen, konnte man ja noch irgendwie verstehen, das die Vereine aber den Beratern die Kohle hinterherwerfen, geht in meinen Kopf nicht rein. Der Vater von Julian Brandt lässt sich auf Jahre für die Vermittlung bezahlen... Wenn im normalen Leben die Eltern ihren Sohnemann mit 15 Arbeiten schicken, und sich den Lohn vom AG zum Teil aufs eigene Konto zahlen lassen würden, wäre was los, beim Fußball soll das normal sein? Ohne mich, definitiv.
K:F 11.12.2016
5. Ist doch legal
Wo ist denn das Problem? Steuervermeidung ist doch das Geschäft eines jeden Steuerberaters. Die Finanzämter enscheiden doch in der Regel gegen den Steuerbürger. Der holt sich halt die Hilfe vom Steuerberater. Wenn die Vereine mit den Fußballberatern Verträge abschließen, dann sollen die Vereiene sie auch bezahlen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.