Football Leaks Politik will Steuertrickser härter verfolgen 

Football Leaks hat schmutzige Geldgeschäfte im europäischen Profifußball enthüllt. Nun reagieren viele Politiker - und fordern härtere Maßnahmen gegen Steuertrickser.

Manchester-Trainer Josè Mourinho
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Manchester-Trainer Josè Mourinho


Die Enthüllungen der Football Leaks zu den Steuertricks der Fußballstars haben auch die Politik auf den Plan gerufen. SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann sprach in einer ersten Reaktion von einem "Verrat an ehrlich steuerzahlenden Fans". Durch Steuervermeidung und das schlechte Vorbild von Cristiano Ronaldo und Co. entstehe ein "doppelter Schaden", twitterte er.

Der SPIEGEL und seine Partner im europäischen Recherchenetzwerk EIC hatten am Wochenende enthüllt, dass zahlreiche Fußballstars wie Ronaldo, Mesut Özil und Trainer José Mourinho Steuerspartricks nutzen, um ihre Millionen am Fiskus vorbeizuschmuggeln.

Auch der sportpolitische Sprecher der grünen Bundestagsfraktion, Özcan Mutlu, äußerte sich empört über die Tricksereien der Stars. "Man muss auf EU-Ebene dafür sorgen, dass die Steuerlücken ausgemerzt werden", forderte Mutlu im ZDF.

Der grüne Europa-Abgeordnete Sven Giegold spricht von einer "Roten Karte für Fußballmillionäre". Die Steuertricks der Fußballer bewiesen, dass "wir den Steuerwettbewerb in Europa mit gemeinsamen Mindeststeuersätzen für Unternehmen eindämmen müssen". Nach Aussage Giegolds sollte sich der Untersuchungsausschuss des EU-Parlaments, der sich auch um die Enthüllungen um die Panama Papers kümmert, der Sache annehmen. Fairplay gelte "nicht nur auf dem Spielfeld, sondern umso mehr beim Steuern zahlen".

Spaniens Staatssekretär José Enrique Fernández de Moya hatte bereits am Samstag angekündigt, dass das Finanzamt "sämtliche Untersuchungen anstrengen" werde, "die es für angezeigt erachtet".

Das SPIEGEL-Team zu den Football Leaks
    Rafael Buschmann, Jürgen Dahlkamp, Stephan Heffner, Christoph Henrichs, Andreas Meyhoff, Nicola Naber, Jörg Schmitt, Alfred Weinzierl, Michael Wulzinger

Das Management von Ronaldo hatte am Wochenende in einer Stellungnahme erklärt, der Superstar sei allen Verpflichtungen gegenüber den spanischen Steuerbehörden nachgekommen. Nach den Recherchen des SPIEGEL hat Ronaldo Millionen-Einnahmen über Briefkastenfirmen am Staat vorbeigeschleust.

Beim 1:1 in Barcelona am Samstagabend hatten die Fans die Real-Ikone mit einem Lied verspottet, in dem sie ihn zur Zahlung von Steuern ermahnten. Zuvor hatte Barça-Vizepräsident Carles Vilarrubí gefordert, der Fiskus müsse gegen Ronaldo "genauso unerbittlich wie seinerzeit gegen Lionel Messi vorgehen". Messi war wegen Steuerhinterziehung zu 21 Monaten Haft und 3,7 Millionen Euro Strafe verurteilt worden. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt.

aha/mon/rtr/dpa

insgesamt 48 Beiträge
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sumse123 05.12.2016
1. Also was denn nu?
Die Herren Sportler haben legale Steuerlücken genutzt? Oder haben Sie gegen Gesetze verstoßen? Ich finde die "Pseudoaufreger" aus der Politik sehr amüsant. So ist doch der Gesetzgeber selbst schuld, wenn er solche Lücken offen lässt. Hinterher schockiert sein, wenn jemand die Lücken nutzt - bah!
Immereine andere Meinung 05.12.2016
2. Dummer Populismus
Die Politik schafft es nicht einmal in Europa für Steuergerechtigkeit zu sorgen. Im Vergleich zu Apple, Ikea und Co. sind doch die Kröten von Ronaldo & Co. Peanuts!
jschm 05.12.2016
3. scheinheilig
von Politikern! Wer hat denn z.B. in Spanien die Lex Beckham verabschiedet, die ausländischen Fussballern (und allen anderen Expats) während 5 Jahren nur 20% Einkommenssteuer garantiert und somit auch das Bruttogehalt reduziert? Es war die Regierung damals, Politiker, die Real Madrid und Barca fiskalisch etwas subventionieren wollten.
haltetdendieb 05.12.2016
4. Aha, jetzt wird aber hart vorgegangen!
Ich werde zum Glück niemals in diese Versuchung kommen. Aber ich kann jeden verstehen, der versucht, so wenig wie möglich Steuern zu zahlen. Wenn ich sehe, wofür mein Geld verschwendet wird. Nein, nicht für Schulen und Kindergärten sondern für Sachen, die zwar meine Kanzlerin genehm sind, für die ich aber nicht bereit wäre auch nur einen Cent zu verwenden. Und es mutet auch komisch an, daß auf einmal für all diese Sachen mehr als genug Geld da ist, nur nicht für die wichtigen Dinge des Deutschen Arbeitnehmers. Steuervermeidung mag zwar asozial sein, aber verstehen kann ich diese "Steuersünder". Aber ich gehe nicht davon aus, daß sich diese Herren über ihre Steuern überhaupt einen Kopp machen, das machen, wenn schon ihre Berater und Manager. Wenn schon denn schon müßten diese belangt werden. Würde ich mal annehmen. Und was soll daran so neu sein, daß Menschen mit Geld alles Mögliche versuchen, um die Steuer zu umgehen? Das ist nun wirklich nicht sehr neu! Trotzdem habe ich den Artikel im Spiegel sehr gerne gelesen, weil es einem Normal Sterblichen niemals in den Sinn käme, welche verzeigten Wege es gibt, Einnahmen zu verstecken. Der Bericht ist sehr gelungen.
Grummelchen321 05.12.2016
5. Alle
Jahre wieder wenn Steuersünder entlarvd werden wollen sie das.Bisher ist nur nicht viel passiert.
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