Fortuna Düsseldorf: Hoffnung, Drama, Abstieg

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Fortuna-Kapitän Lambertz: Abstieg in die zweite Liga

Ein Sieg am letzten Spieltag und Düsseldorf wäre gerettet gewesen. Doch am Ende blieben Tränen. Die Niederlage in Hannover und Hoffenheims Sensationssieg gegen Dortmund besiegeln Fortunas Abstieg, - nach nur einem Jahr in der Bundesliga.

Hamburg - Andreas Lambertz konnte es nicht fassen: Minutenlang stand der Kapitän von Fortuna Düsseldorf mit den Händen über dem Kopf auf dem Rasen. Sein Blick war dabei so leer, wie zuvor das gesamte Spiel seiner Mannschaft. 0:3 hatte Düsseldorf in Hannover verloren - und damit den Klassenerhalt verschenkt. Selbst für die Relegation reichte es für den Aufsteiger nicht, weil zeitgleich Hoffenheim in einem kuriosen Spiel 2:1 in Dortmund gewann.

Dabei hatte es Düsseldorf selbst in der Hand: Ein Sieg gegen die 96er und der Ligaverbleib wäre Fortuna sicher gewesen.

"Für uns ist das ganz bitter, wenn du 33 Spieltage nicht auf einem Abstiegsplatz gestanden hast und nur ein Mal auf dem Relegationsplatz und dann am letzten Spieltag auf dem vorletzten Platz landest", sagte Düsseldorfs Trainer Norbert Meier nach der Partie.

Und auch am letzten Spieltag hatte es lange Zeit danach ausgesehen, als könne sich die Fortuna trotz der eigenen Niederlage zumindest in die Relegation retten. Eine Viertelstunde vor dem Abpfiff lag Hoffenheim noch in Dortmund zurück - Düsseldorf wäre damit der 16. Platz sicher gewesen. Selbst Hoffenheims Ausgleich durch den Elfmeter von Sejad Salihovic (77. Minute) änderte daran zunächst nichts. Erst als Salihovic in der 82. Minute auch noch die Führung für die TSG erzielte, machte sich bei den Düsseldorfern kollektive Verzweiflung breit.

Besonders tragisch: Als in Hannover die Partie schon längst beendet war, bejubelten die mitgereisten Düsseldorfer Fans den vermeintlichen Dortmunder Ausgleich in der Nachspielzeit gegen Hoffenheim. Sekunden später dann aber die Ernüchterung: Der Treffer wurde nicht gegeben - Düsseldorf blieb die Rettung verwehrt.

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Fußball-Bundesliga: Hoffenheim feiert, Düsseldorf trauert
"Das war brutal. Von den Hannoveraner Spielern haben wir die Nachricht bekommen, dass das Tor nicht gegeben wurde", sagte Düsseldorfs Rechtsverteidiger Christian Weber. Auch Coach Meier konnte es nicht fassen: "Das war eine vergleichbare Situation wie damals bei Schalke, als sie sich schon für ein paar Minuten als Meister fühlten."

Meier bleibt vorerst Fortuna-Trainer

Auch wenn der letzte Spieltag an Dramatik kaum zu überbieten war und Düsseldorfs Abstieg unglücklich zustande gekommen ist - den verpassten Klassenerhalt hat die Fortuna selbst zu verantworten. Nach einer starken Hinrunde mit 21 Punkten, ließ der Club in der Rückrunde deutlich nach (9 Punkte). Meier brachte es entsprechend auf den Punkt: "Die Tabelle lügt nicht nach 34 Spieltagen."

Seine Zukunft sieht Meier trotzdem bei der Fortuna, einen Rücktritt lehnt er kategorisch ab. "Fortuna ist für viele mehr als ein Fußballverein. Wenn man die Fans hier heute wieder erlebt hat, da kommt so etwas nicht im Ansatz in Frage." Auch Düsseldorfs Präsident Peter Frymuth setzt vorerst weiter auf den Trainer. "Norbert Meier hat einen Vertrag bis 2014. Wir haben nicht vor, heute oder morgen - so wie das ja bereits spekuliert wurde - eine andere Entscheidung zu treffen", sagte Frymuth. "Es wird keine Kurzschlussreaktion geben."

Hannover 96 - Fortuna Düsseldorf 3:0 (1:0)
Tore: 1:0 Diouf (36.)
2:0 Ya Konan (61.)
3:0 Ya Konan (76.)
Hannover: Zieler - Cherundolo, Djourou, Eggimann (72. Haggui), Pander - Hoffmann (65. Stindl), da Silva Pinto (80. Andreasen) - Sakai, Rausch - Ya Konan, Diouf
Düsseldorf: Giefer - Weber, Bodzek, Langeneke, van den Bergh - Paurevic (77. Ilsö), Oliver Fink (52. Reisinger) - Lambertz, Bellinghausen - Schahin, Bolly (68. Robbie Kruse)
Schiedsrichter: Peter Gagelmann (Bremen)
Zuschauer: 49.000 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Diouf (6) - Langeneke (4), van den Bergh (4), Paurevic

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insgesamt 41 Beiträge
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1. Nicht so Fortuna
Attila2009 18.05.2013
Die Berliner wirds diebisch freuen. Ausgleichende Gerechtigkeit für das Skandalspiel . Aber Fortuna wird sicher wieder aufsteigen, das Potenzial haben sie.
2. froh
Morgul 18.05.2013
Mann bin ich froh, daß uns diese Kasperlestruppe mit dem Hosenmaskottchen nächste Saison erspart bleibt. Allein das Auswärtstrikot war schuld am krassen Anstieg der Augenzirrhose deutschlandweit. Die Truppe wird auseinanderfallen, da zu teuer für die 2.Liga und es wird sehr lange dauern bis die Fortuna (haha wie unpassend) wieder in die Nähe 1.Liga rankriecht...wenn überhaupt.
3. oj
willire 18.05.2013
Ein Unentschieden hätte gereicht.
4. Die Schwalbenkönige sind abgeschmiert
whatmeworry 18.05.2013
Fortuna ist mit so vielen Schwalben-Elfmetern aufgestiegen, dass es jetzt passend ist, dass sie abschmieren wie eine Schwalbe. Wer gehört hat, wie der dreiste Fortuna Manager Werner z.B. nach dem letzten Zweitligaspiel gegen Eintracht Frankfurt selbst die krassesten Fehlentscheidungen zugunsten seines Clubs leugnete, der blickt jetzt gelassen auf die Tabelle: Die Eintracht ist auf Europa-Platz 6 und Düseldorf steigt ab. - Späte Gerechtigkeit!
5.
ickeditte 18.05.2013
Welche ausgleichende Gerechtigkeit?
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